Bericht zur Lage der Staplerwelt

Staplerstimmen

Umfrage - Wie liefen die Geschäfte 2015? Welche Ergebnisse sind für 2016 zu erwarten? Und welche Tendenzen und Neuerungen sind für 2017 und darüber hinaus zu erkennen? Diese Fragen stellten wir auch in diesem Jahr ausgewiesenen Kennern des Geschäfts mit Gabelstaplern und Lagerhausgeräten.

06. Oktober 2016

Die Antworten sind ein Spiegelbild der Lage des weltweiten Geschäfts mit Flurförderzeugen. Den Anfang macht Matthias Fischer, Europachef des globalen Branchenprimus, der Staplersparte von Toyota. Umsatz im letzten Geschäftsjahr 7,476 Mrd. Euro.

Matthias Fischer, Toyota Material Handling Europe, President

Trotz des schwindenden chinesischen Marktes ist der Material-Handling-Markt global betrachtet weiter auf Wachstumskurs, infolge wachsender Märkte in Europa, Nordamerika und Japan. Inmitten dieses grundsätzlich positiven Klimas hat Toyota Industries seine Produktions- und Verkaufsstrukturen weiter gestärkt und neue Produkte geliefert, die auf die entsprechenden Märkte abgestimmt wurden. Im August 2015 akquirierte Toyota Industries die Staplersparte von Tailift Co., Ltd. Der in Taiwan ansässige Hersteller bringt seine Stärken in den Bereichen Entwicklung, Produktion und Verkauf von Produkten ein, welche auf die Anforderungen von Entwicklungsländern zugeschnitten sind, und erweitert damit das Angebot Toyotas. Zusätzlich hat Toyota Industries sein Geschäftsfeld mit dem Kauf der amerikanischen Finanzierungsgesellschaft Toyota Motor Credit Corporation im Oktober 2015 in den Vereinigten Staaten vergrößert. Unter diesen Rahmenbedingungen ist der Absatz von Staplern – die Stütze des Segments – weltweit angestiegen. Diese Maßnahmen führten zu einem Anstieg des Netto-Umsatzes im Segment »Materials Handling Equipment« um 9 Prozent.

Dr. Alexander de Grahl, Jungheinrich, Leiter Marketing

Die Bilanz 2015 fällt aufgrund zweistelliger Wachstumsraten bei Auftragseingang, Umsatz, EBIT und EBT sowie Marktanteilsgewinnen in Europa und weltweit und der Umsetzung von wichtigen strategischen Projekten sehr positiv aus. Der Konzern hat damit seine ehrgeizige Jahresprognose für die wichtigen Kennzahlen Auftragseingang, Umsatz, EBIT und EBT sogar übertroffen.

Der stückzahlmäßige Auftragseingang des Jungheinrich-Konzerns lag 2015 mit 97,1 Tausend Fahrzeugen um 13 Prozent über dem Vorjahreswert (85,6 Tausend Fahrzeuge). Dies ist eine Dynamik deutlich über der Entwicklung des Weltmarktes, der 2015 mit 1,1 Millionen Stück stabil blieb (Vorjahr: 1,09 Millionen Stück), und auch über der positiven Entwicklung in Europa, dem Kernmarkt von Jungheinrich, wo der Markt mit 8 Prozent Wachstum auf 373 Tausend Stück anstieg (Vorjahr: 345 Tausend Stück). Insgesamt konnte Jungheinrich mit dieser Leistung seinen Marktanteil in Europa und weltweit steigern. Beim wertmäßigen Auftragseingang, der alle Geschäftsfelder umfasst, erzielte das Unternehmen einen Zuwachs von 11 Prozent auf 2.817 Millionen Euro (Vorjahr: 2.535 Millionen Euro). Zum ersten Mal lag die Produktion mit 91,2 Tausend Fahrzeugen über 90 Tausend Stück. Der Konzernumsatz stieg 2015 um 10 Prozent auf 2.754 Millionen Euro (Vorjahr: 2.498 Millionen Euro). Das Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern (EBIT) erhöhte sich ebenfalls um 10 Prozent und erreichte 213 Millionen Euro (Vorjahr: 193 Millionen Euro). Das Ergebnis vor Steuern (EBT) lag mit 198 Millionen Euro um 13 Prozent über dem Vorjahr (175 Millionen Euro).

