Gezieltere Vorbereitung auf Herausforderungen der Zukunft

Der EffizienzCluster LogistikRuhr will die Zusammenarbeit der Logistik im Raum NRW und Belgien vorantreiben. Eine grenzüberschreitende Logistik-Technologietransfer-Initiative und eine Taskforce für bilaterale Innovationsaktivitäten in der Logistik sollen dafür sorgen, dass sich Logistikunternehmen in der Region gezielter auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereiten können.

09. April 2014

Die Ideen für die beiden Maßnahmen wurden im Rahmen des Workshops „Transport/Logistik“ der 2. Wirtschaftskonferenz Flandern – NRW entwickelt, die Ende vergangener Woche in Aachen stattfand. Die hochkarätig besetzte Veranstaltung wurde von der Region Flandern (Belgien) und der Landesregierung Nordrhein-Westfalen ausgerichtet, der EffizienzCluster war einer der Partner.

Industrie 4.0: Instrumente zur vorausschauenden Planung werden immer wichtiger

In dem von Thorsten Hülsmann, Geschäftsführer der EffizienzCluster Management GmbH, moderierten Konferenzteil hatten Logistikexperten aus Flandern und NRW darüber diskutiert, wie effiziente Logistikprozesse die Wirtschaft einer Region stärken können. Dabei wurde deutlich, dass die Herausforderungen für die Logistik – etwa kleinteiligere Warenströme und eine hochdifferenzierte, nachfrageorientierte Warendistribution – längst nicht mehr an Ländergrenzen Halt machen.

Der Großteil der Logistikunternehmen in der Region sei auf die Anforderungen der Zukunft aber noch nicht ausreichend vorbereitet, so die Einschätzung der Expertenrunde zum Thema „Industrie 4.0 – Revolution oder Evolution für die Logistik?“. Nur 15 bis 20 Prozent der Unternehmen seien schon heute in der Lage, die steigenden Anforderungen ihrer Kunden – Hersteller und Produzenten – zu erfüllen. Innovative Instrumente für eine vorausschauende Planung und intelligente Tools zur Synchronisation von Waren- und Materialflüssen bildeten jedoch eine Grundvoraussetzung für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit der Logistikunternehmen.

Mitglieder der Expertenrunde waren Steve Declerc, Direktor Benelux der duisport agency, Prof. Dr. Volker Stich, CEO, FIR e.V. an der RWTH Aachen, Danny Deckers, Senior Advisor beim Antwerpener Hafen, Phil-lippe Beaujean, Senior Commercial Manager von DP World, und Prof. Dr. Francis Rome, Präsident der Flemish Port Commission sowie Direktor des Vlaams Instituut voor de Logistiek (VIL).

Logistiktechnologien professionell in den Markt transferieren

Zwar diskutierten die Experten durchaus kontrovers, wie groß der Handlungsdruck sei, den die Industrie 4.0 in der Logistik erzeuge. Doch im Ergebnis betonten alle die Notwendigkeit und den Bedarf von effizienten Logistiklösungen und Angebote für Technologietransfer für die Unternehmen in Flandern und NRW. Dabei hatten sie vorgeschlagen, im Rahmen einer Technologieausschreibung Forschungs- und Innovationsprojekte der Logistik aus Flandern und NRW zu identifizieren und diese dabei zu unterstützen, Unternehmen an ihren Forschungsergebnissen partizipieren zu lassen. Eine entsprechende Logistik-Technologietransfer-Initiative will der EffizienzCluster nun mit dem Vlaams Instituut voor de Logistiek (VIL) begründen.

Darüber hinaus soll eine Taskforce mit Vertretern aus NRW und Flandern Ideen für neue industrienahe Forschungsprojekte zu Logistik-Innovationen erarbeiten. Bis Ende des Jahres könnten danach konkrete Vorschläge für Projekte vorlegt werden, die im Rahmen der Gemein-schaftsinitiative INTERREG zur Förderung grenzübergreifender Maßnah-men der Zusammenarbeit umgesetzt werden können. Bislang fokussiert sich die grenzüberschreitende Logistik-Zusammenarbeit im INTERREG-Programm auf NRW und die Niederlande. Mit der Taskforce soll auch die Region Flandern eingebunden werden.