Herr Sjödahl, woran denken Sie im Zusammenhang mit dem 40jährigen Bestehen von BT Deutschland zuerst?

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Lars Sjödahl: In den letzten vier Jahrzehnten ist BT Deutschland stetig gewachsen, und dies soll auch weiterhin der Fall sein. Wir werden unseren Fokus aber stärker auf das Dienstleistungsgeschäft richten. Unser Komplettangebot reicht von Neugeräten bis zu Dienstleistungen im Bereich Service, Flottenmanagement, Finanzierungen, Miete und Rental.

Nach der Flaute spüren einige Staplerhersteller frischen Wind in den Segeln. Wie stellt die Situation sich für BT dar?

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LS: Auch wir merken das Wachstum am Markt, glauben aber an ein langsames, stetiges Wachstum und nicht an ein Wachstum im zweistelligen Bereich wie in der Vergangenheit. Für BT bedeutet dies größere Volumen, eine bessere Auslastung unserer Produktionsstätten und insgesamt ein besseres Ergebnis. In einem Wachstumsmarkt möchten wir unseren Markanteil in Deutschland steigern.

BT Deutschland hat seine Vertriebs- und Servicestrukturen in den vergangenen zwei Jahren grundlegend verändert. Was waren die Gründe?

LS: Unsere Organisation und Struktur war veraltet. BT Deutschland hatte viele Stützpunkte. An jedem Ort gab es ein Ersatzteillager, Mietflotten und administratives Personal. Heute sind wir zwar sogar an mehr Standorten als in der Vergangenheit vertreten, aber die administrativen Aufgaben sowie die Verkaufs- und Serviceunterstützung werden zentralisiert wahrgenommen. Diese Maßnahmen haben in einem Markt mit hohem Wettbewerb und Preisdruck zu einer Kostensenkung geführt. Wir haben die Anzahl der Verkäufer und Servicemonteure erhöht und eine bessere Marktabdeckung erreicht.

BT ist seit etwa einem halben Jahrzehnt Vollsortimenter. Welchen Anteil haben inzwischen die Gegengewichtsstapler?

LS: BT hat sich im Bereich der Gegengewichtsstapler in Deutschland gut etabliert. Die Stapler werden in Italien gebaut und sind eine schöne Mischung aus italienischem Design und robusten japanischen Komponenten mit industrieller Zweckmäßigkeit. Die Stapler gehören zu unseren Kernprodukten und sind ein

Hoffnungsträger für die Zukunft.

Baut die BT-Tochter Cesab mehr Stapler in Grün oder in Rot?

LS: Cesab baut mehr Stapler in Rot.

Welcher Effekt hat einen stärkeren Einfluß auf die Marktchancen: der Vorteil, jetzt zum Weltmarktführer zu gehören,oder der Nachteil, nicht mehr als unabhängiger Stapleranbieter auftreten zu können?

LS: Es ist besser, zum Weltmarktführer zu gehören. Der gute Name ist für BT nur von Vorteil, und wir können davon profitieren. Die Entwicklung der Produkte schreitet durch gemeinsame Aktivitäten in diesem Bereich und die verfügbaren Ressourcen schneller voran als in der Vergangenheit. Das gleiche gilt für die Herstellung der Produkte. Ich sehe grundsätzlich keinen Nachteil.

Customizing, also das Zuschneiden eines Produktes auf die sehr persönlichen Vorstellungen des Kunden, gewinnt auch im Markt der Flurförderzeuge stetig an Bedeutung. Welche Möglichkeiten hat BT, um individuelle Wünsche zu befriedigen?

LS: BT hat schon immer Wert auf den Sonderbau gelegt, und wir haben in jedem Land Möglichkeiten, Geräte auf die speziellen Wünsche des Kunden zuzuschneiden. Seit einem halben Jahr haben wir ein neues Sonderbau- Werk in Schweden.

Wird der Einsatz von IT am Fahrerarbeitsplatz weiter zunehmen, oder ist das optimale Maß schon jetzt überschritten?

LS: Der Stellenwert von IT am Fahrerarbeitsplatz wird weiter zunehmen. Wichtig ist, daß unsere Geräte von vornherein mit den richtigen Schnittstellen ausgerüstet sind. Beispiele sind unser neuer Schubmaststapler BT Reflex, unser Niederhub-Kommissionierer BT Opus OL 25 und unser Kombistapler C15.

BT bewirbt in einem aufwendigen Folder unter der Überschrift „Kaufen Sie keine Stapler“ sein Rental-Angebot. Wie hat sich in Zeiten knapper Kassen das Geschäft mit Mietfahrzeugen entwickelt?

LS: Das Rentalgeschäft hat sich sehr gut entwickelt. Unser Komplettangebot von der Kurzzeit-Miete bis hin zum Langzeit-Rental ist auch in schwierigen Zeiten erfolgreich. Unternehmen nutzen die Möglichkeit, ihr Kapital auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren. In Zukunft möchten wir diesen Geschäftsbereich eiterentwickeln und ausbauen.

Hat der Trend in Richtung Rental/Leasing Einfluß auf die eingesetzte Technik? Mehr flexible Schubmaststapler zum Beispiel statt individuell konfigurierter Schmalganggeräte?

LS: Ja, Betreiber großer Flotten nutzen häufig Standardgeräte. Viele Unternehmen brauchen Flexibilität, da ihre Auftraggeber nicht bereit sind, langfristige Aufträge zu unterzeichnen. Eine zu große Individualisierung steht der Flexibilität im Wege.

Ist die Marke BT auch in den USA präsent, oder tritt hier nur Raymond auf?

LS: BT war schon immer auf dem nordamerikanischen Markt mit der Marke BT Prime-Mover vertreten. Diese Marke wird auch unter der Regie von Raymond weitergeführt.

Gibt es eine Zusammenarbeit von BT und Raymond in Sachen Produktion, zum Beispiel auf dem Gebiet Gleichteile?

LS: Grundsätzlich gibt es einen Geräte- und Komponentenaustausch zwischen BT und Raymond. Eingeschränkt wird dies aufgrund der weiten Entfernung und unterschiedlicher Strukturen und Kundenmentalitäten in den USA und Europa. Wichtig für uns ist aber z. B. die gemeinsame Entwicklung von Steuerungssoftware.

Welche Bedeutung hat inzwischen die Produktion von Lagertechnik innerhalb des Toyota-Konzerns?

LS: Die Marke BT und die BT-Geräte, die unter dem Toyota-Label vertrieben werden, nehmen im des Toyota- Konzern einen hohen Stellenwert ein.

Können Japan und China in absehbarer Zeit zu bedeutenden Lagertechnikmärkten werden?

LS: Ja, Japan ist ein großer Markt für Lagertechnikgeräte und wird durch Toyota vertreten. Das gleiche gilt für China. Dort liegt die Organisation gemeinsam in den Händen von BT International und Toyota. Der Markt in China liefert BT ein großes Wachstumspotential für die Zukunft.