Erkennbar ist ein weltweiter Trend hin zu elektromotorischen Flurförderzeugen und somit Substitution der Verbrenner. Ebenfalls weltweit gibt es einen Trend hin zur Teil-/ Vollautomatisierung und Digitalisierung von Lägern (Logistiksystemgeschäft).

Für das Jahr 2016 geht Jungheinrich weiterhin davon aus, dass das weltweite Marktvolumen für Flurförderzeuge insgesamt leicht zunehmen wird. Allerdings hat sich seit Vorlage des Geschäftsberichtes 2015 die Einschätzung der Wachstumsbeiträge der einzelnen Regionen verändert. Das Marktvolumen in West- und Osteuropa sollte sich aus heutiger Sicht positiv entwickeln. Dabei könnten sich Chancen in Russland ergeben, wo erste Anzeichen einer Markterholung deutlich werden. In Asien geht Jungheinrich von einem leichten Wachstum der Märkte aus, getrieben von den Produktsegmenten »Lagertechnik« und »Elektromotorische Gegengewichtsstapler«. Es bleibt abzuwarten, ob sich der rückläufige Markt für verbrennungsmotorische Gegengewichtsstapler in Asien wieder erholt. Für Nordamerika nimmt Jungheinrich eine stabile Marktentwicklung an, auch wenn aufgrund der nicht erwarteten Abkühlung in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres ein leichter Rückgang auf Jahressicht nicht auszuschließen ist.

Frank Brandmaier, Kion Group, Head of Corporate Media Relations

Die Kion Group konnte ihre Prognose für 2015 überall erreichen. Bei Auftragseingang, Umsatz, bereinigtem operativen Ergebnis und Konzernergebnis schnitt das Unternehmen so gut ab wie in keinem Jahr zuvor. Die Profitabilität knüpfte unterdessen wie prognostiziert an das hohe Niveau des Vorjahres an. Zu diesen sehr guten Ergebnissen trug auch das sehr starke Schlussquartal 2015 bei.

Der wertmäßige Auftragseingang der Kion Group legte im Gesamtjahr um 9,3 Prozent auf 5,216 Mrd. Euro zu. Der Konzern startete zudem mit einem Auftragsbestand von 864,0 Mio. Euro in das neue Jahr, 13,1 Prozent mehr als zwölf Monate zuvor. Der Umsatz übersprang erstmals die Schwelle von 5 Mrd. Euro und verbesserte sich 2015 um 9,0 Prozent auf 5,098 Mrd. Euro. Das bereinigte operative Ergebnis EBIT wuchs ebenfalls um 9,0 Prozent auf 482,9 Mio. Euro. Die bereinigte EBIT-Marge erreichte mit 9,5 Prozent erneut das sehr hohe Niveau des Vorjahres.

Wesentlich stärker als der gesamte Weltmarkt (+1,0 Prozent) sind im Jahr 2015 die Verkaufszahlen bei Lagertechnik-Produkten (+11,0 Prozent) und Elektrostaplern (+6,0 Prozent) gestiegen, die in Kombination mit Automatisierungslösungen insbesondere im wachsenden E-Commerce-Sektor gefragt sind. Elektrostapler profitierten darüber hinaus von immer strengerer Emissionsregulierung über alle Regionen hinweg sowie deutlichen Fortschritten bei der Batterieladetechnologie. Dieser Trend setzt sich in diesem Jahr fort.

Zu den prägenden technologischen Trends in der Intralogistik- und Materialfluss-Branche zählen die zunehmende Digitalisierung und Vernetzung von logistischen Prozessen. Hier ist das Stichwort Intralogistik 4.0 zentral. Mit dem Erwerb des Spezialisten für Automatisierung und Lieferketten-Optimierung Dematic, der im vierten Quartal 2016 vollzogen wird, ist die Kion Group perfekt positioniert, um auf Megatrends wie Industrie 4.0, Digitalisierung und Online-Handel reagieren zu können.

