Beumer goes to Mexico

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Verpackungslinie - Der mexikanische Zementhersteller Cooperativa La Cruz Azul benötigte eine komplette Verpackungslinie: die Beumer Group lieferte diese aus einer Hand.

04. September 2018
© Beumer Group
Bild 1: Beumer goes to Mexico (© Beumer Group)

Gigantische Brücken, Hochhäuser, Straßen, U-Bahn- und Abwassertunnel: Mexiko baut fleißig. Das Land ist nach Brasilien der zweitgrößte Zementmarkt Lateinamerikas. Um sich gegen nationalen und internationalen Wettbewerb zu behaupten, entwickeln mexikanische Zementproduzenten immer hochwertigere Materialien. Zu diesen Herstellern gehört die Cooperativa La Cruz Azul mit Hauptsitz in Mexiko-Stadt. Der Hersteller betreibt im Land vier Werke und stellt pro Jahr unter anderem etwa acht Millionen Tonnen Portlandzement her.

Komplette Verpackungslinie benötigt

Um unterschiedliche Varianten seines neuen Fliesenmörtels flexibel abfüllen, palettieren und verpacken zu können – und das vollautomatisch – benötigte Cruz Azul eine komplette Verpackungslinie. Die Beumer Group lieferte alles aus einer Hand. Dazu gehört auch die Abfüllanlage Beumer fillpac R, die an die Abfüllung verschiedener Materialien angepasst ist. Um die Materialien noch effizienter abzufüllen, ist sie mit dem Sackaufstecker Beumer bag placer ausgerüstet.

»Der Betreiber kann die erforderlichen Parameter für die unterschiedlichen Produkte schnell und einfach ändern und das jeweilige Material effizient in die zwei- bis vierlagigen Papierventilsäcke abfüllen«, beschreibt Projektleiter Ralph Buchholz, Geschäftsführer von Beumer de México. La Cruz Azul und Beumer waren sich schnell über Umfang der kompletten Verpackungslinie und Terminierung einig und unterzeichneten den Vertrag. »Cruz Azul legte sehr viel Wert auf das Qualitätssiegel ›Made in Germany‹«, erzählt Buchholz. »Die Verantwortlichen reisten sogar eigens an unseren deutschen Hauptstandort in Beckum, um die Maschinen persönlich abzunehmen.« Die Installation übernahmen drei Beumer-Mitarbeiter aus Deutschland und einer aus Mexiko.

»Dabei mussten wir die Linie in eine bestehende Gebäudestruktur und die vorhandene Silotechnik einbinden«, berichtet Buchholz. »Diese Herausforderung konnten meine Kollegen meistern, weil sich unsere Lösungen nicht nur technisch, sondern auch an bauliche Gegebenheiten anpassen lassen.« Beim Beumer fillpac galt es für die Ingenieure zum Beispiel, die Aufhängung zu überarbeiten.

Füllungsgrad sichergestellt

Der Beumer fillpac R arbeitet nach dem Turbinenfüllprinzip mit acht rotierenden Füllstutzen. Damit kann er den teilweise sehr feinen Fliesenmörtel sicher handhaben. Die rotierende Füllturbine zeichnet sich durch Schnelligkeit und maximalen Materialdurchsatz aus. »Die Säcke werden während des Füllvorgangs verwogen«, erklärt Buchholz.

Dazu ist der Beumer fillpac mit einer eichfähigen elektronischen Wägeeinrichtung ausgestattet. Diese stellt sicher, dass die Anlage die Säcke stets mit der gleichen Menge füllt. Eine spezielle Software ermöglicht den permanenten Abgleich des Gewichts zwischen Füllstutzen und Waage. Stimmt das ermittelte Gewicht nicht, werden die Säcke automatisch ausgeschleust. Kurz vor der Materialrückführung werden sie über eine Rutsche geleitet und aufgerissen.

Das Material wird aufgefangen und über sogenannte Rückmehlschnecken sowie ein Becherwerk dem Prozess wieder zugeführt.

Die Anlage ist modular aufgebaut. »Weil das Material sehr fein und flüchtig ist, haben wir die Baureihe mit dem neuen Sackaufstecker der Baureihe Beumer bag placer ausgestattet«, sagt Buchholz. Dazu kommt ein Sackbündelmagazin für 700 Säcke.

