Im Jahr 1919 als lokales Holzhandelsunternehmen in Kassel gegründet, ist die W. & L. Jordan GmbH heute einer der erfolgreichsten Anbieter für Holz, Bodenbeläge, Türen und Wohntextilien in Deutschland. Das Familienunternehmen in dritter Generation beschäftigt mehr als 1.350 Mitarbeiter in über 60 Niederlassungen in Deutschland und Österreich, in der Schweiz, in Italien und Polen – Tendenz weiter steigend. In seinen Zentrallagern in Kassel und Erfurt bevorratet Jordan zu jeder Zeit mehr als zwei Millionen Quadratmeter Bodenbeläge, die über Nacht zu den jeweiligen Niederlassungen geliefert werden können.

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Sortimentsvielfalt und Verfügbarkeit der Ware erfordern ein transparentes Supply Chain Management, denn in der Vergangenheit kam es vor, dass die Material-mengen die Lagerkapazitäten im Haupt-lager von Jordan überstiegen. Da die per Schiff, meist aus Übersee, gelieferte Ware wegen der enormen Mengensteigerung nicht effizient entladen werden konnte, verblieben die gefüllten Container teils über die disponierte Zeit hinaus im Hafen – ein beträchtlicher Kostenfaktor. Wegen der höheren Hafen-Standzeiten konnten die Container auch nur mit Verspätung am Terminal zurückgegeben werden, was wiederum Gebühren für die überzogene Containermietzeit zur Folge hatte. Ein Fall für die Logistik-Experten von Hermes Germany.

Die Hermes-Spezialisten glichen die Anforderungen des Kunden an die Lieferkette mit den tatsächlichen Abläufen ab. Schnell stießen sie dabei auf die zeitweise Überlastung des Hauptlagers von Jordan. Um die unbefriedigende Situation zu ändern, benötigten die operativen Mitarbeiter eine größere Informationsdichte und einen zentralen Zugriff auf die Lieferanten-daten. Das wachsende Geschäft von Jordan erforderte eine angepasste Lieferantenplanung. Es galt, Informationen über Lieferfristen und deren Einhaltung sowie die Verschiffungstermine für alle Mitarbeiter sichtbar zu machen, mit dem Ziel, über die Ankunft der Container respektive der Ware früher als zuvor informiert zu sein und die Lager- sowie Personalkapazitäten bei Jordan entsprechend koordinieren zu können.

Schnellstmögliche Entlastung

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Um den Kunden Jordan schnellstmöglich zu entlasten, schlug Hermes einen Zwei-Schritte-Plan vor. Im ersten Schritt galt es, umgehend ein Pufferlager im Hamburger Hafen einzurichten, das in Stoßzeiten die Engpässe bei der Lagerung effektiv abfedern sollte. Vorab hatte Hermes die aktuellen Kosten für die Stand- und Lagerzeiten der Container berechnet und die Kosten für ein Zwischenlager gegenübergestellt. Das Ergebnis: Ein Zwischenlager würde sich bereits nach wenigen Tagen rechnen. Hinzu kam die Nutzung von Jordan-eigenen Trailern für die Zulieferung aus dem Pufferlager an das Hauptlager sowie für die Rücklieferung der leeren Container zum Terminal. Auf diesem Weg konnten zusätzliche Leerfahrten reduziert werden.

Visualisierung der Transporte

Im zweiten Schritt nahm Hermes die Visualisierung der Containertransporte vor – die Voraussetzung, um die Ware entlang der Lieferkette lückenlos verfolgen und koordinieren zu können. Für die Rückverfolgung sowie die aktive Steuerung der Container empfahl Hermes, das bis dato genutzte dezentrale System durch das zentral pflegbare Supply-Chain-Management-System (SCM) von Hermes zu ersetzen. Das SCM lässt sich von allen berechtigten Parteien jederzeit und weltweit nutzen und ermöglicht so eine umfassende Lieferantensteuerung. Status-Updates können ebenso vorgenommen werden wie Lieferanten-buchungen, Zahlungserinnerungen oder laufende Systemanpassungen etwa bei veränderten Standorten. Die SCM-Spezialisten bei Hermes setzten das System exakt nach den Anforderungen von Jordan auf. Sie erstellten Zugangsberechtigungen für die autorisierten Mitarbeiter, Abteilungen und Lieferanten und übertrugen die aktuellen Daten von Jordan in das neue System.