Stapler und Lagertechnikgeräte transportieren unterdessen nicht mehr nur Waren, sondern sind immer stärker in den digitalen Informationsfluss entlang der Wertschöpfungskette eingebunden, teilweise heute bereits vollständig automatisiert, und tragen damit zu einer deutlichen Effizienzsteigerung bei. Ein wichtiger Aspekt dabei ist auch die Auswertung und Weiterverarbeitung von Sensordaten sowie Daten der Fahrzeugsteuerung. Einen weiteren Trend bilden Energiesysteme wie die Lithium-Ionen-Batterietechnik für das wachsende Segment der elektrisch angetriebenen Flurförderzeuge.

Vor dem Hintergrund der gesamtwirtschaftlichen Perspektiven geht die Kion Group für das Jahr 2016 von einem verlangsamten Wachstum des weltweiten Marktvolumens aus.

Längerfristig bleiben die Markterwartungen positiv. Die Kion Group geht für die kommenden Jahre von einem durchschnittlichen jährlichen Weltmarktwachstum über den Wachstumsraten der weltweiten Wirtschaftsleistung (BIP) aus, wobei die Nachfrage nach Elektrostaplern und Lagertechnikgeräten überdurchschnittlich wachsen dürfte. Die stetig wachsende Zahl der weltweit eingesetzten Fahrzeuge – allein in den vergangenen zehn Jahren wurden rund um den Erdball etwa neun Millionen Neufahrzeuge verkauft – schafft wiederum Nachfrage nach Serviceleistungen wie Ersatzteile. Weitere Zukunftspotenziale ergeben sich aus der zunehmenden Vernetzung und Automatisierung nicht nur im Hinblick auf Produkte, sondern auch im Bereich Services und ganzheitlicher Systemlösungen.

Ken Dufford, Crown Equipment Corporation, Vice President Europe

Trotz vieler Unsicherheiten auf den internationalen Märkten hat sich der Weltmarkt für Flurförderzeuge 2015 im Vergleich zum Vorjahr stabil entwickelt. Der EMEA-Markt für Flurförderzeuge konnte wie im Vorjahr eine positive Entwicklung verzeichnen. Crown hat seine Marktposition in Europa gefestigt und ist weiterhin auf Wachstumskurs. Dazu trug unter anderem die Angebotserweiterung im Segment der Gegengewichtsstapler bei. Mitte 2015 hatte Crown in Europa seinen innovativen, treibgasbetriebenen Gegengewichtsstapler C-5 im Markt eingeführt. Zeitgleich wurden die universell einsetzbaren Dreirad- und Vierrad-Elektro-Gegengewichtsstapler der Serie SC 6000 auf den Markt gebracht. Auf anhaltend großes Interesse stieß zudem die seit ihrer Markteinführung vielfach ausgezeichnete Remote-Kommissionier-Technologie Quickpick, die zwischenzeitlich auch auf andere Anwendungsbereiche ausgeweitet wurde und mit einer Heben- und Senken-Funktion für Hochhubwagen der Serien ES 4000 und ET 4000 verfügbar ist.

Die Produktivitäts- und Leistungsgrenzen von Gabelstaplern sind unseres Erachtens noch nicht gänzlich ausgereizt. Jedes Produkt, und sei es noch so gut, bietet immer auch weitere Möglichkeiten zur Optimierung. Sich auf den Lorbeeren auszuruhen, hieße Chancen zu vergeben. Wir beobachten im direkten Dialog mit den Kunden den Einsatz unserer Geräte vor Ort sehr genau, identifizieren so Optimierungspotenziale und setzen diese konsequent um. Ein wichtiges Thema ist zudem das integrierte Datenmanagement. Die richtigen Informationen zur richtigen Zeit sind der Schlüssel dazu, Verschwendung und Ineffizienzen zu identifizieren und zu beseitigen. Gerade vor dem Hintergrund der Herausforderungen von Big Data kann die Staplerkonnektivität in Verbindung mit ausgereiften Flottenmanagementsystemen die entscheidungsrelevanten Daten nicht nur in Echtzeit zur Verfügung stellen, sondern – richtig gefiltert und übersichtlich dargestellt – dem Management die richtigen Entscheidungen zu Flottenauslastung, Wartung, Sicherheit und Produktivität ermöglichen.

