Flottes Werk

Produktivität - Kurze Lieferzeiten und hohe Flexibilität, so lauten die Forderungen des Marktes. Vor diesem Hintergrund hat Linde sein französisches Werk neu strukturiert und die Produktionskapazität von 16.000 Einheiten pro Jahr auf derzeit 30.000 Einheiten gesteigert.

10. Mai 2005

1984 übernahm Linde den damals größten französischen Staplerproduzenten Fenwick und gründete die Fenwick-Linde S.A.R.L. Die Zentrale hat ihren Sitz in Elancourt bei Paris, und die beiden Produktionswerke befinden sich in Châtelle-rault, 300 km südlich der französischen Hauptstadt. Der Standort Châtellerault versorgt das gesamte Linde-Netz weltweit mit Lagertechnikgeräten. Hauptaufgaben der Werke sind Entwicklung und Herstellung von Niederhubwagen, Hochhubwagen und Kommissionierstaplern.

Angesichts des Markterfolgs und steigender Stückzahlen hat Linde in Frankreich im Rahmen eines Umstrukturierungsplans sämtliche Prozesse innerhalb der Fertigung überarbeitet und den neuen Anforderungen angepaßt. Die Umstrukturierung begann mit der Erweiterung des Produktionswerks, der Auslagerung des Lagers für Fertigfahrzeuge sowie des Versands. Im ersten Schritt galt es, Flächen für die Ausdehnung des Produktionsbereichs zurückzugewinnen. Zusätzlich wurden die Montagelinien neu strukturiert und das Produktionssteuerungssystem der veränderten Struktur angepaßt.

Neu strukturierte Abläufe sorgen für ein Höchstmaß an Effizienz

Heute sind die Montagelinien entsprechend der Produktreihen angeordnet: Hochhubwagen, Niederhubwagen und Kommissionierer, wobei sich die Anzahl der Montagelinien von vier auf acht erhöht hat. Außerdem wurde der interne Materialfluß so umstrukturiert, daß jetzt die einzelnen Unterbaugruppen und Teile des Fahrzeugs genau zu dem Zeitpunkt zur Verfügung stehen, zu dem sie benötigt werden. Für eine weitere Verbesserung der Abläufe sorgt eine zweite automatisierte Lackierstraße für Hubmaste.

Drei Jahre nach dem Projektstart erfüllen die bisherigen Ergebnisse der Restrukturierung bereits voll und ganz die Erwartungen: Die jährliche Produktionskapazität des französischen Werks liegt heute bei 30.000 Einheiten. Ziel ist, durch weitere kontinuierliche Verbesserungen mittelfristig mindestens 40.000 Einheiten zu erreichen. Die neuen Strukturen haben die Produktivität von Fenwick-Linde um 17 Prozent gesteigert und die Produktionszeit für einen Hochhubwagen auf weniger als eine Woche reduziert. Parallel zur Erhöhung der Produktivität arbeitet das Entwicklungsteam an neuen Produkten. So erweitert Linde mit einem neuen elektrischen Plattform-Hubwagen (T 20 SP / T 24 SP bzw. T 20 AP / T 24 AP) sein Angebot an Lagertechnikfahrzeugen. Der Plattform-Hubwagen soll dazu beitragen, die veränderten Abläufe in der Intralogistik zu optimieren. Um ein ebenso innovatives wie flexibles Gerät anbieten zu können, ließ Linde in die Entwicklung Kernanforderungen und Wünsche von 75 Kunden aus 12 Ländern einfließen.

Das Ergebnis ist ein komplett neues Fahrzeugkonzept mit bemerkenswerten Features: Fahrerarbeitsplatz als Einheit zwischen Mensch und Maschine; verbesserte Sicherheit; höhere Fahrgeschwindigkeit mit stärkerer Stabilität; einfacher Service; flexibles Energiekonzept. Hauptaufgabengebiete des neuen Plattform-Hubwagens sind das Be- und Entladen von Lkw, der Streckentransport und die Kommmissionierung. Um die Belastung des Fahrers zu reduzieren, besitzt der T 20 SP / T 24 SP einen Arbeitsplatz, auf dem sich der Fahrer anlehnen kann und der im 45°-Winkel zur Fahrtrichtung steht. Auf längeren Fahrstrecken kann er entspannt den Kopf drehen und hat eine Rundumsicht auf Strecke und Last. Ergänzt wird das Konzept durch den E-Driver, der das Lenken des Fahrzeugs mit einer Hand erlaubt.

