Der siebte Sinn im Service

Technik

Supportsystem - Die Knapp AG hat ein audiovisuelles Supportsystem entwickelt, das z.B. bei Störfällen oder bei Wartungsarbeiten zu einer schnelleren Fehlerbehebung und damit zu einer höheren Verfügbarkeit führt.

07. September 2016

Ein futuristisch anmutendes Headset mit See-Through-Display und integrierter Kamera bildet das zentrale Element des tragbaren Systems, das den Servicemitarbeiter vor Ort live mit den Spezialisten der Supportzentrale über ein Cloudsystem verbindet. In das Headset verbaut Knapp eine der kleinsten Industriekameras, die derzeit am Markt erhältlich sind: die uEye XS von IDS. Die robuste Kamera mit USB-2.0-Anschluss wiegt nur 12 Gramm, ist weniger als einen Kubikzoll klein und sorgt mit 5-MPixel-Auflösung, Autofokus und den Automatik-Features einer gängigen Digicam unter nahezu allen Bedingungen für gestochen scharfe Bilder.

Realität und virtuelle Information

Mit KiSoft WebEye, so der Name des Systems, ebnet Knapp den Weg für den siebten Sinn im Service und setzt dabei ganz auf Augmented Reality. Realität und virtuelle Information verschmelzen auf dem See-Through-Display des Headsets und ermöglichen eine schnelle und effiziente Zusammenarbeit des Technikers vor Ort mit der Supportzentrale. Knapp setzt das System im eigenen Haus zur Verbesserung seiner Supportleistungen ein, bietet es aber auch auf dem Drittmarkt an. KiSoft WebEye besteht aus einem Headset mit Minikamera, See-Through-Display, Kopfhörer und Mikrofon sowie einer Weste mit tragbarem PC, Akku und einer kabellosen Minitastatur. Tritt bei einem Knapp-Kunden ein Störfall auf oder ist eine Wartung durchzuführen, eilt ein Kundentechniker dorthin, »schnallt« sich das System um und verbindet sich mit einem Klick mit der Servicezentrale. Über die Headset-Kamera können dann die Experten live alles sehen, was der Techniker vor Ort auch sieht und per Mikro/Kopfhörer mit ihm kommunizieren. Durch das See-Through-Display wiederum sieht der Techniker vor Ort das Bild, das auch der Hotline-Mitarbeiter in der Zentrale gerade vor sich hat, was die Kommunikation weiter verbessert. Außerdem kann der Hotline-Kollege zusätzliche Informationen, wie zum Beispiel Skizzen, Videos oder Anleitungen, auf dem See-Through-Display zur Verfügung stellen. Diese Informationen werden am KiSoft-WebEye-Display des Technikers eingeblendet, so dass das Auge das Tätigkeitsfeld nie verlassen muss und er sich voll auf den aktuellen Arbeitsschritt konzentrieren kann. Missverständnisse, wie sie bei der Störfallbehebung per Telefon auftreten und zu Zeitverzögerungen oder gar einer Fehlbedienung führen können, werden durch den Einsatz des neuen Systems von vornherein ausgeschaltet. Außerdem erlaubt die Kamera das Aufzeichnen von Systemabläufen sowie von Serviceeinsätzen, zum Beispiel für einen einfachen Wissenstransfer.

Für das »Wearable System« und das Headset, mit dem sich der Servicetechniker ohne Einschränkungen bewegen kann und beide Hände frei hat, suchte man bei Knapp eine möglichst kleine und leichte Kamera mit Autofokus, die zudem mit den Vorteilen einer Industriekamera, wie Robustheit (IP30) und langfristige Verfügbarkeit, aufwarten kann. Die uEye XS von IDS – weltweit führender Hersteller von USB-Industriekameras und in der Nähe von Heilbronn in Deutschlands Südwesten beheimatet schafft diesen Spagat. Sie ist eine der kleinsten Industriekameras der Welt, nur 12 Gramm leicht und weniger als einen Kubikzoll klein (ca. 23 x 26,5 x 21,5 mm). Trotz dieser minimalen Abmessungen glänzt der Winzling mit einem schnellen Autofokus und vielen Automatikfunktionen, die sonst nur in gängigen Digicams des Consumer-Markts zu finden sind. Über einen USB-2.0-Anschluss, über den auch die Stromversorgung der Kamera erfolgt, lässt sie sich an jeden PC und jedes Notebook einfach anbinden.

Bereits ab einer Entfernung von 10 cm stellt der Autofokus scharf. Der 5-Megapixel-Aptina-CMOS-Sensor mit einer Pixelgröße von 1,4 µm liefert detailgenaue und farbtreue Bilder, wobei sieben feste Bildformate – von VGA bis 5 MPixel – ausgewählt werden können. Zudem überträgt die Minikamera Livebilder in verschiedenen Größen bis hin zur »HD-ready«-Auflösung 720p (1.280 x 720 Pixel) mit 15 Bildern pro Sekunde. In kleineren Auflösungen wird sogar eine Framerate von 30 Bilder/s erreicht.

Weiter Öffnungswinkel

Hohen Ansprüchen genügt auch die Optik. Das integrierte Objektiv besitzt einen horizontalen Bildwinkel von 53°, was einer Brennweite von 35 mm im Kleinbild-Format entspricht. Der weite Öffnungswinkel erfasst ein Bildfeld, das für viele Anwendungen ausreicht. Vor allem aber sind es die vielen Funktionen zur automatischen Bildanpassung, die die XS für den Einsatz in ständig wechselnder Umgebung empfehlen. Die schnelle Bildregelung der Kamera z.B. passt bei sich ändernden Lichtverhältnissen Parameter wie Weißabgleich und ISO (Verstärkung) automatisch an. Die uEye XS besitzt darüber hinaus eine Gegenlichtkorrektur, so dass Personen oder Gegenstände im Vordergrund auch bei Gegenlicht immer korrekt belichtet werden. In Innenräumen wirkt sich oft ein weiterer Effekt negativ auf die Bildqualität aus: Künstliche Lichtquellen wie Glühlampen und Leuchtstoffröhren erzeugen ein Flackern, das im Kamerabild störend auffällt. Eine Anti-Flacker-Funktion passt die Aufnahmeparameter für Belichtungszeit und Bildrate an und verhindert so die Störung. Neben einer automatischen Einstellung lassen sich auch die typischen Frequenzen 50 und 60 Hz wählen.

 

Den Austausch aller Bild- und Audiodaten beim KiSoft WebEye steuert eine Videokonferenz-Software mit Single-Stream-Technologie. Der Videostream mit 30 fps wird komprimiert und zusammen mit einem Audiostream zu einem Server übertragen.

Daten & Fakten

Die Knapp AG ist ein international tätiges Unternehmen auf dem Gebiet der Lagerautomation und Lagerlogistik. Das Unternehmen zählt zu den globalen Marktführern unter den Anbietern intralogistischer Komplettlösungen und automatisierter Lagersysteme.

IDS, Anbieter der uEye-XS-Kamera und weltweit führender Hersteller vob USB-Industriekameras, hat seinen Sitz in Obersulm (Baden-Württemberg) in der Nähe von Heilbronn.

Erschienen in Ausgabe: 04/2016