Mit unserer jüngst im Markt eingeführten Insite-Produktivitätssuite, die das bewährte Infolink-Flottenmanagementsystem und das Flottenkostenmanagementsystem Fleetstats unter einem gemeinsamen Dach vereint, bieten wir unseren Kunden umfassende, ganzheitliche Informationen über ihre komplette Staplerflotte. Aktuelle Echzeit-Daten zur Leistung und zu den Betriebskosten der Flotte tragen dazu bei, das Betriebsergebnis der Kunden kontinuierlich zu verbessern. Wir denken damit über den Stapler hinaus und versetzen Fuhrparkmanager in die Lage, Problembereiche frühzeitig zu erkennen, die Flottengröße individuell zu optimieren, Ziele festzulegen und auf Basis fundierter und relevanter Flotteninformationen die richtigen kostenrelevanten Entscheidungen zu treffen.

Die Weltmärkte für Flurförderzeuge dürften auch in den kommenden Jahren weiterhin von Unsicherheiten geprägt sein. Crown ist hinsichtlich seiner Geschäftsentwicklung im laufenden Geschäftsjahr 2016/17 dennoch verhalten optimistisch, setzt darauf, zusätzliches Wachstumspotenzial weiter auszuschöpfen und rechnet damit, seine Position im EMEA-Markt zu behaupten und weiter auszubauen.

Kennerth Lundgren, Unicarriers Europe, Chief Financial Officer

Unicarriers hat ein Umsatzwachstum von 11 Prozent in EUR (6 Prozent in JPY) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erwirtschaftet. Das Geschäft entwickelt sich zunehmend in Richtung Globalisierung und koordinierte länder- und standortübergreifende Beschaffung von Gabelstaplern durch internationale Nutzer von Flotten. In Europa hat die Fortsetzung der wirtschaftlichen Erholung der Märkte in Südeuropa ebenfalls das letzte Geschäftsjahr geprägt.

Der Markt setzt immer mehr den Akzent auf andere Aspekte als die reine Hardware, wie z.B. auf TCO (Gesamtbetriebskosten), Corporate Social Responsibility (CSR), Serviceniveau/Betriebszeit etc.

In den nächsten Jahren erwarten wir anhaltendes Konsumwachstum und eine wachsende Fragmentierung in mehr Lagereinheiten (Stock Keeping Units, SKU). Dies wird zu einem zunehmendem Bedarf an Logistiklösungen, spezialisierten Lagertechnikstaplern und Kommissionierern führen.

Christina Kmetko, Hyster-Yale Materials Handling, Investor Relations Consultant

Am 31. Dezember 2015 endete für Hyster-Yale ein sehr ereignisreiches und solides Geschäftsjahr. Das Unternehmen konnte in vielen seiner Kernbereiche Fortschritte erzielen, ein neues Werk in Brasilien eröffnen sowie seine solide Bilanz beibehalten und dabei gleichzeitig erhebliche Einnahmen erwirtschaften. Dennoch gab es beim Konzernumsatz 2015 einen Rückgang von 7 Prozent auf 2,6 Mrd. USD, der sich hauptsächlich auf ungünstige Währungsschwankungen zurückführen lässt. Während die Nettoeinnahmen im Bereich Flurförderzeuge im Vergleich zum Vorjahr auf 89,3 Mio. USD zurückgingen, erhöhte sich der operative Gewinn nach Abzug des Vorjahresgewinns durch den Verkauf des ehemaligen Werks des Unternehmens in Brasilien.

Auf dem globalen Markt erwarten wir für 2016 insgesamt einen leichten Rückgang. Für das Wachstum im EMEA-Markt erwarten wir mehr als nur einen Ausgleich für die Rückgänge in Nord-, Mittel- und Südamerika und dem JAPIC-Markt. Ungeachtet dieser Marktbedingungen erwarten wir gegenüber 2015 für das verbleibende Jahr 2016 einen Anstieg bei Stückzahlen, Umsätzen und Ersatzteilverkäufen.

