Clark will jetzt wieder wachsen

Spezial

Unternehmen Nach beeindruckendem Wachstum in Folge blickt Clark Europe auf ein schwieriges Jahr 2009 zurück. Im laufenden Geschäftsjahr aber will die Mannschaft aus Mülheim zurück zu erfreulichen Zahlen.

24. Februar 2010

Vom Rückgang des Umsatzes mit Neugeräten war Clark im Geschäftsjahr 2009 in ähnlicher Weise betroffen wie seine Wettbewerber. So lag die Auslieferungsquote von Clark-Geräten im Jahr 2009 um 43 Prozent unter Vorjahresniveau. Beim Umsatz musste Clark Europe einen Rückgang von 31 Prozent hinnehmen (Clark-Gruppe weltweit: minus 44 Prozent). Der Auftragseingang ging um 51 Prozent zurück. Für das Geschäftsjahr 2009 rechnet Clark Europe mit einem EBIT (Ergebnis vor Steuern) von minus 150.000 Euro. Erfreut dagegen verweist man beim Stapleranbieter in Mülheim/Ruhr darauf, »dass Clark Europe im Jahr 2009 erneut Marktanteile hinzu-gewinnen konnte und keine Entlassungen vornahm, sondern zwei neue Stellen im Unternehmen schuf«.

Der Blick geht nach vorn

Überhaupt schaut man bei Clark optimistisch in die Zukunft. So rechnet man für das Geschäftsjahr 2010 mit einer Steigerung beim Neugeräte-Verkauf in Höhe von 33 Prozent. Der Umsatz soll nahezu wieder das Niveau von 2008 erreichen und sich bei einem Plus von 36 Prozent gegenüber 2009 einpendeln. Die erwartete Trendwende soll sich natürlich auch in schwarzen Zahlen ausdrücken. Für 2010 rechnet Clark Europe mit einem positiven EBIT von 850.000 Euro.

Notwendige Anpassungen

Keine Frage: Die Staplerspezialisten aus dem Revier blicken guten Mutes nach vorn. Dennoch wirkt die negative Entwicklung der Märkte nach. Clark Europe-Geschäftsführer Egon Strehl: »Obwohl wir im Vergleich zum Wettbewerb noch respektable Ergebnisse erzielen konnten, zwangen uns die weltweite Wirtschaftskrise und die massive Nachfrageschwäche zu Anpassungsmaßnahmen. Wir mussten gesteckte Ziele nach unten korrigieren, Pläne zeitlich verschieben und Maßnahmen wie Kurzarbeit ergreifen. An unserer strategischen Zielsetzung aber hat sich nichts geändert.« Vor diesem Hintergrund etablierte Clark Europe in Mülheim trotz Rezession eine Forschungs- und Entwicklungsabteilung, um europäische Trends in der Flurförderzeug-Branche früh erkennen und umsetzen zu können.

Große Nähe zum Kunden

Vom weiteren Wachstumskurs von Clark zeugt auch das neue Dealer Support Center (DSC) im französischen Lyon. Bei der Eröffnung des DSC im Oktober 2009 unterstrich S. S. Baik, Repräsentant der Clark-Eigner-familie, die Bedeutung des Stützpunktes beim Bemühen um möglichst große Nähe zum Kunden: »Gerade in schwierigen Zeiten ist es wichtig, unseren Partnern zu zeigen, dass wir sie mit ihren Fragen und Problemen nicht allein lassen.« Das, so Baik, gelte für alle Märkte. Daher seien für die nächsten Jahre weitere Support Center im Nahen Osten, in Osteuropa und Großbritannien geplant: »Die Krise wird uns nicht davon abhalten, unseren Expansionskurs fortzuführen.« Dafür allerdings, weiß Clark-Europe-Geschäftsführer Egon Strehl, müssen die Rahmenbedingungen stimmen: »Wenn uns die Krise eines gelehrt hat, dann, dass nichts wirklich plan- und vorhersehbar ist. Und so hängen die Umsetzung der gesetzten Ziele und unsere weitere Entwicklung von der Beruhigung und Stabilisierung der Märkte ab.«

Ungeachtet der immer noch ungewissen Entwicklung der Märkte plant Clark für die nächsten drei Jahre Investitionen in Höhe von 8,5 Millionen US-Dollar. Damit soll u.a. die Neu- beziehungsweise Weiterentwicklung neuer Elektrostapler mit vier bis fünf Tonnen Tragkraft und der Launch neuer 3-Rad-Trucks vorangetrieben werden.