Detallierte Schulung

Es folgte eine detaillierte Schulung aller Beteiligten. Die Steuerung durch das SCM ermöglicht es den Jordan-Mitarbeitern seither, direkt im System selbst festzulegen, ob Container im Pufferlager am Hamburger Hafen zwischengelagert oder direkt an das Zentrallager gesteuert werden, auch wenn die Container bereits auf See sind. Auch die Entnahme von Containern aus dem Pufferlager ist über das SCM steuerbar, ebenso wie das Ordermanagement der Aufträge beispielsweise in China. Auf diese Weise lassen sich Lieferverzögerungen frühzeitig erkennen, Zulaufmengen besser planen und Abrechnungsprozesse klar visualisieren. Von der Abholung über die Leerung bis zur Rückgabe der Container wird im Supply-Chain-Management-System jeder Schritt entlang der Lieferkette transparent erfasst und für alle Teilnehmer direkt abrufbar dokumentiert. Entsprechend kann Jordan die Ware später bedarfsgerecht aus dem Zwischenlager abrufen und seine Personalplanung am Hauptlager optimieren. Die Bedienung des Systems erfolgt in einem intuitiv gestalteten, individualisierbaren Dashboard.

»Ein großer Vorteil des SCM ist, dass unsere Kunden keine externen IT-Ressourcen benötigen und wir die Programmierung schnell und parallel zum laufenden Betrieb durchführen können«, sagt Ralf Boelicke, Abteilungsleiter Supply Chain Management bei Hermes Germany. Die dreimonatige Probephase verlief erfolgreich. In kurzer Zeit implementierte Hermes das neue Supply Chain Management für Jordan vollständig. Die Vorteile liegen auf der Hand: Durch den weltweiten Zugriff auf die Lieferketten-Daten in Echtzeit erhält Jordan umfassende Transparenz und Kontrolle über den Lieferantenprozess. So kann das Unternehmen seine Ressourcenplanung und Personalauslastung optimieren und sich noch stärker auf die Anforderungen seiner Kunden und auf sein Kerngeschäft konzentrieren.

Deutliche Kostenreduzierung

Mit der Nutzung des Pufferlagers sowie zusätzlichen Steuerungsoptionen lassen sich überflüssige Standzeiten der Container verhindern, was die Kosten für Standgelder und Container-Mietgebühren deutlich verringert.

Auch das E-Mail-Aufkommen wurde durch die Nutzung des Systems auf ein Minimum reduziert – ein klarer Zeitgewinn für die operativen Mitarbeiter. Inzwischen wickelt Jordan das gesamte Tagesgeschäft routinemäßig mithilfe des SCM ab. Im Bereich Order Management übernimmt Hermes für seinen Kunden die Nachfrage und Überwachung des Lieferantenstatus (pünktlich oder verspätet) und informiert proaktiv über Lieferterminabweichungen. Durch die Möglichkeit, Verschiffungsdokumente im SCM anzuhängen, wird der Suchaufwand für alle Systemteilnehmer reduziert. Jordan führt keine dezentralen Tabellen mehr, sondern kann sich die Aufstellung der Container auf See oder im Hafen sowie im Zwischenlager einfach und übersichtlich im Dashboard oder als Report ansehen und herunterladen. Ein nachhaltiger Mehrwert für alle Beteiligten entlang der Lieferkette.

Daten & Fakten

Hermes Germany unterstützt seine Kunden in Deutschland und Europa seit mehr als 40 Jahren mit passgenauen Logistiklösungen.

Der Dienstleister greift auf umfassende Fach- und Branchenkompetenz zurück. Um Ineffizienzen und Optimierungspotenzial beim Kunden aufzudecken, nimmt Hermes eine gründliche Supply-Chain-Analyse vor.

Auf Wunsch schnürt Hermes für seine Kunden ein individuelles Zollberatungs-Paket.