»Die Wartungskosten sinken um 50 Prozent«

Batterien Die italienische Supermarktkette Ali wächst. Im neuen Logistikzentrum bei Padua mit mehr als 350 elektrisch betriebenen Flurförderzeugen von Toyota Material Handling soll Batterieladetechnik von Fronius helfen, die Betriebskosten so gering wie möglich zu halten.

10. September 2019
»Die Wartungskosten sinken um 50 Prozent«
Eine Steuereinheit verarbeitet die Daten der Ladegeräte und zeigt dem Benutzer, welche Batterie am längsten vollgeladen und damit am kühlsten ist. (© Fronius)

Qualität, Verbraucherfreundlichkeit und bester Service für alle Kunden – das ist das Erfolgsrezept der italienischen Supermarktkette Ali. Das vor rund 50 Jahren von Francesco Canella gegründete Unternehmen ist heute einer der führenden Lebensmittelhändler in Norditalien. In mehr als 110 Verkaufsfilialen in ganz Venetien und der Provinz Ferrara bietet Ali seinen Kunden hochwertige und frische Produkte von ausgewählten und vertrauenswürdigen Lieferanten. Etwa 3.500 Mitarbeiter sind bei der Kette beschäftigt – und stetig werden es mehr: Denn die Ali-Gruppe befindet sich auf Expansionskurs.

Neuer Standort bei Padua

Um das eigene Wachstum langfristig zu sichern, hat das Unternehmen in ein neues Logistikzentrum investiert. Dieses befindet sich nur einen Kilometer vom Firmensitz entfernt und bietet auf einer Fläche von 30.000 Quadratmetern Platz für über 40.000 Paletten. Ali kann mit dem fertiggestellten und in Betrieb genommenen Logistikzentrum das erhöhte Versandvolumen an seine Filialen auffangen. Für den Transport setzt der Lebensmittelhändler auf einen Fuhrpark, der ausschließlich aus elektrisch betriebenen Flurförderzeugen besteht: »Unser Logistikzentrum ist nach den modernsten Grundsätzen der Energieeffizienz und Nachhaltigkeit konzipiert«, betont Generaldirektor Paolo Michelotto.

Die mehr als 350 Flurförderzeuge des Herstellers Toyota Material Handling sind Teil eines Mietpakets mit fünf Jahren Laufzeit und einem Full-Service-Vertrag. Dieser umfasst auch die Antriebsbatterien, welche die Stapler mit Energie versorgen. Das Logistikzentrum arbeitet an sechs Tagen pro Woche von 6 bis 22 Uhr in zwei Schichten: Durch diesen Umstand kommen auch Wechselbatterien zum Einsatz, damit die Flurförderzeuge während der Aufladung der leeren Batterien weiter genutzt werden können. »Das erhöht unsere Produktivität und verhindert vorzeitige Ausfälle der Akkus«, erklärt Luca Canola, Projektleiter bei Ali.

Um die Ladungsträger effizient und zuverlässig mit Energie zu versorgen, setzt das Unternehmen auf Empfehlung von Cami2, dem Vertriebspartner von Toyota, der das gesamte intralogistische System pflegt, auf Batterieladetechnik von Fronius.

»Unsere Mitarbeiter werden intuitiv zur richtigen Batterie geführt.«

— Luca Canola, Projektleiter bei Ali

Der Anbieter installierte für Ali das Informations- und Managementsystem »Cool Battery Guide Easy«. Dieses verbessert nach Angaben des Unternehmens die Auslastung des Batteriepools deutlich: Eine Steuereinheit verarbeitet die Daten der einzelnen Ladegeräte und visualisiert durch einen blauen LED-Streifen am Gerät, welche Batterie am längsten vollgeladen und damit am kühlsten ist. »Unsere Mitarbeiter werden dadurch intuitiv zur richtigen Batterie geführt«, bestätigt Canola. »Das verhindert, dass manche Akkus ununterbrochen genutzt werden und manche weniger oft. Durch diese gleichmäßige Nutzung der Batterien bleibt ihre Kapazität so lange wie möglich erhalten.«

Die Batterien schonen

Der Batterieladeraum ist mit insgesamt 44 Geräten vom Typ Selectiva in den Leistungsklassen 2kW und 8kW ausgerüstet. Diese sind dank des eigens von Fronius entwickelten Ri-Ladeprozesses nach eigenen Angaben sparsam im Stromverbrauch und schonend für die Batterien. »Bei herkömmlichen Prozessen kommt es häufig zu einer Überladung und damit auch zu einer Überhitzung der Akkus«, beschreibt Davide Miotello, National Sales Manager von Fronius Italia.

»Das wirkt sich sowohl auf die Kapazität als auch auf die Lebensdauer der Batterien negativ aus – hohe Wartungskosten und eine niedrigere Verfügbarkeit der Flotte können so vermieden werden.«

20 Prozent mehr Lebensdauer

Mit herkömmlichen Ladegeräten geht laut Fronius ein erheblicher Teil der Energie während des Ladeprozesses in Form von Wärme verloren. Anders beim Ri-Ladeprozess: Durch die Modulation des Ladestroms passt er sich nach Angaben des Unternehmens dem Innenwiderstand und damit der Kapazität, dem Alter und dem Ladezustand der Batterie an. »Das reduziert schädliche Überladungen auf ein Minimum«, sagt Davide Miotello. »Dadurch verlängert sich die Lebensdauer der Batterie um etwa 20 Prozent, die Wartungskosten sinken um 50 Prozent und der Anwender kann bis zu 30 Prozent Energie einsparen.«

Erschienen in Ausgabe: 04/2019
Seite: 30 bis 31

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