Erweiterung der Produktpalette

Überhaupt hat Clark sich für die Zukunft einiges vorgenommen. So will das Unternehmen auch seine Position als Komplettanbieter ausbauen und die Produktpalette im Elektro- und Verbrennerbereich kontinuierlich erweitern. Hinzu kommt ein breiteres Angebotsspektrum im Bereich der Lagertechnik-Geräte. Weiter in Planung ist aber auch der Aufbau einer Fahrzeugmontage in Deutschland. Diese war bereits für 2009 vorgesehen gewesen, musste aber wegen der wirtschaftlichen Gesamtsituation um zwölf Monate verschoben werden. Jetzt sollen Clark-Geräte ab Ende 2010 in Deutschland montiert werden – allerdings nur, wenn die konjunkturelle Entwicklung es zulässt.

Händlernetz wächst weiter

Das besondere Augenmerk von Clark Europe gilt auch künftig seiner Händlerorganisation. Geschäftsführer Egon Strehl: »Wir können nur zusammen mit unseren Händlern wachsen, deshalb wollen wir unser Vertriebsnetz in Europa, dem Nahen Osten und Afrika noch stärker ausbauen.«

Die Stärkung der Organisation liegt auch Rolf Eiten, bei Clark Europe verantwortlich für den Bereich Sales & Marketing, am Herzen: »Wir bemühen uns, über mehr Händler und damit mehrClark-Verkäufereine bessereMarktabdeckung zu erreichen. Logische Konsequenz ist ein höheres Volumen, wobei Qualität immer vor Quantität geht. Das ist ein ungeschriebenes Gesetz hier im Hause.« Das Bemühen von Clark Europe um mehr Händler hat bereits zahlreiche Früchte getragen. Mittlerweile hat das Unternehmen in Europa, dem Nahen Osten und Afrika rund 130 Händler. Auch die Produktpalette wächst ständig, nicht zuletzt auf dem Gebiet der Lagertechnik-Geräte. »Clark«, freut Rolf Eiten sich, »bietet, was der Markt vor allem anderen braucht: robuste, funktionale Gabelstapler zu wettbewerbsfähigen Preisen. Es kommt nicht von ungefähr, dass wir bei einer Studie der US-Fachzeitschrift Modern Materials Handling Platz 1 in der Kategorie Preis-Leistungs-Verhältnis belegen konnten.«

Mehr Marktanteil fest im Blick

Für die Zukunft räumt Rolf Eiten seinem Haus gute Chancen ein: »Wir haben sowohl das nötige Image als auch das technologische Potenzial, um weiter Marktanteile hinzuzugewinnen. In Osteuropa wollen wir unsere Präsenz stärken, speziell in Russland und der Ukraine. Erhebliche Wachstumschancen sehe ich nach wie vor aber auch im Nahen Osten und in Nordafrika.«

Damit Clark die Märkte optimal bedienen kann, betreibt das Unternehmen eine aktive F&E-Politik. Abteilungen für Forschung und Entwicklung unterhält Clark in den USA, in China, Deutschland und Südkorea. Für die Entwicklungsarbeit in Europa ist Andreas Krause mit Sitz in Mülheim verantwortlich. Krauses Fokus liegt dabei klar auf der Entwicklung von Elektrostaplern: »Derzeit befassen wir uns mit einer Erweiterung der Vierrad-Elektrobaureihe GenEX.« Hat Clark bisher 48-V-Modelle mit Tragkräften von 1,6 bis 3 Tonnen im Programm, soll die Palette nun um den 80-V-GenEX mit AC-Antriebsmotoren, nassen Lamellenbremsen und Tragkräften von 4 bis 5 Tonnen erweitert werden. Im Sinne der Kunden müssen die Entwickler dabei immer beides im Blick haben: den Anschaffungspreis genauso wie die durch den Betrieb des Geräts verursachten Kosten. Als Entwicklungsprämissen gelten die Verringerung des Energiebedarfs der Geräte, ein intaktes Preis-Leistungs-Verhältnis und geringe Betriebs- bzw. Wartungskosten.

Hohe Wirtschaftlichkeit

Obwohl das besondere Augenmerk von Clark Europe den Elektrostaplern gilt, tut sich auch bei den Verbrennern immer wieder Neues, etwa in der GEN2-Baureihe. Auch hier geht es um die Ergänzung der Produktpalette, und zwar um Diesel- und Treibgasstapler mit Tragkräften von 4 bis 5,5 Tonnen. Genau wie die Elektrogeräte sollen auch diese Stapler den Nutzer durch hohe Wirtschaftlichkeit und Effizienz überzeugen.

Daten & Fakten

Die Clark Europe GmbH hat ihren Sitz in Mülheim an der Ruhr. Geschäftsführer des Unternehmens ist Egon Strehl.

Das Unternehmen möchte mit einer breiten Produktpalette ein möglichst großes Anwendungsspektrum abdecken. Neben Staplern bietet es auch Lagertechnik-Geräte an.

Für das Geschäftsjahr 2010 rechnet Clark Europe beim Neugeräte-Verkauf mit einer Steigerung von 33 Prozent.

Erschienen in Ausgabe: 01/2010