Gelassen und Stark

Editorial

Wer steuert das Warehouse der Zukunft: Mensch oder Maschine?

04. September 2018

Dieser Punkt wird kontrovers diskutiert – und führt zu einem noch wichtigeren Aspekt. Wenn Maschinen eigenständig entscheiden, wir also von echter künstlicher Intelligenz oder gar von »maschinellem Bewusstsein« sprechen, stellt sich die Frage: Auf welcher Wertebasis urteilt der Computer? Wer entwickelt und programmiert diesen Wertekodex: Nutzer, Hersteller, Gesetzgeber? Wichtige Fragen, über die ich mich mit Professor Michael ten Hompel unterhalten habe. Wie er sich die Zukunft der Logistik vorstellt, lesen Sie ab Seite 18.

Von der Zukunft in die Gegenwart: Hier entscheiden Unternehmenslenker aus Fleisch und Blut. Und die politischen Rahmenbedingungen sind herausfordernd. Trotzige Trump-Tweets, die in sehr realen Handelsbarrieren münden. Nationale Alleingänge in der EU, die freien Handel erschweren und den Zuzug benötigter Fachkräfte bremsen. Der Konflikt um die Beziehungen zum Iran, der für deutsche Unternehmen chancen- und gefahrenreich zugleich ist.

All diesen Risiken zum Trotz: Es läuft in der Intralogistik. Die Unternehmen reagieren gelassen, aus einer Position der Stärke und mit einer enormen (und gelernten) Anpassungsfähigkeit auf reale Veränderungen und negative Szenarien. Ob Handelskrieg, Konjunktureintrübung, Fachkräftemangel oder Brexit: Auf die Stimmung drückt das alles (noch) nicht. Und doch gilt es, sich auch mit den Worst-Case-Szenarien zu beschäftigen. Schließlich könnte die Welt in einem Jahr ganz anders aussehen: wenn der Brexit misslungen, Europa geteilt, Schengen Geschichte und der Handelskrieg eskaliert ist.

Doch wie sagte schon Lothar Matthäus: »Wäre, wäre, Fahrradkette«. Und so bietet unser Special zur Fachpack ab Seite 55 weniger Konjunktiv und dafür viel tatsächliches Geschehen. In den Nürnberger Messehallen kann man in diesen Tagen wieder erleben, wie gut es der Branche zur Zeit geht.

Ich wünsche viel Spaß bei der Lektüre!

Erschienen in Ausgabe: 04/2018