EHB mit integriertem Handling

Zeitgenaue Abläufe werden in der Dieselmotoren-Fertigung bei DaimlerChrysler durch eine Elektrohängebahn mit integriertem Handling garantiert. Um Kurbelwellen feinfühlig gesteuert in den Rumpfmotor einlegen zu können, wurde ein teilautomatisches Konzept gewählt.

23. Mai 2001

Für die Dieselmotoren-Fertigung bei der DaimlerChrysler AG im Werk Mannheim hat die Swisslog Translift, Kriens, eine teilautomatisierte Elektrohängebahn konzipiert. Um Kurbelwellen von der mechanischen Fertigung zur Montage der Rumpfmotoren zu transportieren, entstand ein geschlossenes Fördersystem für zeitgenaue Abläufe.

DaimlerChrysler, Mannheim

Branche: Motorenbau

Projekt: Transport von Kurbelwellen

Daten:

- Gewicht der Kurbelwellen: max. 150 kg

- Länge der Förderstrecke: 115 m

- Zahl der EHB-Fahrzeuge: 10

Lieferant:

Swisslog Translift, Kriens (CH)

Automatische Lastaufnahme

Zu den Hauptkomponenten zählen 115 Meter Bahnschienen, 22 Kurven, vier Weichen sowie zwei Hublifte und eine Senkstation. Hinzu kommen zehn EHB-Fahrzeuge, ausgerüstet mit automatischen Lastaufnahmemitteln und üblichen Sicherheitseinrichtungen, um selbst ein theoretisch vorstellbares Abstürzen der Kurbelwellen auszuschließen.

Sicherheit an erster Stelle

Die EHB-Transporte beginnen an z

wei parallel entsprechend den Motorenbaureihen BR 300/900 angeordneten Hubliften in der mechanischen Fertigung. Hier übernimmt das Lastaufnahmemittel bei abgesenkter Fahrzeugposition automatisch eine auf einem Prisma bereitstehende Kurbelwelle. Nach abgeschlossener Aufnahme - die bis zu 150 Kilogramm schwere Kurbelwelle hängt dann stabilisiert in zwei Lasthaken - bringt der Hublift das EHB-Fahrzeug zurück auf die Transportebene. Gleichzeitig schwenkt das fahrzeugintegrierte Sicherheitsgitter in die waagerechte Lage. Damit ist unter anderem die Bedingung erfüllt, dass die EHB-Fahrzeuge mit Last über bemannte Arbeitsplätze hinwegfahren dürfen.

Feinfühlig gesteuert

Zielstation in der Rumpfmotoren-Montage ist entweder ein Umlaufpuffer oder die direkt anzufahrende Senkstation über dem Fließband. Der automatische Betrieb endet hier bei einer Absenkposition, die es ermöglicht, die Kurbelwelle manuell, über einen Schalter feinfühlig gesteuert, in den Rumpfmotor einzulegen. Bei Fahrgeschwindigkeiten von fünf und 30 Meter pro Minute erreicht das EHB-System eine Förderleistung von 60.000 Kurbelwellen pro Jahr.

Erschienen in Ausgabe: 08/2000