Flüssige Abläufe im Brauereibereich

Sortieranlage - Getränkehersteller müssen ihre Abfüllanlagen sortenrein mit Flaschen versorgen. Bei der Brauerei Beck sortiert eine gemeinsame Lösung von Knapp Systemintegration und Recop Electronic pro Stunde 4.200 Bierkästen.

20. April 2006

Die Brauerei Beck & Co in Bremen ist einer der führenden Bierproduzenten in Deutschland und international bekannt als größte deutsche Exportbrauerei. Entsprechend hoch sind die Anforderungen des Unternehmens an seine Leergutlogistik. Dies gilt umso mehr angesichts der Vielfalt der Produkte. Schließlich verwendet die Brauerei acht verschiedene Flaschentypen sowie zehn unterschiedliche Typen von Bierkästen. Ein effektiver Produktionsprozess in der Brauerei ist nur dann möglich, wenn die Getränkekästen zeitgerecht und auch sortenrein für die Abfüllanlage bereitgestellt werden.

In der Bremer Brauerei arbeitet dazu eine der effizientesten Leergut-Sortieranlagen weltweit. Sie kann pro Stunde 4.200 Bierkästen verarbeiten. Betreut wird die Leergutsortierung direkt auf dem Werksgelände der Brauerei durch die H. Leiter GmbH, die alle Abschnitte des Leerguthandels organisiert: vom An- und Verkauf der Getränkeflaschen und -kästen bis hin zur Sortierung von Getränkeleergut und dem gebotenen Recycling der Kunststoffkästen.

Realisiert hat die Anlage der österreichische Systemintegrator Knapp aus Leoben in der Steiermark in Zusammenarbeit mit dem Kasseler Sortieranlagenspezialisten Recop Electronic. Ziel der Gemeinschaftslösung ist die möglichst effiziente, kostengünstige und sortenreine Vorsortierung der verschiedenen Flaschen- und Kastentypen sowie die hundertprozentige Aussortierung von Fremdflaschen.

Intelligente Steuerung mittels Systemmodul

Die Anlage umfasst unter anderem eine als Staurollenbahn ausgeführte Rollenförderstrecke für den schonenden Transport der Getränkekisten, ein Erkennungssystem sowie intelligente Roboter für die vollautomatische Sortierung der Flaschen. Gesteuert wird die gesamte Anlage von dem Modul »Leergutsortierung« des Getränkemanagementsystems Kisoft Beverage Solutions von Knapp.

Am Anfang des effizienten Sortierprozesses steht die Leergutaufgabe, wo Gabelstapler jeweils sechs Europaletten mit Leergut in Bierkästen aufsetzen, die danach über eine Pufferstrecke zum Entstapelbereich gelangen. Hier werden die Kästenstapel von den Holzpaletten getrennt und zu den Entstapeleinheiten transportiert, die sie lagenweise mit einer Leistung von 4.200 Kästen pro Stunde vereinzeln.

Vollautomatisches Erkennungssystem

Nach der Vereinzelung gelangen die Kästen auf Staurollenbahnen zu einem vollautomatischen Erkennungssystem, das sie zu unterschiedlichen Zielen ausschleust: Sortenreine Kästen, die nur 30 bis 40 Prozent des zurückkommenden Leerguts ausmachen, fahren direkt zum Versandpuffer; Kästen mit geringem Falschflaschenanteil gelangen zu einer Handsortierung; nicht sortenreine Kästen werden zwei Doppelkopf-Sortierrobotern von Recop zugeführt, die jeweils 1.200 Kästen pro Stunde verarbeiten können. Dabei entfernen die Roboter die Falschflaschen aus den Gebinden und ersetzen sie durch korrekte Flaschen aus dem Zwischenspeicher. Eine weitere Erkennungsmaschine überprüft danach die Sortenreinheit der Kästen.

Stringent bis zum Ende

Zuletzt gelangen die sortenreinen Kästen zur Leergutabnahme. Hier werden sie in acht Sortierbahnen zwischengespeichert, die jeweils 40 Kästen aufnehmen können, also eine komplette Palettenladung. Von hier werden die Leergutkästen blockweise der Stapelmaschine zugeführt und anschließend gepuffert. Am Ende werden jeweils vier sortenreine Paletten zum Abnahmeplatz transportiert.

Die gemeinsame Lösung von Knapp Systemintegration und Recop Electronic gewährleistet höchste Sortenreinheit und Flexibilität auch bei hohen Durchsätzen. Sie ermöglicht die Stapelung und Entstapelung von 4.200 Kästen pro Stunde und setzt damit auch in wirtschaftlicher Hinsicht Maßstäbe für die Bewältigung der komplexen Aufgaben der Leergut-Logistik.

Erschienen in Ausgabe: Fördertechnik/2006