Zahlen und Marktumfrage

Gute Zahlen, gute Stimmung

Wie lief das Geschäftsjahr 2017 – und wie geht es 2018 und 2019 weiter? Welche Trends sehen die Hersteller von Flurförderzeugen am Markt? Die große »logistik journal«-Marktbefragung liefert Antworten. Lesen Sie, mit welchen Entwicklungen die Marktteilnehmer rechnen.

08. Oktober 2018
Gute Zahlen, gute Stimmung
»Wir verzeichnen signifikantes Wachstum auch in Deutschland.« Martin McVicar, Combilift. (Bild: © Tobias Rauser)

Die Wachstumsrate ist beeindruckend: 18 Prozent. 18 Prozent mehr Aufträge verzeichneten die Hersteller von Gabelstaplern und Lagertechnik im Jahr 2017. Damit erreicht der Markt ein Volumen von 1.395.000 Fahrzeugen. Rekord. Der Trend seit der Krise 2009 ist damit eindeutig: Wachstum, Wachstum, Wachstum (siehe Grafik). Zur Wahrheit gehört aber auch: Ein wichtiger Teil dieser Erfolgsgeschichte liegt in Asien begründet. So wuchsen die Auftragseingänge auf dem europäischen Kontinent von 2016 auf 2017 um 12 und in Asien um 28 Prozent. Mehr als doppelt so stark also. Im Zehn-Jahres-Vergleich sieht das noch etwas drastischer aus. In diesem Zeitraum kletterten die Auftragseingänge in Europa um 14 Prozent – in Asien dagegen um sagenhafte 114 Prozent. Doch nicht nur die Wachstumsraten sind imposant, auch bei den Stückzahlen liegt Asien mittlerweile vorne. Wurden im Jahr 2007 in Asien noch 266.000 Flurförderzeuge geordert, waren es im vergangenen Jahr 568.000. Zum Vergleich: In Europa wurden 2007 411.000 Fahrzeuge bestellt – zehn Jahre später 470.000 Stück.

Jeder vierte Stapler geht nach China

Diese Zahlen verändern die Marktanteile (siehe Grafik). Asien überholt Europa, das seit 2007 von 43 auf 34 Prozent Marktanteil am Weltmarkt zurückfällt. Die Lokomotive Asiens ist der chinesische Markt: Im Jahr 2017 lag allein der Marktanteil des Reichs der Mitte am Weltmarkt bei 27 Prozent (2007: 12 Prozent). Sprich: Jeder vierte Stapler geht nach China – und damit mehr als nach Süd-, Mittel- und Nordamerika, Australien und Afrika zusammen. Und, auch das zeigen die Zahlen der Worldwide Industrial Truck Statistics (WITS): 2018 geht dieser Trend weiter. Die Statistiken des ersten Halbjahrs 2018 (siehe Grafik Seite 53) zeigen ein Wachstum bei den Auftragseingängen von 13,3 Prozent für Europa – und 18 Prozent für Asien. Die Aufträge aus China nehmen sogar um 22,6 Prozent zu, ein Wachstum, das nur von Osteuropa mit 24,3 Prozent übertroffen wird. Doch bei allen Verschiebungen: Der Markt in Europa läuft weiterhin sehr gut. Kein Grund für Sorgenfalten also in den Konzernzentralen der Staplerhersteller.

Lagertechnik statt Verbrenner

Die Zahlen von WITS zeigen noch einen weiteren Trend: Immer mehr lagertechnische Geräte werden verkauft. Das Produktsegment wächst stärker als andere. Lag der Anteil lagertechnischer Geräte 2007 noch bei 37 Prozent, wuchs das Tortenstück im Jahr 2017 auf 44 Prozent. Wenig überraschend: Das geht vor allem auf Kosten der verbrennungsmotorischen Gegengewichtsstapler, deren Anteil von 45 auf 39 Prozent sinkt.

Doch wie sehen die Marktteilnehmer die Lage am Markt? Wie in jedem Jahr hat »logistik journal« in den Konzernzentralen rund um den Globus nachgefragt: Wie ist es 2017 gelaufen? Was sind die wichtigsten Trends? Und wie entwickeln sich die nächsten Jahre? Uns erreichten viele Antworten, die vor allem die Zufriedenheit mit der aktuellen Lage eint. Wie die großen Player die Lage einschätzen, können Sie auch in den Interviews auf Seite 16, 26 und 34 nachlesen.