Dabei paßt sich die Lenkung der Fahrgeschwindigkeit an. Bei Kurvenfahrten wird die Geschwindigkeit automatisch reduziert. Für kraftvolles Anfahren mit hohem Drehmoment sorgt ein Drei-kW-Drehstromfahrmotor, der eine Höchstgeschwindigkeit von 10 km/h (mit und ohne Last) zuläßt. Ebenso eindrucksvoll ist die Steigfähigkeit von 13 Prozent (mit einer Last von zwei Tonnen) sowie die erstaunliche Beschleunigungsleistung: Schon nach weniger als fünf Metern erlangt das Fahrzeug seine maximale Geschwindigkeit. Um die hohe Leistung sicher nutzen und größtmögliche Stabilität anbieten zu können, hat Linde ein spezielles Fahrkonzept entwickelt. Dabei ruht die Hauptlast auf dem Antriebsrad. Auf diese Weise können die Brems- und Beschleunigungskräfte sicher übertragen werden.

Hierzu wurde für die seitlichen Stützräder ein hydraulisches Dämpfungssystem mit Neigungssensorik entwickelt. Auf schiefen Ebenen sperrt ein Neigungssensor die untere Stützrolle des Fahrzeugs und fixiert es, so daß Last und Fahrzeug stabil bleiben. Bei Unebenheiten passen sich die Stützrollen mit gleichbleibender Kraft dem Boden an.

Das Batteriespektrum beim T 20 SP / T 24 SP und T 20 AP / T 24 AP reicht von 180 bis 620 Ah. Der leichte Zugang zur Batterie ermöglicht einen schnellen Wechsel. Gekapselte Steuerungen, ein geschlossener Drehstrommotor sowie eine gute Zugänglichkeit durch die eingebaute CAN-BUS-Technologie sorgen für kürzere Servicezeiten. Ein weiterer Pluspunkt ist die Erweiterung der Service-Intervalle von 500 auf 1.000 Stunden.

Neben seiner hohen Funktionalität steht der im Linde-Werk Châtellerault gefertigte Plattform-Hubwagen T 20 SP / T 24 SP und T 20 AP / T 24 AP für den Beginn einer neuen Produktstrategie: Das Matrix-Konzept ist durch eine hohe Standardisierung der Bauteile sowie eine einzige, gemeinsam für alle Fahrzeuge verwendete Struktur gekennzeichnet.

Fertigung nach Baukastensystem

Die Matrix-Bauweise funktioniert nach dem Baukastensystem. Originäre Elemente wie Motor und Aggregatraum bilden den Kern des Fahrzeugs. Zu den Kernelementen können weitere Module individuell, also nach Kundenwunsch, hinzugefügt werden, ohne daß eine Sonderanfertigung ausgelöst wird (Werk II der französischen Produktionsstätte von Linde fertigt im Jahr etwa 2.600 Sonderfahrzeuge nach ganz speziellen Kundenvorstellungen). »Mit dem Matrix-Konzept wird Linde in Zukunft noch flexibler auf die Wünsche der Kunden eingehen können«, freut sich Ulrich Jochem, Mitglied der Geschäftsleitung von Fenwick-Linde.

Innovation in RotLindes Neuer bietet feine Zusatzfeatures

Beim T 20 SP / T 24 SP und T 20 AP / T 24 AP besteht die Möglichkeit, Montagehalter für Klemmbretter, Datenterminals oder Laserscanner anzubringen. Das Linde-Informations-Display (LiD) - ein digitales, multifunktionales Display - informiert den Anwender über alle nötigen Betriebsdaten. Außerdem erleichtern zweckmäßige Ablagen dem Fahrer das Organisieren seiner Tätigkeiten: Große, tiefe und unterteilte Fächer sorgen dafür, daß Cut-Messer, Klebeband oder Schreibgeräte ihren festen Platz haben. Auch dies ein weiterer Schritt, die Effizienz bei der Arbeit zusätzlich zu erhöhen.

Erschienen in Ausgabe: 02/2005