Das Unternehmen hat erhebliche Investitionen getätigt, um das Portfolio der Elektrostapler in den Produktklassen 1, 2 und 3 zu verbessern. Elektrostapler haben in vielen Märkten weltweit an Popularität gewonnen, was einerseits auf ein stärkeres Umweltbewusstsein und andererseits auf ein Wachstum in den Marktbereichen Einzelhandel, Lagerhaltung und Distribution zurückzuführen ist. Für Hyster-Yale stellen diese Märkte und Kunden ein wesentliches Wachstumsziel dar. Durch neue Produkteinführungen und kontinuierliche Verbesserungen vorhandener Produkte investiert das Unternehmen auch weiterhin in den Ausbau seiner Führungsposition in den Märkten für Stapler mit Verbrennungsmotor (»ICE-Stapler«) der Klassen 4 und 5.

Mit dem Erwerb von Nuvera Ende 2014 eröffneten sich dem Unternehmen wichtige Optionen, insbesondere in den Märkten für industrielle Mobilitätslösungen. Diese Optionen stellen ein wichtiges Produktunterscheidungsmerkmal dar, denn der Markt für Wasserstoff- und Brennstoffzellen für Flurförderzeuge bietet beachtliche Wachstumschancen.

Richard Ludwig, Genkinger-Hubtex, Geschäftsführer

Umsatz und Absatz bei Genkinger stehen 2014 und 2015 auf gutem Niveau und bewegen sich seit Jahren kontinuierlich nach oben. Durch die Entwicklung neuer Produkte in den Segmenten Vierwege-Geh-Gabel-Hochhubwagen, Elektro-Mehrwege-Seitenstapler und Schwerlast-Schubmaststapler schafft Genkinger Potenzial für weiteres Wachstum.

Kunden fragen verstärkt nach spezifischen Lösungen und entscheiden sich angesichts von erreichbaren, attraktiven Produktivitätssteigerungen sowie einer Verbesserung der Arbeitssicherheit für Investitionen in innovative Geräte. Das in der Krisenzeit um 2009 stark verbreitete reine »Anschaffungskosten-Denken« ist heutzutage oftmals einer ganzheitlichen Nutzwert- und ROI-Betrachtung gewichen. Davon profitieren wir als Entwickler und Hersteller von Spezialgeräten. So sind ergonomisch konzipierte Schubmaststapler für höhere Traglasten und moderne, vielseitig einsetzbare Vierwege-Geh-Gabel-Hochhubwagen stark nachgefragt.

Wir gehen derzeit davon aus, dass der Markt kurzfristig insgesamt stabil bleibt. In einigen Teilmärkten wie z.B. China, Russland und Türkei, sind jedoch möglicherweise die positiven Entwicklungen der Vergangenheit durch wirtschaftliche oder politische Risiken in Frage gestellt. Dies halten wir nach jetziger Betrachtung durch Stabilität oder Aufschwung in anderen Märkten noch für kompensierbar. Mittelfristig können Szenarien mit stärkeren Verwerfungen nicht ausgeschlossen werden.

Rolf Eiten, Clark Europe,CEO & President

Wir haben im Jahr 2015 wiederum ein positives Ergebnis in unseren Vertriebsregion Europa, Afrika und Mittlerer Osten erreicht. Auch weltweit können wir eine positive Bilanz ziehen und konnten uns im schwerer werdenden Wasser einmal mehr behaupten.

Der Trend zum Elektroantrieb nimmt weltweit immer mehr Fahrt auf. In Europa bleiben nunmehr nur noch ganze 20 Prozent des Marktes für verbrennungsmotorische Stapler übrig. Das Wachstum in den Klassen 1, 2 und 3 legt weiter sehr deutlich zu. In den Märkten mit üblicherweise hoher Nachfrage an verbrennungsmotorischen Staplern wie Middle East sowie Afrika und Russland zeichnet sich allmählich auch ein deutliches Wachstum in den Klassen 1, 2 und 3 ab. Diesem Trend müssen sich die erfolgreichen Anbieter stellen und adäquate Produkte entwickeln und anbieten.