Das sagen die Hersteller zur Lage

Der klare Spitzenreiter im Ranking, Toyota Material Handling, berichtet von einem boomenden Markt, der von den Regionen China, USA und Europa getrieben wird. Auch für das Jahr 2018 ist Toyota optimistisch gestimmt. »Wir erwarten, dass die globale Wirtschaft weiter wächst.« Mögliche Unsicherheiten, die dieses Wachstum gefährden könnten: Handelsbeschränkungen, die sich aus der protektionistischen Politik der USA ergeben, die Geldpolitik einiger Staaten und andere geopolitische Risiken.

Die Kion Group hat im vergangenen Jahr den Gesamtumsatz um 37 Prozent steigern können – unter anderem durch die Konsolidierung von Dematic und das Wachstum im Segment Trucks & Services. »Hier konnten wir neben deutlich höheren Stückzahlen auch ein Plus im Servicegeschäft erzielen«, meldet das Unternehmen. Einer der wichtigsten Trends ist für Kion die Digitalisierung. »Das Internet of Things wird immer präsenter in den Produktionsstätten«, sagt Michael Hauger, Senior Vice President Corporate Communications bei Kion. Für 2018 will das Unternehmen »an die erfolgreiche Entwicklung 2017 anknüpfen« und sowohl Auftragseingang als auch Umsatz weiter steigern.

Für Mitsubishi Logisnext war 2017 ein gutes Jahr: »Wir hatten ein starkes Wachstum in Europa«, berichtet Yasumitsu Baba, Corporate-Planning-Officer dem »logistik journal«. Er benennt Energieeffizienz, Nutzererfahrung und One-Stop-Services als die wichtigsten Trends. Für die Zukunft prognostiziert Baba weiteres Wachstum – vor allem durch die fortschreitende Entwicklung des Online-Geschäfts. »Daneben werden auch Lösungen für den automatisierten Materialfluss, etwa AGV, stetiges Wachstum erfahren«, glaubt Baba. Der Wandel in Richtung elektrisch angetriebener Flurförderzeuge wird sich nach Ansicht von Mitsubishi fortsetzen.

Ein erfolgreiches Jahr hat Jungheinrich hinter sich. Die Hamburger vermelden für 2017 einen stückzahlbezogenen Auftragseingang im Neugeschäft, der um 13 Prozent über dem Vorjahreswert lag. Pressesprecher Benedikt Nufer berichtet, dass insbesondere in Europa die Nachfrage steigt. Und auch bei den Fahrzeugbestellungen für die Mietflotte lief es überproportional gut. »Insgesamt konnte Jungheinrich den Marktanteil in Europa mit 21,5 Prozent festigen. Weltweit lag der Marktanteil bei 8,7 Prozent«, berichtet Nufer. Für die Zukunft sieht sich Jungheinrich sehr gut aufgestellt und nimmt die angepeilten vier Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2020 in den Blick. »Wir gehen davon aus, dass sich die außergewöhnliche Dynamik der vergangenen vier Jahre mit jeweils zweistelligen Wachstumsraten in 2018 normalisiert«, blickte Hans-Georg Frey schon im April auf der diesjährigen Hauptversammlung nach vorne. Ein ausführliches Interview mit dem Konzernchef lesen Sie auf Seite 26.

Der amerikanische Hersteller Crown hat im Geschäftsjahr 2017 die Drei-Milliarden-Dollar-Grenze geknackt. Für Europa berichtet Ken Dufford, Vice President Europe: »Europaweit war Crown auf Kurs und hat seine Marktposition gefestigt.« Ein Highlight 2017 war der vollzogene Umzug der Niederlassung in München. »Am neuen Standort in Neufahrn bei Freising steht der kontinuierlich gewachsenen Vertriebs- und Servicemannschaft nun das Vierfache der bisherigen Fläche zur Verfügung«, freut sich der Manager. Für ihn liegen die Trends auf der Hand: Digitalisierung, Industrie 4.0, Konnektivität, Automatisierung und Big Data. Für Dufford steht fest: »Die Warenlager der Zukunft werden sich signifikant von heutigen Lagern unterscheiden.« Dies verlange nach durchdachten Konzepten, in der es nicht ausschließlich um die Automatisierung der kompletten Prozesse ginge. »Gabelstapler müssen sich so optimal wie möglich an die konkreten Bedürfnisse der Kunden anpassen.« Für das Jahr 2018 ist Crown zuversichtlich und erwartet weiteres Wachstum. Doch etwas Skepsis bleibt: »Global zunehmende Konflikte und politische Unsicherheiten können auf längere Sicht wenig vorhersehbare Entwicklungen hervorrufen und deutlich schwierigere Rahmenbedingungen für die weitere Marktentwicklung setzen«, sagt Ken Dufford.

