Gute Aussichten

Fachtagung - Die Logistik gilt als Zukunftsbranche. Deshalb sind Informationen aus Forschung und Entwicklung heiß begehrt. In Dortmund hörten 600 Tagungsteilnehmer, wohin die Reise geht.

21. November 2005

Die Logistik verlangt mehr denn je nach interdisziplinär geprägten Ansätzen und der Integration neuer Technologien. Informationen, die eine zukunftsgerechte Gestaltung komplexer Gesamtlösungen bewerten, sind also gefragte Orientierungshilfen. Wie gefragt sie sind, zeigte das enorme Interesse am Dreiergipfel der Logistik. Rund 600 Besucher nahmen an der Gemeinschaftsveranstaltung aus Dortmunder Gesprächen, Warehouse Logistics und Fraunhofer-Symposium RFID teil.

Obwohl aus den einzelnen Technikbereichen imponierende Weiterentwicklungen und neue Lösungen vorgestellt wurden, dominierten die Zukunftsaspekte der RFID-Technologie eindeutig das Tagungsgeschehen. Prof. Dr. Michael ten Hompel, Institutsleiter des IML, erklärte, es sei eine Aufbruchstimmung zu spüren bei den Themen RFID und Logistik-Software wie bisher zu keiner anderen Zeit.

Intensive Entwicklungsarbeit rund um das Internet der Dinge

Unter dem Begriff »Internet der Dinge« befasst sich ein Dutzend Fraunhofer-Institute mit Themen, die vom Chipdesign bis zur Anwendungsentwicklung reichen. Ein Schwerpunkt sind RIFD-Tags als mikro-elektronische Komponenten aus halbleitenden Polymeren. Um eine Selbstorganisation von Werkstücken und Gütern zu erreichen, werden mit Hilfe der Informationstechnik geeignete Agentensysteme entwickelt. Aber auch die Netzwerktechnologie spielt eine herausragende Rolle. Überdies sind selbstagierende Transporteinheiten zu entwickeln, damit die Realisierung kostenminimaler Transportstrukturen möglich wird.

»Bewertet man den Stand, der mit RFID im Transportbereich schon heute erreicht ist«, sagt Fraunhofer-Präsident Prof. Dr.-Ing. Hans-Jörg Bullinger, »dann dürften die Komplettentwicklungen in den nächsten zehn Jahren zu den gewünschten Ergebnissen führen.« Gemeint sind selbstorganisierende Systeme auf Basis von autonomen, echtzeitnahen und adaptiven Steuerungen.

Zu den Highlights der Gemeinschaftsveranstaltung in Dortmund gehörte die Unterzeichnung eines Kooperationsvertrags des Fraunhofer IML mit der Shanghai Seashore Logistics Equipment Co Ltd. Ziel ist die Entwicklung eines internationalen Logistiksparks in Shanghai. Er soll vor allem dazu dienen, Maschinenbau-Unternehmen den Einstieg in den chinesischen Markt zu erleichtern. Das ambitionierte Projekt ist für die Dauer von drei Jahren angelegt. Neben den Unternehmen, die Lösungen in den Bereichen Intralogistik und außerbetriebliche Logistik anbieten, sollen sich Institutionen wie der in China sehr geschätzte TÜV und der Verband Deutscher Ingenieure sowie wissenschaftliche Institute im Umfeld von einer der drei großen logistischen Drehscheiben im Reich der Mitte ansiedeln.

Erschienen in Ausgabe: Lagertechnik/2006