Servomotoren treiben die Antriebsleiste und den Sauggreifer automatisch positionsgenau und energieeffizient an. Das Greif- und Aufstecksystem schießt die Säcke vom Stapel auf den Füllstutzen. Pro Stunde lassen sich so 1.800 Säcke mit einem Füllgewicht von 25 Kilogramm oder 2.250 Säcke mit jeweils 20 Kilogramm füllen.

Einfacher Produktwechsel

»Den Beumer bag placer kann der Betreiber auch an andere Sackformate anpassen«, erklärt Buchholz. Um die Säcke anschließend vollautomatisch, zuverlässig und vor allem schnell zu palettieren, installierte die Beumer Group einen Lagenpalettierer vom Typ Beumer paletpac. Dieser kann 2.600 Säcke in der Stunde im Zehner- oder 2.500 Säcke im Achter-Verband auf Paletten mit den Maßen 1.220 x 1.020 x 245 Millimeter stapeln – und das laut Beumer präzise und schonend. »Dafür sorgt eine Doppelbanddrehvorrichtung, die die Säcke formstabil in die geforderte Lage dreht«, erläutert Buchholz.

Was die Positioniergenauigkeit anbelangt, bietet diese nach Angaben des Unternehmens einen immensen Vorteil gegenüber herkömmlichen Drehverfahren, denn die Anlagenkomponente bewegt die Säcke, ohne sie mechanisch zu verformen: Zwei parallel angetriebene Gurtförderer fahren mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten und drehen so die Säcke schnell an den gewünschten Platz. Die intelligente Steuerung der Doppelbanddrehvorrichtung bezieht die Maße und Gewichte der gefüllten Säcke mit ein. Damit erreicht sie eine exakte Positionierung, die durch die jeweiligen Packmuster vorgegeben ist. »Bei Produktwechsel ist hier keine Anpassung erforderlich«, so Buchholz.

Schnell und sicher verpackt

Über Rollenbahnen gelangen die fertigen Sackstapel zur Verpackungsanlage Beumer stretch hood A. Diese verpackt hier in der Stunde 110 Palettenstapel mit einer Stretchfolienhaube mit Stärken von 40 bis 100 Mikrometer. »Das hängt von der Variante des Fliesenmörtels ab«, erklärt Buchholz. »Die Verpackung schützt die Produkte bei Lagerung und langen Transportwegen vor Staub und Feuchtigkeit und sorgt zudem dafür, dass die Säcke fest auf der Palette bleiben – ohne zu verrutschen.«

Um die Arbeit für das Wartungspersonal zu erleichtern und damit auch eine höhere Verfügbarkeit der Anlage sicherzustellen, kommt die Verpackungsanlage komplett ohne Bühne aus. Instandhaltungsarbeiten wie das Wechseln der Messer oder der Schweißbalken erfolgen auf Bodenniveau. Ein weiterer Vorteil liegt laut Beumer in der kompakten Bauweise und der damit einhergehenden geringen Bauhöhe und Aufstellfläche. »Die Beumer stretch hood A ist sehr energieeffizient«, betont Buchholz. So führt ein materialschonendes Folientransportsystem die zuvor zugeschnittene und verschweißte Folienhaube der Anlage zu. Ihre Schweißnaht kühlt bereits auf dem Weg zur Reff- und Stretcheinheit ab. Diese kann ohne Zeitverlust aufgerefft werden. Damit sind weder eine energieaufwendige Kühleinheit noch effizienzmindernde Kühlzeiten erforderlich. Die Paletten lassen sich deshalb mit dieser hohen Taktung verpacken.

Verfügbarkeit im Blick

Die Linie arbeitet rund um die Uhr. Damit kann der Zementhersteller seine geplante Produktionskapazität erreichen. Um den reibungslosen Betrieb sicherzustellen, ist der Systemanbieter mit Fachleuten nah am Kunden – und kann bei möglichen Störungen oder Ausfällen sofort eingreifen. Auch die entsprechenden Ersatzteile sind vor Ort. Damit die Kunden von La Cruz Azul auch weiterhin fleißig bauen können. 

Erschienen in Ausgabe: 04/2018