Wie läuft´s bei Hyster-Yale? »Deutlich verbessert.« Christina Kmetko von Hyster-Yale berichtet dem »logistik journal« von Wachstum in allen Business Units des Unternehmens. Auch für das laufende Jahr erwartet der Hersteller eine gute Konjunktur und starke Märkte. Zwar könne es in manchen Regionen durchaus Verschiebungen geben, aber insgesamt ändere das nichts an den guten Aussichten. Für das Jahr 2018 erwartet Hyster-Yale das Fortschreiten des Trends zur Elektrifizierung von Flurförderzeugen – »als Resultat einer stärkeren Fokussierung auf die Umwelt«. Eine wichtige Neuigkeit lief Mitte dieses Jahres über die Ticker: Die Akquisition von »Zhejiang Maximal Forklift« wurde wie angekündigt umgesetzt. Seit Juni ist Maximal nun unter dem Namen »Hyster-Yale Maximal Forklift« am Markt präsent.

Kalmar/Cargotec ist mit den Resultaten aus 2017 zufrieden. Das Geschäftsjahr lief für Hans Götz, Verkaufsleiter Deutschland von Kalmar Germany »absolut positiv«. »Die Welt wird elektrisch«, bringt er die Lage am Markt auf den Punkt. »Elektrische Varianten werden die motorischen ersetzen.«

Getrieben vom exorbitanten Wachstum des chinesischen Marktes ging es für Anhui Heli deutlich bergauf: Die Umsätze stiegen 2017 um vierzig Prozent. Marco Hauk, Geschäftsführer Deutschland bei Heli Gabelstapler vermeldet »großes Wachstum in Übersee und im Heimatmarkt«. Für die kommenden Jahre prognostiziert er: »Der Anteil der Verbrenner sinkt jährlich. Sie sind jedoch immer noch sehr wichtig und werden es auch für die nächsten drei Jahre bleiben.«

Die Franzosen von Manitou berichten von einer »anhaltenden Erholung« im Unternehmen, die im Jahr 2016 gestartet wurde. Diese Erholung manifestiere sich in einem beständigen und starken Wachstum in allen Segmenten – und in allen Regionen. »Im Jahr 2018 erwartet Manitou ein Wachstum auf dem gleichen Niveau wie 2017«, sagt Franck Lethorey aus der Kommunikationsabteilung des Unternehmens. 2019 könnte sich das Wachstum leicht verlangsamen.

Der zweite chinesische Hersteller in den Top 10 der Weltrangliste ist Hangcha. George Zhang, General Manager Assistent, ist überzeugt, dass der Anstieg der Arbeitskosten ein wichtiger Indikator für weiteres Wachstum ist. »Parallel dazu wird, hervorgerufen durch die steigenden Umweltauflagen und die Internettechnologie, die Marktnachfrage nach energiearmen, umweltfreundlichen und intelligenten elektrischen Flurförderzeugen deutlich steigen«, sagt Zhang.

Im letzten Jahr stand für Clark ein bedeutendes Highlight auf der Agenda: »2017 war für uns ein besonderes Jahr, denn wir haben den 100-jährigen Geburtstag des Clark-Gabelstaplers gefeiert«, berichtet Rolf Eiten, Präsident und CEO von Clark Europe. Anlässlich dieses Ereignisses fanden weltweit Festlichkeiten an den Clark-Standorten statt. Zeitgleich habe das Unternehmen die Entwicklung einer neuen Fahrzeuggeneration abgeschlossen. Doch auch die Zahlen stimmen ihn zufrieden: »Was die Verkaufszahlen anbelangt, war das Jahr 2017 für Clark sehr positiv.

Im Vergleich zum Vorjahr erzielten wir ein deutlich höheres Absatzvolumen.« Zu den Trends im Markt konstatiert Eiten: »Weltweit betrachtet ist der Verbrennermarkt immer noch das umsatzstärkste Absatzsegment. Aus diesem Grund haben wir auch mit der S-Series eine neue verbrennungsmotorische Baureihe auf den Markt gebracht, denn Clark entwickelt und produziert Produkte für den Weltmarkt.« Für 2018 ist Eiten optimistisch und erwartet einen neuen Absatzrekord bei den Flurförderzeugen. Doch es gibt auch Risiken: »Bedenklich erscheint uns die Entwicklung hinsichtlich der Einführung von Handelsbeschränkungen durch die Verhängung von Strafzöllen. Das würde auch unsere Branche hart treffen. Handelsbeschränkungen sind ein Risiko und eine Gefahr für das weltweite Wachstum.«

