Nachhaltigkeit

Daimler will CO2-neutrale Nutzfahrzeuge

Neue Lkw und Busse in Europa, Japan und Nafta sollen bis 2039 im Fahrbetrieb („tank-to-wheel“) CO2-neutral sein. Das hat Daimler bekannt gegeben.

29. Oktober 2019
Der schwere Lkw Mercedes-Benz eActros mit einer Reichweite von bis zu 200 km ist im Rahmen der eActros „Innovationsflotte“ im intensiven Kundeneinsatz in Deutschland und der Schweiz. 

The Mercedes-Benz eActros heavy-duty truck, with a range of up to 200 km, is in intensive use by customers in Germany and Switzerland as part of the eActros “innovation fleet".
Der schwere Lkw Mercedes-Benz eActros mit einer Reichweite von bis zu 200 km ist im Rahmen der eActros „Innovationsflotte“ im intensiven Kundeneinsatz in Deutschland und der Schweiz. (© Daimler)

Daimler Trucks & Buses strebt bis zum Jahr 2039 an, in den Triademärkten Europa, Japan und Nafta nur noch Neufahrzeuge anzubieten, die im Fahrbetrieb („tank-to-wheel“) CO2-neutral sind. Bereits bis zum Jahr 2022 soll das Fahrzeugportfolio von Daimler Trucks & Buses in den Hauptabsatzregionen Europa, USA und Japan Serienfahrzeuge mit batterieelektrischem Antrieb umfassen. Bis zum Ende des nächsten Jahrzehnts wird Daimler Trucks & Buses sein Fahrzeugangebot zusätzlich um wasserstoffbetriebene Serien-Fahrzeuge ergänzen. Daimler Trucks & Buses feierte erst diese Woche die Weltpremiere des Brennstoffzellen-Prototyps „Vision F-Cell“ der Marke FUSO auf der Tokyo Motor Show in Japan und verstärkt damit seine Aktivitäten im Bereich Wasserstoff. Darüber hinaus werden alle europäischen Werke von Daimler Trucks & Buses bis zum Jahr 2022 CO2-neutral sein. Alle weiteren Werke werden folgen.

Martin Daum, im Vorstand der Daimler AG verantwortlich für Lkw und Busse, sagte dazu auf seiner Keynote auf dem Deutschen Logistik-Kongress in Berlin Ende Oktober: „Bei Daimler Trucks & Buses bekennen wir uns klar zu den Zielen des Pariser Klimaschutz-Übereinkommens und damit zur Dekarbonisierung unserer Branche. Ein CO2-neutraler Transport auf den Straßen bis 2050 ist unser ultimatives Ziel. Dies ist nur dann erreichbar, wenn für unsere Kunden bei Kosten und Infrastruktur wettbewerbsfähige Bedingungen für CO2-neutralen Transport geschaffen werden. Da für eine vollständige Flottenerneuerung bis 2050 rund zehn Jahre nötig sind, ist es unsere Ambition, bis zum Jahr 2039 komplett ‚tank-to-wheel‘ lokal CO2-neutrale Neufahrzeuge in der Triade anzubieten. Wirklich lokal CO2-neutraler Transport funktioniert nur mit batterieelektrischem Antrieb oder auf Basis von Wasserstoff. Wir haben uns als erster Hersteller konsequent der Elektromobilität bei schweren Lkw verschrieben, sind heute Vorreiter und in allen Segmenten im Kundeneinsatz.“

„Lokal CO2-neutrale Lkw und Busse sind keine Selbstläufer, denn auch im Jahr 2040 werden trotz aller Anstrengungen auf Herstellerseite die Anschaffungs- und Gesamtbetriebskosten von Lkw und Bussen mit Elektroantrieb noch höher liegen als bei Dieselfahrzeugen. Wir brauchen deshalb staatliche Lenkungseingriffe, um lokal CO2-neutrale Lkw und Busse wettbewerbsfähig zu machen. Notwendig sind insbesondere eine europaweite Umstellung und Staffelung der Maut nach CO2-Werten, wobei CO2-neutrale Fahrzeuge eine signifikante Mauterleichterung bekommen sollten, ein gezieltes Förderprogramm für Busse sowie für eine flächendeckende Lade- und Wasserstoff-Infrastruktur und auch einheitliche Standards für den Transport und das Tanken von Wasserstoff“, so Daum weiter.

Globales E-Lkw-Portfolio

Mit Elektro-Lkw sammelt Daimler Trucks nach eigenen Angaben bereits seit dem Jahr 2010 Erfahrungen und hat seit 2017 seinen ersten in Kleinserie gefertigten vollelektrischen Lkw auf dem Markt und in Kundenhand: den leichten Lkw Fuso eCanter. Mehr als 140 eCanter befinden sich bereits im Kundeneinsatz in Städten weltweit, darunter New York City, Tokio, Berlin, London, Amsterdam, Paris und Lissabon. Der schwere Lkw Mercedes-Benz eActros mit einer Reichweite von bis zu 200 Kilometern ist im Rahmen der eActros „Innovationsflotte“ im intensiven Kundeneinsatz in Deutschland und der Schweiz. Die erste Kundenübergabe erfolgte 2018. In den USA absolvieren derzeit der mittelschwere Freightliner eM2 und der schwere Freightliner eCascadia ebenfalls intensive Praxistests bei Kunden. Mit dem „Vision F-Cell“ verstärkt Daimler Trucks & Buses seine Aktivitäten im Bereich Wasserstoff. Die Marke FUSO erprobt mit dem Prototyp die Möglichkeiten der Brennstoffzellen-Technologie für unterschiedliche Nutzfahrzeuge. Der 7,5-Tonner verfügt über einen Antrieb mit einer maximalen Leistung von 135 kW. Die Reichweite beträgt bis zu 300 Kilometer. Die Architektur des elektrischen Antriebsstrangs des „Vision F-Cell“ ist grundsätzlich mit der eines batterieelektrischen Lkw vergleichbar – von einer deutlich reduzierten Batterieleistung und zusätzlichen Wasserstofftanks abgesehen.

Darüber hinaus stellt Daimler Trucks & Buses in Deutschland und Europa die Weichen für eine „grüne“ Produktion: Alle deutschen und europäischen Werke sollen bis zum Jahr 2022 über eine CO2-neutrale Energieversorgung verfügen. Alle weiteren Werke werden folgen. Das heißt konkret, dass die bestehenden Truck- und Buswerke ihre elektrische Energie nur noch aus regenerativen Quellen beziehen werden.

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