Grips zwischen den Gabeln

Forschung & Entwicklung Ein wichtiges Forschungsprojekt der Intralogistikbranche hat seine nächste Stufe erreicht: der Gabelstapler für die Anforderungen von morgen. Die Still GmbH hat kräftig mitentwickelt.

06. Februar 2008

Das mit Still-Beteiligung unter der Bezeichnung »IdentProLog« laufende Forschungsprojekt wird innerhalb des Programms »Forschung für die Produktion von morgen« vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Als Hersteller von Flurförderzeugen und Anbieter intelligenter Lösungen für die Intralogistik hat Still im Rahmen von »IdentProLog« die Aufgabe, die mitentwickelten RFID-Konzepte sowohl baulich als auch steuerungstechnisch in seine Flurförderzeuge zu integrieren. Das erste Fahrzeug dieser Art ? es ist für den Piloteinsatz beim Robotikspezialisten Kuka bestimmt und soll in Augsburg unter Produktionsbedingungen seine Alltagstauglichkeit nachweisen ? hat Still Ende 2007 ausgeliefert. Der Test mit dem intelligenten Elektrostapler vom Typ RX 20-20 läuft stufenweise bis 2009. Neben innovativer RFID-Technik ist der Still-Stapler mit einem Zusatzsteuergerät ausgestattet, das durch die Auswertung von Fahrzeugzustandsdaten den aktuellen Status des Staplers im Logistikprozess, »Lastaufnahme « etwa oder »Lagerplatzanfahrt«, erkennt. Mit dieser Zusatzintelligenz in dem Gerät des Hamburger Herstellers ist es möglich, Fehllesungen und die Interferenzen mehrerer RFID-Systeme unter- einander zu vermeiden und damit die Warenbuchungsvorgänge vollständig zu automatisieren. Mit seiner RFID-Antenne kann der Stapler parallel zum Transport der Ware den an der Ladungseinheit befestigten Transponder lesen und auch beschreiben. Zusätzlich besteht über Transponder am Lagerplatz die Möglichkeit der Identifikation von Aufnahme- oder Abgabeort. Auf diese Weise entfallen alle manuellen Eingaben des Fahrers zur Erfassung, Dokumentation und Bestätigung der Warenbewegung. Entsprechend steigen die Zuverlässigkeit der Informationsweitergabe sowie die Umschlagleistung.

Vollständige Integration

Dank des neuen Konzeptes wird das Transportmittel »Flurförderzeug« mittels RFID-Technologie vollständig in den Informationsfluss integriert. Zu jedem Zeitpunkt ist die komplette Übersicht über alle Vorgänge im Lager gegeben. Durch die Ausstattung des Flurförderzeugs mit RFID-Technologie wird ein mobiles RFID-Gate geschaffen, das bei jedem Umschlagsprozess die Information über Veränderungen der Lagersituation online und in Echtzeit an das Lagerverwaltungssystem weitergibt. So wird das Flurförderzeug zum direkten Koppelelement zwischen Waren- und Informationsfluss. Vom Grundsatz her entsteht so ein neuer, automatisierter und standardisierter Prozess in der Produktionslogistik. Er spart nicht nur Zeit und Kosten, sondern erhöht zudem die Prozesssicherheit und ermöglicht die Warenverfolgung firmenübergreifend über die gesamte Supply Chain hinweg. Vor diesem Hintergrund wird dem Testlauf bei Kuka in Augsburg beträchtliche Bedeutung beigemessen. Neben der Still GmbH und dem Roboterhersteller Kuka arbeiten auch andere renommierte Unternehmen im Konsortium des Projekts »IdentProLog« mit: auf dem Gebiet »Flurförderzeuge« und parallel zu Still etwa die Jungheinrich AG, als RFID-Supplier die Deister Electronic GmbH, die Gebhardt Transport- und Lagersysteme GmbH als Ladungsträgerhersteller, PSI Logistics als Software-Anbieter sowie speziell auf dem Gebiet der Forschung das Institut für Transport- und Automatisierungstechnik der Leibniz Universität Hannover (ITA) sowie das Institut für Fördertechnik und Logistik der Universität Stuttgart (IFT).

Der Mensch im Mittelpunkt

Auch unabhängig von firmen- und forschungsübergreifenden Projekten treibt Still auf dem Gebiet der Flurförderzeugtechnik stets aktuelle Entwicklungen voran. So zum Beispiel bei der Reduzierung von Humanschwingungen. Hintergrund ist eine entsprechende EU-Verordnung vom März 2007, welche die Arbeitgeber verpflichtet, ihre Mitarbeiter keinen zu starken Vibrationen auszusetzen. Unter Humanschwingungen, auch Ganzkörperschwingungen genannt, versteht man alle auf den Menschen einwirkenden mechanischen Schwingungen, die durch technische Hilfsmittel oder durch Fahrzeuge verursacht werden. Fahrer von Gegengewichts- oder Schubmaststaplern sind diesen Schwingungen oftmals in erheblichem Maße ausgesetzt. Häufig sind unebene Fahrstrecken die Ursache.

Rat zu unabhängigen Messungen

Über die Reifen werden die Unebenheiten auf den Fahrzeugrahmen, von dort auf die Fahrerkabine und schließlich auf den Sitz übertragen. Die auf Gummipuffern gelagerte Kabine von Still-Staplern verringert die auf den Arbeitsplatz übertragenen Vibrationen in spürbarer Weise. Für die neutrale Messung von Humanschwingungen empfiehlt Still herstellerunabhängige Institute. Eine Liste mit Namen solcher Institute findet sich im Internet unter www.still.de/humanschwingungen.

www.still.de

FV-X von StillFlexibler Vielkönner

Einen flexiblen Vielkönner für enge Regalgänge bietet Still mit dem FV-X an. Der wendige Fahrersitz-Hochhubwagen mit viel Beinfreiheit für den Bediener kommt gemessen an seiner Größe ? das Chassis ist 880 mm breit und 1.070 mm lang ? als echter Kraftprotz daher. Je nach Ausführung stemmt der FV-X 1.200 beziehungsweise 1.600 kg, und das bis zu einer Höhe von 5,466 m. Angetrieben wird das neue Still-Gerät von einem Motor mit moderner Drehstromtechnologie.

Erschienen in Ausgabe: 01/2008