Es geht um Grundsätzliches

Zwischendurch

»Die ›transport logistic‹ in München ist beides: Logistische Leistungsschau und wichtiges Forum für die Lösung anstehender Probleme«

31. März 2015

Messemacher mögen Superlative. So schreibt etwa die Messe München über die diesmal vom 5. bis zum 8. Mai stattfindende »transport logistic«: »Die ›transport logistic‹ ist die internationale Fachmesse für Logistik, Mobilität, IT und Supply Chain Management und die weltweit größte Messe für den vielschichtig strukturierten Güterverkehr auf Straße, Schiene, Wasser und in der Luft.« So weit, so gut und sicher auch richtig. Immerhin: Im Jahr 2013, dem letzten »transport-logistic«-Jahr, besuchten über 52.000 Logistik-Interessierte aus 110 Ländern die Messe. 2.000 Aussteller aus 63 Ländern präsentierten ihre Produkte und Dienstleistungen. Da darf man schon mal stolz sein. Wie in jedem »transport-logistic«-Jahr dreht sich bei dem Groß-Event in den Hallen und auf dem Freigelände der Messe München aber auch diesmal längst nicht alles um »gegenständliche« Logistik, also um mehr oder minder fassbare Lösungen wie zum Beispiel Produkte oder Dienstleistungen. Auch künftige Entwicklungen spielen im Rahmen der Münchner Logistikshow eine wichtige Rolle.

Paar Beispiele gefällig? Bitte sehr: Wie etwa steht es um die Aufteilung von Fracht auf Straße und Schiene? Und wie um die dafür notwendige Infrastruktur? Müssen moderne Maxi-Laster (an sich schon ein Thema) weiter über marode Brücken rollen? Sind Hinterlandverkehre so organisiert, dass Häfen und Transporteure effizient arbeiten können? Reichen die neu zu bauenden Lkw-Parkplätze wirklich für die notwendige Sicherheit an und auf Autobahnen aus? Verschaffen neue digitale Logistiklösungen dem Transport tatsächlich zusätzliche Fahrt? Wann endlich begreift auch der letzte Insektensammler, dass Häfen (Beispiel Hamburg) und Airports (Beispiel München) bedeutende Wirtschaftsfaktoren sind und sowohl Flussvertiefungen als auch zusätzliche Startbahnen brauchen? Der »neue« Berliner Flughafen sei wegen völliger Undurchschaubarkeit des Problemdschungels an dieser Stelle außen vor. Ansonsten aber: Fragen über Fragen. Fragen auch, deren Beantwortung schwieriger ist, als der Außenstehende sich das gemeinhin vorstellt. Merke: Über ein Problem zu reden, oder ein Problem lösen zu müssen, sind zwei verschiedene Dinge. Mindestens.

Umso wichtiger, dass es ein Forum wie die »transport logistic« gibt, auf dem sich Fachleute aus aller Welt über mögliche Lösungen der anstehenden Probleme austauschen können. Am Ende ist es doch so: Was nützen der modernste Zug, das größte Frachtflugzeug (nur am Rande: dazu zählen auch nicht fertig werdende Militärmaschinen) und der in jeder Hinsicht maximale Lkw, wenn sie, aus welchem Grund auch immer, nicht eingesetzt werden können?

Erschienen in Ausgabe: 02/2015