Der irische Hersteller von Flurförderzeugen Combilift verkauft seit Jahren jedes Jahr mehr Fahrzeuge. Über 5000 waren es 2017. Martin McVicar, Managing Director und Gründer von Combilift, antwortet auf die Anfrage von »logistik journal« wie folgt: »Unsere Verkäufe stiegen 2017 in fast allen Regionen – mit einem signifikanten Wachstum vor allem in Deutschland.« Für ihn ist der Trend im Markt die stärkere Hinwendung zu TCO (Total Costs of Ownership). »Durch die Telematik überwachen immer mehr Kunden die Nutzung ihrer Gabelstapler und investieren mehr Zeit in die Auswahl des Flurförderzeugs«, beobachtet McVicar. Der Firmenchef sieht eine wachsende Nachfrage im Bereich der Mitgänger-Flurförderzeuge. »Wir investieren stark in die Entwicklung solcher Fahrzeuge.« Die Grundlage für weiteres Wachstum ist auf jeden Fall gelegt: In diesem Jahr eröffnete das Unternehmen seinen neuen Hauptsitz im irischen Monaghan (siehe Interview mit Martin McVicar in Ausgabe 4 auf Seite 48).

»Wir sind mit dem zurückliegenden Geschäftsjahr sehr zufrieden, denn der Trend aus den Vorjahren hält weiter an.« So lautet das Fazit von Hans-Joachim Finger, Geschäftsführer von Hubtex Maschinenbau. Die Nachfrage nach Sonderfahrzeugen mit industrie-4.0-fähiger Ausstattung steige – besonders in den Bereichen Luftfahrt, Automotive, Entsorgung und Holz.

Und so hat der deutsche Hersteller seine Kapazitäten in Produktion und Verwaltung am Hauptsitz erweitert. Für die Zukunft sieht Finger die Themen Industrie 4.0 und Automatisierung weiterhin ganz oben auf der Agenda. »Die Unternehmen binden ihre Flurförderzeuge immer weiter in ihre Produktionsprozesse ein. Daher sind sie stets auf der Suche nach maßgeschneiderten Lösungen«, erklärt der Geschäftsführer. Hubtex rechnet mit weiterem und kontinuierlichem Wachstum. »Vor allem Projekte im Automatisierungsbereich werden langfristig und kontinuierlich umgesetzt«, so Finger. »In unserem Kernsegment Mehrwegestapler gehen wir davon aus, dass sich der Trend hin zu mehr Elektrofahrzeugen weiter fortsetzt.«

Der einzige Inder in der Rangliste ist Godrej & Boyce. Sumeet Bansal berichtet von strukturellen Veränderungen in der Ökonomie seines Heimatlandes. Die angestoßenen Strukturreformen bräuchten ihre Zeit. »Im letzten Quartal unseres Geschäftsjahres (Januar bis März 2018) sehen wir eine Erholung, die zu einem Wachstum in diesem Jahr führen könnte«, sagt Bansal. Ganz konkret möchte Godrej & Boyce 2018 um zwanzig Prozent zulegen – und im gleichen Tempo dann auch in den nächsten Jahren. »Der indische Markt ist in einer aufregenden Phase für Material-Handling-Equipment«, sagt der Deputy General Manager Bansal.

Auf unsere Anfrage meldet der italienische Hersteller Pramac eine »positive« Entwicklung für 2017. Verkaufsleiter Florian Leuchtenmüller sieht einen »weiterhin wachsenden Markt im Bereich leichte, kompakte Maschinen und Anwendungen«.

Acht Prozent Wachstum: 2017 war für Stöcklin ein erfolgreiches Jahr. »Unser Wachstum hat vor allem in Deutschland und der Schweiz stattgefunden«, sagt Valentin Adelfio, Mitglied der Geschäftsleitung und Geschäftsbereichsleiter Flurförderzeuge bei den Schweizern. Adelfio sieht im Markt eine starke Nachfrage nach »wirtschaftlichen Komplettlösungen« wie zum Beispiel Flottenmanagement und die Anbindung automatisierter Geräte wie FTS und Lithium-Ionen-Energiesysteme. Dieser Bereich biete die Chance auf »enormes Wachstum«. Optimistisch blickt Stöcklin auch auf das laufende Jahr: »Für 2018 rechnen wir mit einer ähnlichen Zunahme wie bereits 2017. Wir registrieren auch eine erhöhte Nachfrage nach Servicedienstleistungen für eine maximale Verfügbarkeit der Geräte.« Auch der Trend zu Lithium-Ionen sollte in den nächsten Jahren weitergehen. »Bereits jetzt verlassen 30 Prozent unserer Geräte unser Werk mit Lithium-Ionen-Energiesystemen. Bis in drei Jahren werden es mindestens 50 Prozent sein«, prognostiziert Valentin Adelfio.

