»Dafür braucht es Investitionen«

Interview - TGW errichtet für den Kaffeemaschinen-Spezialisten Thermoplan ein hoch automatisiertes Shuttle-Lager. Im Interview erläutert Thermoplan-CEO Adrian Steiner die Hintergründe für die Entscheidung zur Automatisierung und berichtet, warum sein Unternehmen auf eine stufenweise Einführung gesetzt hat.

18. Oktober 2019
THERMOPLAN AG, Marketing
(© Thermoplan)

Herr Steiner, welche Herausforderungen bringt das B2B-Geschäft für Thermoplan mit sich – und was bedeutet das für Ihre Intralogistik?

Das Wichtigste für uns ist: Wir glauben an den Produktionsstandort Schweiz. Damit wir hier auch morgen und übermorgen erfolgreich sein können, braucht es Investitionen in die Automatisierung des Materialflusses. Das bringt natürlich auch eine Effizienzsteigerung mit sich.

Was waren die Gründe für die Umstellung von einem manuellen Lager auf ein Shuttle-Lager?

Bei der Entscheidung hat unter anderem das wachsende Marktvolumen eine Rolle gespielt, der tägliche Kaffeekonsum steigt seit Jahren. Unsere Kunden profitieren von dieser Entwicklung – und Thermoplan wächst mit ihnen. Die Kaffeemaschinen müssen zuverlässig funktionieren, daran werden wir von unseren Kunden letztlich gemessen. Um diesen Anspruch an das Qualitätsmanagement weltweit erfüllen zu können, muss auch die Intralogistik perfekt funktionieren. Zum Beispiel, um die Rückverfolgbarkeit der Komponenten und Produkte sicherzustellen.

Von früher manuell auf heute voll automatisiert: Was bedeutet das für Thermoplan?

Vor dreieinhalb Jahren haben wir uns für die Automatisierung der Intralogistik entschieden und mit einem externen Berater einen Masterplan entwickelt. Wir sind schrittweise vorgegangen und haben zuerst eine neue Software eingeführt, mit der wir den Materialfluss steuern. Das hat auch die Art, wie wir arbeiten, verändert. Der nächste Schritt war daher die intensive Weiterbildung unserer Mitarbeiter. Als dritter Schritt folgt jetzt die eigentliche Automatisierung mit einem Shuttle-Lager von TGW. Als kleines Familienunternehmen ist das eine anspruchsvolle Investition für Thermoplan – und eine Herausforderung. Bei einem solchen Projekt braucht man fachliches Know-how und einen Partner, auf den man sich verlassen kann. Das war einer der Gründe, warum wir TGW ausgewählt haben.

»Um unsere Ansprüche zu erfüllen, muss die Intralogistik perfekt funktionieren.«

— Adrian Steiner, CEO von Thermoplan

Was waren die Herausforderungen bei der Planung beziehungsweise der Anbindung des Shuttle-Lagers an die bestehenden Gebäude?

Wir wollten eigentlich einen Bau errichten, in den auch das Shuttle-Lager integriert werden sollte. Bei der benötigten Größe des Systems mussten wir aber schnell feststellen, dass sich das auf der vorhandenen Fläche nicht umsetzen ließ. Daher haben wir das Shuttle als separates Gebäude errichtet und es mit einer Passerelle an das bestehende Werk angebunden.

Können Sie uns die Highlights des Anlagenkonzepts beschreiben?

Wir werden über 40.000 Tablare im Shuttle haben, die Halle selbst hat ein Volumen von 27.000 Quadratmetern – das alleine ist schon beeindruckend. Die 100 Stingray-Shuttles im kommenden Jahr automatisch hin- und herfahren zu sehen, wird großartig: Darauf freue ich mich schon sehr.

Welche Rolle hat die Ergonomie bei den TGW-Kommissionier-Arbeitsplätzen gespielt?

Wir legen traditionell großen Wert darauf, dass unsere Mitarbeiter gesund bleiben: Das ist das Wichtigste für uns. Dementsprechend bemühen wir uns um eine ergonomische Arbeitsumgebung: Das geht von der Akustik über die Lichtverhältnisse und die Arbeitshöhe bis hin zur ergonomischen Gestaltung der höhenverstellbaren Kommissionier-Arbeitsplätze von TGW.

Erschienen in Ausgabe: 05/2019
Seite: 59 bis 68