Feiner Förderer

Systemlösung - Die Maschinenfabrik Beumer bietet ein durchdachtes Behälterfördersystem an, das durch ausgefeilte Technik, hohe Flexibilität und unterschiedliche Anwendungsmöglichkeiten überzeugt.

20. April 2006

Ein zentrales Element der Logistik moderner Flughäfen ist die Verteil- und Sortiertechnik für das Gepäck. Eine besonders innovative Lösung für diese und andere Aufgaben hat jetzt die Fördertechnik-Firma Beumer aus Beckum vorgestellt: Autover, das skalierbares Behälterfördersystem des Unternehmens, bietet nicht allein hohe Sortierleistungen, sondern ermöglicht zudem eine große Vielzahl anderer Anwendungen.

Grundlagen des Systems sind eine einfache sensor- und antriebslose Fahrschiene sowie eine variable Anzahl autonomer Schienenfahrzeuge für den Transport von Behältern oder förderfähigen Stückgütern. Die berührungslose Energieübertragung erübrigt dabei verschleißbehaftete Schleifleitungssysteme und umweltbelastende Energiespeicher wie Batterien oder Akkumulatoren. Das System verspricht damit einen minimalen Aufwand für Wartung und Instandhaltung.

Die Ladungsträger für die einzelnen Gepäckstücke sind quer zur Fahrtrichtung angeordnet und wahlweise als Gurtförderer oder als spezifische Greif- und Klammerelemente ausgeführt. Der Anschluss der Ladungsträger an das Leitsystem erfolgt drahtlos über die WLAN-Technologie. Dabei lässt sich das Autover-System über Schnittstellen problemlos in bestehende Materialfluss- oder Produktionssysteme integrieren.

Die Fahrzeuge besitzen eigene Mikrocomputer

Die einzelnen Fahraufträge werden automatisch vom übergeordneten ERP-System generiert, lassen sich jedoch auch manuell über Terminals an den Bedienstationen eingeben. Die autonomen Schienenfahrzeuge besitzen dazu eigene Mikrocomputer und finden ihren Weg durch das System selbstständig mit Hilfe des bordeigenen Routenmanagers. Die Standardversion bietet eine maximale Tragkraft bis zu 60 Kilogramm. Für höhere Gewichte bietet Beumer flexible Sonderlösungen. Standardmäßig überwindet die Lösung Steigungen der Förderstrecke von bis zu 12 Grad. Mit Hilfe von Steigungshilfen lassen sich bis zu 30 Grad realisieren. Das System mit einer Transportgeschwindigkeit bis zu 10 Meter pro Sekunde erfüllt damit sämtliche Anforderungen der Flughafenbetreiber wie der Fluggäste an den vollautomatischen Gepäckumschlag.

Vielfältige Möglichkeiten

Mit dem Einsatz auf Flughäfen seien die Integrationsmöglichkeiten des Systems allerdings längst nicht ausgeschöpft, berichtet Beumer-Verkaufsleiter Thomas Wiesmann: »Auf der Cemat haben wir eine deutliche Nachfrage für weitere zielgesteuerte Transportaufgaben verzeichnen können, speziell aus dem Bereich der Produktionslogistik.« Der Grund dafür liegt für Wiesmann auf der Hand: »Die Anlage eignet sich idealerweise dann, wenn lange Wege mit hoher Geschwindigkeit zu überwinden sind.« Damit empfiehlt sich die Lösung namens Destinated Coded Vehicle (DCV) zum Beispiel auch für den Transport von Werkstücken oder Produktionsmaterial zwischen getrennten Produktionshallen oder beispielsweise zur Überbrückung von Straßen oder Flüssen.

Ein wesentlicher Vorteil des innovativen Sortier- und Verteilsystems sind die vergleichsweise geringen Grundinvestitionen sowie die hohe Flexibilität und Skalierbarkeit. Damit eignet sich das Autover-System aus Beckum besonders für Anwendungen, die in der ersten Phase zunächst keine extrem hohe Leistung benötigen. Mit steigenden Ansprüchen lassen sich zusätzliche Fahrzeuge integrieren, was die Systemleistung flexibel anpassbar macht. Auch das einfache Fahrschienensystem sowie die rechnergestützte Streckenverwaltung ermöglichen jederzeit eine kosteneffiziente Systemerweiterung. Beumer-Verkaufsleiter Wiesmann verspricht sich von der neuen Behälterförderlösung - deshalb große Erfolge: »Die positive -Resonanz bestätigt uns, dass wir mit unseren Qualitätszielen den Nerv der Zeit getroffen haben.«

Erschienen in Ausgabe: Fördertechnik/2006