Transportlogistik

Eurogate: Wilhelmshaven legt weiter deutlich zu

Die Eurogate-Gruppe erwirtschaftete einen Jahresüberschuss von 67,3 Millionen Euro – ein Rückgang im Ergebnis von rund 20 Prozent (Bilanz 2018).

11. April 2019
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Das Eurogate Container Terminal Wilhelmshaven profitiert vom steigenden Einsatz von Großcontainerschiffen mit bis zu 23.000 TEU Transportkapazität und verzeichnet im dritten Jahr in Folge ein zweistelliges Mengenwachstum. (© Eurogate)

Eurogate hat auf seiner Jahrespressekonferenz Anfang April die Bilanz des abgelaufenen Geschäftsjahres 2018 vorgestellt. Der Konzern erwirtschaftete 2018 einen Jahresüberschuss von 67,3 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es noch 85,2 Mio. Euro. Der Rückgang im Ergebnis um 20,9 Prozent geht nach Angaben des Unternehmens im Wesentlichen auf Einmaleffekte zurück, die 2017 noch erheblich zum Ergebnis beigetragen hatten. Die Umsatzerlöse lagen mit 604,0 Millionen Euro nur knapp unter dem Wert des Vorjahres (2017: 607,9 Millionen Euro / –0,6 Prozent). Insgesamt war das Geschäftsjahr von den Auswirkungen der in den Vorjahren erfolgten Konsolidierungswelle innerhalb der Reederei-Allianzen geprägt, die für Eurogate auch positive Entwicklungen bedeuteten. Das Eurogate-Container Terminal Hamburg konnte so im zweiten Halbjahr einen deutlichen Mengenanstieg verzeichnen und den Negativtrend der beiden Vorjahre umkehren. Das Eurogate Container Terminal Wilhelmshaven profitiert vom steigenden Einsatz von Großcontainerschiffen mit bis zu 23.000 TEU Transportkapazität und verzeichnet im dritten Jahr in Folge ein zweistelliges Mengenwachstum. Der stetig steigende Kostendruck auf Seiten der Reedereien und der anhaltende Trend in der Schiffsgrößenentwicklung stellen die Häfen und deren Betreiber nach Eurogate-Angaben jedoch weiterhin vor große Herausforderungen.

Michael Blach, Vorsitzender der Eurogate-Gruppengeschäftsführung, kommentierte das Ergebnis: „2018 war für uns ein spannendes und wiederum herausforderndes Geschäftsjahr, welches wir aber letztlich mit einem akzeptablen Ergebnis abschließen konnten. Die umfangreichen Veränderungen durch die Restrukturierung der Allianzen haben wir als Chance verstanden und bestmöglich genutzt. Wir können mit den Zahlen für 2018 zufrieden sein, dürfen uns aber mit dem Erreichten nicht zufriedengeben. Der Wettbewerbsdruck unter den Reedern wird weiter steigen und stellt uns auch in Zukunft vor große Herausforderungen.“

Konkret sahen die Zahlen wie folgt aus: In Bremerhaven blieb der Containerumschlag mit gut 5,47 Mio. TEU auf konstantem Niveau (Vorjahr: 5,54 Mio. TEU / –1,3 Prozent). Die Fahrplanwechsel der Reederei-Allianzen im April/Mai 2018 haben sich an diesem Standort nicht nennenswert ausgewirkt. Die weiteren Aussichten werden zwar durch den Abzug von vier Transatlantik-Diensten der THE Alliance zum Jahresbeginn 2019 nach Hamburg-Altenwerder getrübt, aber die Entwicklungen am NTB North Sea Terminal Bremerhaven und bei MSC Gate sind laut Eurogate vielversprechend und können den Umschlagsverlust unter Umständen mittelfristig weitgehend kompensieren. Am Container Terminal Hamburg sank der Umschlag zwar leicht um insgesamt 3 Prozent auf knapp 1,64 Mio. TEU (Vorjahr: 1,69 Mio. TEU), aber die Integration von Hamburg Süd in den Maersk-Konzern und die erfolgreiche Akquisition von Hyundai Merchant Marine als neuen Kunden haben den durch strukturelle Veränderungen bei den Reederei-Allianzen bedingten Negativtrend der vergangenen Jahre gestoppt. Somit stieg die Auslastung des Terminals nach einem schwachen ersten Halbjahr mit Rückgängen von noch rund 16 Prozent im zweiten Halbjahr wieder deutlich an. Seit Januar 2019 läuft darüber hinaus ein großer Asien-Dienst der Ocean Alliance das Eurogate-Terminal an und trägt zu einer deutlich verbesserten Auslastung bei.

Das Eurogate Container Terminal Wilhelmshaven zeigte in 2018 mit einem Zuwachs von 18,3 Prozent im dritten Jahr in Folge ein zweistelliges Wachstum. 2018 wurden hier über 655.000 TEU umgeschlagen. Der regelmäßige Anlauf eines Westafrika-Dienstes von Maersk, die neue Rolle als „Last Port of Call“ eines Fernost-Dienstes der 2M-Allianz sowie die Ganzjahreswirkung des unterjährig im Jahr 2017 akquirierten Fernost-Dienstes der OCEAN Alliance waren für die neuerliche Steigerung des Gesamtumschlags ausschlaggebend. Negativ beeinflusst werden die Umschlagszahlen 2018 durch deutliche Rückgänge an den Transshipment-Terminals in Italien. Vor allem Cagliari ist sehr stark von den Verschiebungen der Liniendienste an andere Terminals betroffen und verliert fast 50 Prozent der Umschlagsmenge. Gioia Tauro verzeichnet einen Rückgang von 4,5 Prozent, verbleibt jedoch auf einem soliden Niveau (2,29 Mio. TEU).

Für 2019 rechnet das Unternehmen mit unveränderten Rahmenbedingungen. Die Konsolidierungsbewegungen zwischen den Reedereien seien zwar noch nicht abgeschlossen, würden aber voraussichtlich im laufenden Jahr nicht zu gravierenden Veränderungen führen. „Die jetzt schon starke Marktkonzentration unter den Reederei-Allianzen und die anhaltende Schiffsgrößenentwicklung lassen allerdings den Leistungs- und Kostendruck auf Seiten der Terminalbetreiber weiter ansteigen“, schreibt Eurogate.

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