Flexibles Kraftpaket

Unternehmen

Praxis - Manchmal müssen es eben Speziallösungen sein. Dann zum Beispiel, wenn es um lastintensive Aufgaben im Hamburger Hafen geht. Hierfür lieferte Cargotec Germany eine Maßanfertigung: einen 52-Tonnen-Schwerstapler von Kalmar, der sowohl Container als auch Stückgut umschlagen kann.

15. April 2011

Das wasserseitig stückgutintensivste Containerterminal der Hamburger Hafen und Lagerhausgesellschaft (HHLA) ist das Containerterminal Altenwerder (CTA). In Ergänzung zu den vollautomatischen Kranlagern für den Containerumschlag hatten sich der Abteilungsleiter für den Bereich Umschlag, Hendrik Peterburs, und sein Team schon vor einiger Zeit nach einem Hochleistungskombigerät umgeschaut.

Ergebnis der umfangreichen Recherchen ist einer der größten und leistungsfähigsten Gabelstapler in Deutschland: ein Kalmar 52-Tonnen-Frontstapler. Der DCF 520-12 kann per Spreader sowohl Container umschlagen als auch mit 2.800 mm langen Spezialgabeln bis zu 52 Tonnen schwere Einzellasten bewegen. »Das Bewegen von schweren Einzellasten mit Reachstackern war personal- und zeitaufwendig, denn die Lasten mussten von mehreren Personen gelascht werden bei steigendem Stückgutaufkommen ein sehr zeitaufwendiges Vorgehen. Deshalb musste ein Spezialgerät her«, erklärt Peterburs.

Kluge Kombination

Cargotec Germany konzipierte auf Basis des 67 Tonnen wiegenden Schwerstaplers DRF 52-1200 ein Kombigerät für Container- und Stückgutumschlag. Mit seinen umgedrehten Gabeln (System Terminal West) bietet der Duplexmast die Möglichkeit, per Spreader zwei Highcube-Container übereinander zu stapeln. Der Kalmar-Spreader hat Einfahrtaschen für die Gabeln und ist fest mit ihnen verbunden. Zum Ausgleich nicht paralleler Anfahrpositionen lässt er sich um ±5° um die Hochachse drehen.

Der 8.400 mm lange und 4.450 mm breite rote Riese aus schwedischer Produktion wird von einem 260 kW starken Volvomotor (Tier IIb) angetrieben und ist mit Last bis zu 20 km/h schnell. Ein vollautomatisches Dana-Lastschaltgetriebe mit vier Vor- und Rückwärtsgängen sorgt für ruckfreie Schaltvorgänge. Nasse, wartungsfreie Lamellenbremsen verzögern den Schwerstapler absolut sicher, und zwar unter allen Betriebsbedingungen.

Perfekte Kommunikation

Motor, Getriebe, Hydraulik und Elektronik kommunizieren in Echtzeit per redundantem CanBus. In seiner geräumigen Spirit-Delta-Kabine wird der Fahrer permanent über alle Betriebszustände von Grundgerät und Lastaufnahmemittel informiert. Am Ohr des Fahrers beträgt der Geräuschpegel maximal 72 dB(A). Pro Schicht müssen die Gabeln oft mehrfach gegen den Spreader getauscht werden. Dazu wurde ein einfaches aber auf seine Weise hocheffizientes System geschaffen: Der Spreader wird einfach auf einem dafür konzipierten Gestell abgesetzt.

Effiziente Abläufe

Beim Wechselvorgang Spreader gegen Gabeln wird zunächst der Spreader auf der Oberseite des Rahmens abgelegt. Anschließend sind zwei Hydraulikleitungen, ein E-Stecker und zwei Bolzen zu lösen. Dann fährt der Frontstapler in die Aufnahmeposition für die Gabeln und nimmt diese auf. Nach dem Verriegeln der Bolzen ist die Maschine wieder einsatzfähig.

Das Ablagegestell lässt sich problemlos verfahren. So ist es als gigantischer »Werkzeugkasten« immer in der Nähe des Trägergeräts. Weitere Ausstattungsmerkmale sind je eine Kamera zur Überwachung des vorderen bzw. rückwärtigen Gefahrenbereichs, Zentralschmierung und vor allem ein umfassendes Sicherheitskonzept. Zu Letztgenanntem zählen unter anderem besonders breite Aufstiege und V2A-Geländer.

Daten & Fakten

Cargotec besitzt umfassende Fachkompetenz und jahrzehntelange Erfahrung auf dem Gebiet des mobilen Ladungsumschlags.

Das Unternehmen hat Niederlassungen in 120 Ländern und bietet mit seinen Tochtermarken Kalmar, Hiab und MacGregor eine breite Palette kundenorientierter Lösungen an.

Erschienen in Ausgabe: 02/2011