Dematic feiert 200-jähriges Bestehen

2019 jährt sich die Gründung von Dematic zum 200. Mal. In Wetter an der Ruhr hob Friedrich Wilhelm Harkort mit den Mechanischen Werkstätten Harkort & Co. 1819 den Vorläufer des Intralogistikautomatisierers aus der Taufe.

27. Februar 2019
Dematic steht ein außergewöhnliches Jahr bevor: Denn 2019 jährt sich die Gründung des international tätigen Unternehmens zum 200. Mal. © Dematic
Dematic steht ein außergewöhnliches Jahr bevor: Denn 2019 jährt sich die Gründung des international tätigen Unternehmens zum 200. Mal. (Bild: Dematic)

„Dematic blickt auf eine lange Tradition zurück. Durch unsere Innovationskraft haben wir die Geschichte der Intralogistik entscheidend geprägt. Diesen Anspruch stellen wir bis heute an uns“, sagt Rainer Buchmann, CEO Dematic Central Europe. Nachdem der erste mechanische Webstuhl 1784 die erste Phase der Industriellen Revolution einläutete, setzten auch die Mechanischen Werkstätten Harkort & Co. früh auf wasser- und dampfkraftbetriebene Produktionsanlagen. Schon 1819 entwickelte das Unternehmen den ersten dampfbetriebenen Kran und produzierte ab 1840 Hallenkräne in Serie.

Mit der Einführung der Elektrizität als Antriebskraft begann 1870 die zweite Phase der Industriellen Revolution. Der Verbrennungsmotor löste die Dampfmaschine ab und die chemische Industrie sowie die Elektrotechnik entwickelten sich zu neuen Zugbranchen. Beeinflusst von den daraus resultierenden Möglichkeiten, gründete sich 1900 mit der Stöhr Elevatorenfabrik ein weiteres Vorläufer-Unternehmen, das auf Stetigförderer, Elevatoren und Becherwerke spezialisiert war. 1922 – etwa ein halbes Jahrhundert vor Beginn der dritten Industriellen Revolution – baute das Unternehmen bereits sein erstes fahrbares Förderband. Wenige Jahre später entwickelte Stöhr die erste hängende Fördertechnik: ein Fortschritt, der eine komplett neue und effektivere Raumnutzung in den Fabriken ermöglichte. Ende der 1950er Jahre sorgte Stöhr nach Unternehmensangaben mit dem weltweit ersten Regalbediengerät für einen Paradigmenwechsel in der Intralogistik. Drei Jahre später baute das Unternehmen für Bertelsmann das erste vollautomatische Lager. Von nun an konnten dort bis zu 15.000 Aufträge täglich verarbeitet werden. Während das Unternehmen 1968 in die Stöhr Förderanlagen Salzer GmbH umfirmiert wurde, änderte es auch seinen Fokus von einem reinen Produkt- zu einem vollwertigen Lösungsanbieter. Ziel war es, Kunden Systeme für die kompletten Geschäftsprozesse zu liefern.

Startschuss der dritten Industriellen Revolution war 1970, als die erste speicherprogrammierbare Steuerung (SPS) mit dem Namen Modicon 084 auf den Markt kam. Mit dem Gerät ließen sich Maschinen und Anlagen erstmals digital steuern und regeln. Bis heute sind SPS in der Automatisierungstechnologie weit verbreitet. Drei Jahre später revolutionierte die Mannesmann AG, von der Stöhr mittlerweile übernommen worden war, mit dem weltweit ersten automatisierten Hochregallager die Bauweise von Distributionszentren. 1990 stieg das Unternehmen schließlich zum Weltmarktführer in der Fördertechnik auf. Fünf Jahre später war Mannesmann Demag der weltweit erste Komplettanbieter in der Intralogistik.

Mit der Jahrtausendwende setzte die vierte Phase der Industriellen Revolution ein, in der Cyber-physische Systeme im Vordergrund stehen. Diese sorgen für eine dezentrale und dynamische Steuerung und Vernetzung aller Komponenten über das Internet, mobile Computer und Cloud Computing. Nachdem 2005 die Dematic GmbH &Co. KG als eigenständiges Unternehmen gegründet wurde, brachte der Intralogistikautomatisierer das Dematic Multishuttle in den Markt. 2011 präsentierte Dematic das Regalbediengerät RapidStore, die Kommissionierstation RapidPick, das Multishuttle Flex und die Warehouse Management Software DC Director.

Heute gehört Dematic nach eigenen Angaben zu den führenden Anbietern integrierter Automatisierungstechnik, Software und Dienstleistungen zur Optimierung der Supply Chain. „Der größte der Erfolg unseres Unternehmens ist allerdings der Umstand, dass es uns zu jeder Zeit gelungen ist, den Markt innovativ mitzubestimmen und ebenso qualifizierte wie engagierte Mitarbeiter an uns zu binden. Ohne sie könnten wir in diesem Jahr nicht unser 200-jähriges Bestehen feiern“, sagt Buchmann. „Geprägt haben uns über all die Jahre hinweg unsere Unternehmenswerte Integrität, Kollaboration, Mut und Exzellenz.“