»Bin voll, bitte abholen!«

Smarte Tonne - Die Deutsche Telekom kooperiert mit dem Logistik-Dienstleister Rhenus und Fraunhofer IML. Eine intelligente Datentonne misst ihre Füllmenge selbst und wird bei Rhenus in der Aktenvernichtung genutzt. Ende des Jahres gehen weitere 100.000 Tonnen an den Start.

10. September 2019
»Bin voll, bitte abholen!«
Die intelligenten Behälter erkennen ihre Füllstände und koordinieren ihre eigene Leerung – dank Sensor. (© Deutsche Telekom)

Der Logistik-Dienstleister Rhenus und die Telekom kooperieren bei der »smarten Datentonne«. Diese intelligenten Behälter erkennen ihre Füllstände und koordinieren ihre eigene Leerung. Dabei hilft ein Sensor. Rhenus testet derzeit 1.000 der intelligenten Behälter. Ab Ende 2019 sollen 100.000 Geräte an den Start gehen. Die intelligente Tonne ist die erste gemeinsame digitale Lösung vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML, Rhenus und der Telekom. Entwickelt wurde sie im gemeinsamen Enterprise Lab in Dortmund. Das Maschinen- und Sensorennetz (NarrowBand IoT, kurz NB-IoT) der Telekom überträgt dabei die Messwerte in die Software-Plattform Cloud of Things.

Wie voll ist der Behälter?

Zum Einsatz kommen die Behälter zunächst in der Rhenus-Aktenvernichtung. Rhenus muss sensible Daten von Unternehmen und Personen fachgerecht entsorgen. Dabei helfen vernetzte Sensoren an den Behältern. Sie übertragen die aktuellen Fülldaten in die Telekom-IoT-Plattform »Cloud of Things«. Wird eine kritische Füllhöhe erreicht, erhält der zuständige Disponent einen Alarm. So kann Rhenus die Abholungen effizienter planen. Das Unternehmen vermeidet unnötige Fahrten und spart Kraftstoff. »Rhenus kann mit den Sensordaten punktgenau Abholungen und Entsorgungen planen«, sagt Rami Avidan, verantwortlich für das Internet-der-Dinge-Geschäft bei T-Systems. »Unsere IoT-Plattform Cloud of Things stellt dafür die Daten nutzerfreundlich bereit.

Prozesse lassen sich so leichter abbilden und steuern. Unternehmen können vorausschauend Kosten reduzieren.«

Rhenus setzt auf das Maschinen- und Sensorennetz NB-IoT der Telekom. Der Sensor sendet fünf bis acht Jahre mit der eingebauten Batterie. NB-IoT durchdringt Gebäude und Keller zuverlässig tief. »Die Digitalisierung ist heute fester Bestandteil unserer Logistikprozesse. Nur mit innovativen Lösungen, wie wir sie hier gemeinsam mit unseren Partnern Fraunhofer IML und Telekom entwickelt haben, können wir die Potenziale der Logistik 4.0 nutzen. Der neu entwickelte Füllstandmesser leistet hierbei einen passenden Beitrag, da er die Geschäftsabläufe im Sinne unserer Kunden optimiert«, sagt Stephan Peters, Vorstandsmitglied der Rhenus-Gruppe.

Digital beschleunigen

Professor Michael ten Hompel, geschäftsführender Institutsleiter am Fraunhofer IML, bekräftigt: »NarrowBand IoT wird massentauglich. Zusammen mit Rhenus und Telekom haben wir diesmal einen Ultra-Low-Power-Sensor für die Entsorgung entwickelt. Er ist 5G-kompatibel und ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu vollständig digitalisierten Prozessketten im Sinne eines Internet der Dinge. Solche Technologien sorgen in Kombination mit der richtigen digitalen Infrastruktur für die nötige Beschleunigung in Richtung einer Silicon Economy.«

Erschienen in Ausgabe: 04/2019
Seite: 45