Wir erwarten weiteres Marktwachstum in Europa. Die Nachfrage nach verbrennungsmotorischen Geräten wird sinken, was nicht zuletzt auch den hohen Auflagen bei der Abgasreinigung geschuldet ist, sowie dem Streben nach Optimierung der TCO. Moderne Assistenzsysteme werden zur Optimierung der After-Sales-Kosten eingesetzt werden.

Andreas Schumacher, CargotecGermany, Geschäftsführer

Nach dem Rückgang des Umsatzes 2013 konnte der Konzern seinen Umsatz in 2014 wieder auf 3.358 Mio. Euro um 5,3 Prozent steigern. Ebenfalls sehr erfolgreich entwickelte sich das Geschäftsjahr 2015 mit einem Umsatz von 3.729 Mio. Euro (+10 %). Im Bereich Flurförderzeuge gab es bedingt durch einen hohen Auftragsbestand zum Ende des Kalenderjahres 2014 eine Umsatzrückgang von 4,2 Prozent auf 1.487 Mio. Euro. Der Auftragsbestand aus 2014 konnte im Jahr 2015 wieder auf ein normales Niveau abgebaut werden, und so ergab sich eine Umsatzsteigerung von 10,6 Prozent auf 1.663 Mio. Euro. Die Auftragslage stellte sich insgesamt gut dar.

Die günstige Zinslage und der stetig wachsende Containermarkt mit seinen Warenflüssen stellt insgesamt eine gute Basis für die Auftragslage dar. Auch die Tendenz zu ökologisch sinnvollen Antriebssystemen erhöhte die Nachfrage bei allen Flurförderzeugen. Eine maßgebliche Rolle spielt heute die Digitalisierung und Automatisierung.

Alles entscheidend ist die weltpolitische Lage. Geht man von den heutigen Gegebenheiten aus, so ist der Markt zurzeit als gut zu bezeichnen. Mittelfristig betrachten wir den deutschen Markt als stabil und weiter leicht ansteigend. Sollten die Sanktionen in Richtung Russland aufgehoben werden, so würde dies einen besonderen Schub für die Wirtschaft bedeuten.

Michael Röbig, Hubtex Maschinenbau, Marketingleitung

Das Jahr 2015 stellte für Hubtex ein Rekordjahr dar. Durch eine deutlich gestiegene Nachfrage, insbesondere nach Mehrwegestaplern mit Elektroantrieb sowie nach Sonderfahrzeugen, haben wir ein starkes Wachstum verzeichnet. Der Umsatz stieg von rund 51,8 Millionen Euro im Jahr 2014 um gut zehn Prozent auf rund 57,2 Millionen Euro im Jahr 2015. Da wir durch den sehr guten Auftragseingang an unserem Hauptsitz Fulda an unsere Kapazitätsgrenzen gestoßen sind, haben wir Ende 2015 mit dem Ausbau unserer Produktions- und Montagehalle begonnen. Der Neubau, in dem die Produktion der Sonder- und Schwerlastfahrzeuge untergebracht werden soll, wird noch in diesem Jahr fertiggestellt.

Wir erleben unter anderem im Bereich der Sonderfahrzeuge eine immer speziellere Nachfrage. Gewünscht werden Fahrzeuge, die als »Allrounder« die Funktionen mehrerer Geräte in einem einzigen vereinen. Ein Beispiel ist etwa unsere Kommissionier-Plattform EZK. Durch einen integrierten Vakumat können Anwender oberflächenempfindliche Holzplatten sicher abheben und ablassen. Darüber hinaus ergänzen wir bei der Plattform je nach Kundenbedarf auch Funktionen für das Positionieren, Zentrieren und Binden der Waren für den Transport. Die Kommissionier-Plattform steht darüber hinaus für den erkennbaren Trend zu Industrie-4.0-fähigen Anwendungen. Mit dem Ziel, intralogistische Prozesse effizienter zu gestalten, setzen viele Kunden auf eine Automatisierung ihrer Fahrzeuge sowie auf Fahrerlose Transportsysteme.

