Prologis entwickelte das Distributionszentrum in Muggensturm bei Rastatt für den Kosmetikhersteller L’Oréal. Die Anlage ist weltweit die größte ihrer Art und bietet rund 100.000 Quadratmeter Hallenfläche inklusive 2.500 Quadratmetern Bürofläche. Das Thema Nachhaltigkeit stand nicht nur beim Bau, sondern auch für den laufenden Betrieb im Mittelpunkt.

CO2-neutraler Betrieb

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Die zahlreichen Nachhaltigkeitsmaßnahmen umfassen unter anderem 7.400 Solarmodule (2 Megawatt Peak), eine rund 30.000 Quadratmeter große Grünfläche auf dem Dach, die Verwendung von Regenwasser für die Reinigung der Halle sowie die Verwendung von Recycling-Material beim Bau. Damit soll die Anlage vollständig CO2-neutral betrieben werden. Sie erfüllt den Gold-Standard der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) und ist Teil eines bereits bestehenden und technisch gut angeschlossenen Gewerbegebiets. Als Generalunternehmer fungierte die Goldbeck GmbH, Bielefeld.

»Dieses Projekt war in vielerlei Hinsicht außer- gewöhnlich.«

— Bram Verhoeven, Prologis

L’Oréal nahm als Auftraggeber Einfluss auf die Konzeption des Projekts. Bram Verhoeven, Senior Vice President Regional Head Northern Europe bei Prologis, bewertete die Auszeichnung so: »Großes Engagement für Nachhaltigkeit ist zentraler Bestandteil unserer Geschäftsstrategie. Unsere Immobilie in Muggensturm ist ein hervorragendes Beispiel für eine Partnerschaft, die die hohen Nachhaltigkeitserwartungen unserer Kunden mit unseren eigenen in Einklang bringt und eine preisgekrönte Lösung bietet, die diese Erwartungen übertrifft. Dieses Projekt war in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich.«

Hochkarätige Finalisten

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Unter den vier Finalisten waren neben Prologis auch Four Parx, die Baum-Unternehmensgruppe und Immogate. Die Projekte der Finalisten waren allesamt Brownfield-Entwicklungen und berücksichtigen nachhaltige Anforderungen. Four Parx setzte bei seinem Logistikpark GG Rhein-Main in Groß-Gerau auf Renaturierungsmaßnahmen. Diese umfassen unter anderem die Schaffung einer 40.000 Quadratmeter großen Parklandschaft, 170.000 Quadratmeter Biotoplandschaft (ehemalige Teichanlagen als Vogelschutzgebiet) sowie eines Eidechsenhabitats von 13.500 Quadratmeter. Die Immobilie mit 105.000 Quadratmetern Lagerfläche ist für mehrere Nutzer ausgelegt. Dazu gehören beispielsweise Gorilla Sports und Lufthansa Cargo.

Der Mitbewerber um den Logix Award 2019, die Baum-Unternehmensgruppe, bewarb sich mit ihrem »Baum Sortation Center Garbsen« in Hannover, das von Amazon genutzt wird. Es besitzt den DGNB-Platin-Standard. Die recyclebare Mineralwolldämmung in Dach und Fassade, eine bepflanzte Wallanlage und eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung zeichnen diese Logistikanlage mit einer Lagerfläche von rund 31.000 Quadratmetern aus. Ein weiterer Finalist, die Immogate AG, entwickelte eine Logistikimmobilie auf dem Mönchhof-Gelände in Kelsterbach. Immogate setzt auf grüne Energieerzeugung mit einer 750 kWp leistungsstarken Photovoltaikanlage. Zu den besonderen Merkmalen des Logistikzentrums mit einer Lagerfläche von 26.000 Quadratmetern zählen außerdem ein innovatives schnittfreies Fassadensystem sowie ein hoher Glasanteil im Hallen- und Bürotrakt.

Lob für »emissionsfreie« Immobilie von Prologis

Der Vorsitzende der Jury, Professor Christian Kille von der Hochschule Würzburg-Schweinfurt, erklärte zum Entscheidungsverfahren: »Der Wettbewerb 2019 sah eine Vielzahl ambitionierter Bewerbungen. Ausschlaggebend für die Vergabe des Logix 2019 an Prologis und L’Oréal war letztlich, dass die Energie, die für den Gebäudebetrieb benötigt wird, vollständig CO2-neutral erzeugt wird. Dies gelang durch die Umsetzung eines ambitionierten Konzeptes, welches bereits lange vor Baubeginn erstellt und fortlaufend angepasst und optimiert wurde. Nach Meinung der Jury haben Prologis und L’Oréal bei ihrem Gebäude darüber hinaus Maßstäbe für eine moderne Arbeitswelt gesetzt, die Offenheit und Transparenz fördern.« Malte-Maria Münchow, Sprecher der Logix Initiative, hob in Bezug auf das Distributionszentrum von Prologis hervor: »Alle Finalisten zeichnen sich in beispielhafter Weise durch ökologische Gesichtspunkte aus. Der Anspruch von Prologis und L’Oréal, im Logistikpark Muggensturm im Betrieb hundertprozentig emissionsfrei zu agieren, hat am Ende den Unterschied gemacht. Diese Art von nachhaltiger Immobilie hat das Potenzial, einen neuen Standard in Deutschland zu setzen.«

Seit 2013 wird der Logix Award alle zwei Jahre an Entwickler von Logistikimmobilien vergeben. Eine unabhängige Jury garantiert dabei nach eigenen Angaben ein transparentes Entscheidungsverfahren, denn bei der Auszeichnung müssen komplexe Kriterien erfüllt werden. Die Bandbreite der Ansprüche von Nutzern und Investoren umfassen ökonomische, städtebauliche, ökologische sowie soziale Aspekte. Die Jury besteht dabei aus Wissenschaftlern, Architekten, Praktikern sowie Medien und Verbandsvertretern, die jeweils einen differenzierten fachlichen Blickwinkel auf die Projekte werfen.

Im Laufe des Auswahl- und Bewerbungsverfahrens sank die Zahl von 100 infrage kommenden Neubauprojekten auf vier Finalisten. Der Prozess umfasste zuerst eine Sichtungsphase, danach eine Qualifizierungsrunde. Im vorletzten Abschnitt blieben dann 12 ausgewählte Projektentwicklungen übrig, die der Jury vorgestellt wurden.

Über Logix

Die Initiative Logistikimmobilien (Logix) strebt die Erhöhung von Akzeptanz und Stellenwert der Logistikimmobilien in Fachkreisen und Öffentlichkeit an. Seit 2013 verleiht die Initiative im zweijährigen Rhythmus den Logix Award für herausragende Logistikimmobilien-Entwicklungen in Deutschland und fördert Innovation und Nachhaltigkeit. Der Logix Initiative gehören an: Aberdeen Asset Management Deutschland, Bayern LB, CBRE, Colliers, Deka Immobilien, Deutsche Pfandbriefbank, Dietz AG, Deutsche Logistik Holding, Expo Real, Fiege, Flex Lighting Solutions, Four Parx, Garbe, Goldbeck, Goodman, Greenfield Development, GSE, GSK Stockmann, HVB-UniCredit, Immogate, Köster Bau, Lidl, Logicor, Logivest, Nuveen Real Estate, Panattoni, Pfenning Logistics, Phase5, Prologis, Realogis, RLI Investors, Savills Investment Management, Segro, Robert C. Spies, Verdion und Wisag.