Bestens bedient

Konzepte Neue Wege im Wellpappenwerk: Für Prowell in Schüttorf realisierte Hörmann Logistik aus München ein vollautomatisches Kanallager.

03. April 2007

Das neue Kanallager der Spezialisten aus Bayern verfügt über eine direkte Anbindung an die Wellpappenanlage von Prowell - ein wesentlicher Pluspunkt, natürlich. Was aber wirklich zählt, ist das Gesamtkonzept. Damit wurde laut Hörmann Logistik »erstmalig in der Wellpappenbranche ein durchgängig vollautomatisches Intralogistikkonzept realisiert« - von der Wellpappenherstellung über die Zwischenpufferung der Formatware in einem automatischen Hochregallager bis zur Bereitstellung der Ware für die Beladung der LKWs.

Das Logistikkonzept von Hörmann beinhaltet ein vollautomatisches Hochregallager, das als Puffer zwischen Wellpappenhersteller (Lieferant) und Verpackungshersteller (Kunde) dient. Abgestimmt auf die Kundenanforderung ist damit ist die exakte Steuerung des Warenflusses sichergestellt. Einerseits kann Wellpappe verschnittoptimiert produziert werden, andererseits wird das Produktionsprogramm des Kunden als Maßstab für eine Anlieferung just in time herangezogen.

Spezifische Bedingungen

Bei der Konzeption des Hochregallagers war zu berücksichtigen, dass die einzulagernde Ware sowohl von den äußeren Abmessungen als auch von den Ladehilfsmitteln her stark variiert und die geforderte Ein- und Auslagerleistung mit 120 bzw. 150 Units pro Stunde so hoch war, dass auch im Lagerverwaltungs- und Steuerungssystem für intelligente Strategien gesorgt werden musste.

Mit und ohne Palette

Die Abmessungen der Ladung im Schüttorfer Wellpappenwerk bewegen sich zwischen 1.200 x 800 mm und 2.500 x 1.800 mm bei einer Höhe bis 2.200 mm. Als Ladehilfsmittel werden Holzpaletten verwendet, und zwar bis zu drei Paletten nebeneinander für einen großformatigen Stapel. Allerdings wird auf Ladehilfsmittel auch gänzlich verzichtet. In diesen Fällen werden palettenlose Stapel eingelagert.

Mit Blick auf die Neukonzeption der Intralogistik im Schüttorfer Werk von Prowell mussten die Spezialisten von Hörmann Logistik all diese Gegebenheiten berücksichtigen. Für ihre individuellen Intralogistiklösungen bekannt, gelang es den Fachleuten aus München aber auch in Schüttorf, ein ebenso effizientes wie wirtschaftlich kluges Konzept zu verwirklichen.

Das neue Warehouse mit bis zu 13.000 Stellplätzen wurde als dreigassiges Kanallager konzipiert. Mit dieser speziellen Lagertechnik lassen sich mehrere Wellpappenformate hintereinander in die bis zu zehn Meter langen Kanäle einlagern. Vorwiegend das mittlere Regalbediengerät (RBG) befüllt die Kanäle. Die Ladeeinheiten werden vor der Einlagerung vermessen, zentriert und ausgerichtet. Danach wird entschieden, ob längs oder quer eingelagert werden soll. Nur von den beiden äußeren Regalbediengeräten werden Ladeeinheiten auf die Versandbahnen ausgelagert. Die äußeren RBGs leeren also die Kanäle, die hauptsächlich das mittlere Regalbediengerät zuvor befüllt hat. Die RBGs sind jeweils mit einem speziell für diesen Anwendungsfall konstruierten Kanalfahrzeug ausgestattet. Wellpappenstapel können damit längs oder quer eingelagert werden, egal ob auf Europalette, Einwegpa-lette oder ganz ohne Palette.

Die Einlagerung der Stapel ins Lager folgt einem intelligenten Muster, das auf dem Lagerverwaltungs- und Steuerungssystem von Hörmann Logistik (Intra Logistics System Hi LIS) hinterlegt ist. Für das Projekt bei Prowell wurden die Verwaltungs- und Steuerungsstrategien komplett neu definiert und implementiert.

Erschienen in Ausgabe: 02/2007