»Erfreulich.« So nennt Richard Ludwig von Genkinger die Tatsache, dass sich auch im Geschäftsjahr 2017 die »Nachfrage nach größeren, komplexeren und individuelleren Geräten nochmals verstärkt« habe. Konkret produzierte der deutsche Hersteller 100 Einheiten mehr – das sind zehn Prozent.

Der Geschäftsführer nennt gleich mehrere Trends, die das Wachstum begründen. So werde der Nutzen von Sonderbau-Geräten immer stärker honoriert und auch die Demografie spiele eine immer stärkere Rolle. Zudem gewinnen die Märkte in einigen Regionen wieder an Kraft: »Dass sich in Europa bislang eher schwächere Märkte zunehmend erholen, sehen wir daran, dass uns verstärkt Anfragen aus Ländern erreichen, die in der Vergangenheit eher abwartend waren«, sagt Ludwig. Der Ausblick fällt optimistisch aus – und hat die Risiken dennoch im Blick. »Wir sind für das nächste Jahr weiter optimistisch, dass der positive Trend weiter anhält. Die mittelfristige Prognose enthält naturgemäß einige politische Unsicherheitsfaktoren. Doch zurzeit haben wir keinen Grund, nicht an eine positive, robuste Konjunktur zu glauben.«

Magaziner Lager- und Fördertechnik konnte im vergangenen Jahr beim Umsatz um sieben Prozent zulegen. »Unsere Strategie moderaten organischen Wachstums durch die Stärkung unserer Marke, insbesondere in Wachstumsmärkten außerhalb von Europa, zeigt Erfolg«, freut sich Hans-Jürgen Ebsen, Leiter Vertrieb und Marketing des Unternehmens. Für 2018 rechnet Magaziner nach einem sehr starken ersten Halbjahr für das zweite Halbjahr mit einer »leichten Abkühlung der Märkte«. Das ändere aber nichts am Trend: »Grundsätzlich erwarten wir für die nächsten Jahre eine stabile Nachfrage nach unseren Produkten, wobei sich Auf- und Abschwünge in einzelnen Märkten vermutlich ausgleichen werden«, schreibt Hans-Jürgen Ebsen in unserem Fragebogen.

Ziele erreicht, positives Gesamtergebnis. Auch bei Miag gab es 2017 zufriedene Gesichter. Der Experte für explosionsgeschützte Fahrzeuge sieht sich verstärkt mit dem Kundenwunsch konfrontiert, größere Tonnagen zu transportieren. Das Jahr 2018 lief eher verhalten an, doch seit Juni verzeichnet Miag einen verstärkten Auftragseingang. »Wir gehen davon aus, die gesteckten Ziele für 2018 zu erreichen«, schreibt das Unternehmen. Zu beobachten gelte es vor allem, wie sich der Austritt Großbritanniens auswirke – und wie sich der Handelskrieg zwischen den USA sowie China und der EU entwickle. Doch den Risiken zum Trotz: »Wir wollen unsere Marktposition im Segment explosionsgeschützter Flurförderzeuge halten und weiter ausbauen.«

Fazit: Der Boom geht weiter

Die Antworten der Hersteller zeigen durch die Bank: Der Aufschwung wird auch 2018 und 2019 weitergehen. Die große Mehrheit ist äußerst positiv gestimmt und erwartet weiterhin hohe Wachstumsraten. Ob diese so exorbitant hoch wie im Geschäftsjahr 2017 ausfallen, ist zwar fraglich. Dennoch: Die großen Megatrends am Markt – Digitalisierung, Big Data, Automatisierung und der Online-Handel – verleihen dem Markt auch weiterhin ordentlich Rückenwind. Ein Schub, der wohl auch in den kommenden Jahren zu neuen Rekordmeldungen führen wird. Ein Haar in der Suppe gibt es dennoch, auch das zeigt die »logistik journal«-Marktbefragung. Die Antworten der Hersteller machen deutlich, dass die Unternehmenslenker durchaus Respekt vor den Folgen des Brexit, eines steigenden Nationalismus in Europa und des Handelsstreites haben. Ob das alles wirklich auf den Umsatz geht, werden die kommenden Rankings zeigen.

Erschienen in Ausgabe: 05/2018