Sowohl kurz- als auch mittelfristig erwarten wir einen weiterhin steigenden Absatz von Fahrzeugen mit Elektroantrieb sowie mit alternativen Antriebsmöglichkeiten. Eine wichtige Rolle kommt dabei Fahrerlosen Transportsystemen zu. Dem Wunsch nach Automatisierung und Halbautomatisierung entspricht Hubtex zum Beispiel mit dem frei verfahrbaren Plattformtransporter vom Typ SFB. Der rein elektrisch ausgeführte Plattformtransporter wird über eine Funkfernsteuerung bedient und bietet so deutlich bessere Automatisierungsmöglichkeiten als hydraulische Systeme. Darüber hinaus erleben wir, dass die Ausstattungswünsche immer anspruchsvoller werden. In der Folge entstehen, ähnlich dem Automobilbau, oftmals mehrere Ausführungsvarianten unserer Fahrzeuge.

Andreas Völpel, MIAG Fahrzeugbau, Verkauf

Das Geschäftsjahr 2015 lag etwas unter den Zahlen von 2014. Es konnte aber mit einem positiven Geschäftsergebnis abgeschlossen werden.

Als Marktführer explosionsgeschützter Flurförderzeuge fühlen wir uns dazu verpflichtet, den hohen Sicherheitsstandard unserer Flurförderzeuge beizubehalten. Sicherheit und Qualität haben ihren Preis. Das bedeutet, dass die MIAG Fahrzeugbau GmbH auch in Zukunft den bekannten hohen Sicherheitsstandard beibehalten wird und neben der vorgeschriebenen Einzelkomponentenabnahme auch eine Gesamtabnahme durch die Physikalisch Technische Bundesanstalt (PTB) betreiben wird.

Zu erkennen ist, dass die Mobilität der Kunden einen immer höheren Stellenwert gewinnt. Dem wird durch die MIAG-Mobilitätsgarantie Rechnung getragen.

Hier gehen wir auf die speziellen Wünsche unserer Kunden ein und bieten eine umfassende Mobilitätsgarantie.

Dem Kundenwunsch, immer größere Tonnagen zu transportieren, ist zum Beispiel durch die neue Baureihe EFU 20-60 XH nachgekommen worden. Mit diesen Geräten können bis zu 6 Tonnen bewegt werden. Die Zulassung umfasst den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen des Gas-Ex-Schutzes der Zonen 1 und 2 entsprechend der Gerätekategorie 2G beziehungsweise 3G innerhalb der Explosionsuntergruppen IIA und IIB. Weiterhin ist die Baureihe Typ EFU mit einer Zulassung für Wasserstoff-Ex-Bereiche der Untergruppe IIB + H2 verfügbar. Gabelzinkenlänge sowie -breite und -höhe können auf die jeweiligen Anforderungen abgestimmt werden, um das jeweilige Transportgut sicher zu befördern. Die Geräte können mit einer Batterieausrollvorrichtung und einem dazugehörigen Batteriewechselwagen ausgerüstet werden, damit ist ein schnelles Wechseln der Batterie im Mehrschichtbetrieb gewährleistet.

Wir verzeichnen weiterhin eine starke Nachfrage, auch aus dem asiatischen Raum, nach unseren Sonderfahrzeugen mit Mecanumantrieb auch in explosionsgeschützter Ausführung.

Nachdem das Jahr 2016 mit einem stabilen Auftragseingang gut angefangen hat, verzeichneten wir zur Mitte des Jahres einen leichten Rückgang der Auftragslage. Wir gehen jedoch davon aus, die gesteckten Ziele für 2016 zu erreichen.

Martin McVicar, Combilift, Managing Director, CEO

2015 haben wir ein Verkaufswachstum in allen unseren Exportmärkten verzeichnet, mit Ausnahme von Russland, China und Brasilien. Wer einen Stapler erwirbt, für den spielen neben anderen zwei Hauptfaktoren eine große Rolle: das sichere Produkt-Handling und die Einsparung von Raum. Außerdem gibt es eine Tendenz hin zu langfristigen Rental-Verträgen. Wenn es der jeweiligen Anwendung, auch unter Berücksichtigung von Sicherheitsaspekten, dient, entscheiden mehr Kunden statt für einen Sit-down-Truck für ein Mitgänger- oder Plattformgerät. Dann zum Beispiel, wenn weniger schwere Lasten zu bewegen sind.

Erschienen in Ausgabe: 05/2016