Guter Schutz dank GTE

Unternehmen

Tür & Tor - Wachsende Automatisierung in der Logistik hat auch die Hersteller von Tür- und Tor-Anlagen vor neue Herausforderungen gestellt. Wie man sie meistert, zeigt unter anderem das Beispiel GTE Industrieelektronik.

04. Mai 2016

Als mechanische und thermische Barrieren zwischen Halleninnerem und Hallenäußerem müssen Tore ihren Dienst immer schneller verrichten und werden immer prompter auf Förderfahrzeuge und Personal abgestimmt. Die Einführung diverser Schnelllauftor-Systeme in Kombination mit vielfältiger Sensorik (Induktionsschleifen, Handsender, Transponder, Lichtschranken, Annäherungssensoren) hat diesen Trend zusätzlich begünstigt.

Besondere Anforderungen

Da vollautomatisierte Türen und Tore der Maschinenrichtlinie unterliegen, müssen sie hinsichtlich der Betriebs- und Nutzungssicherheit besondere Anforderungen erfüllen. Der Fachausschuss Bauliche Einrichtungen (FABE) der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) hat im November 2009 die Arbeitsstättenregel ASR A1.7 »Technische Regeln für Arbeitsstätten Türen und Tore« verabschiedet. Das Regelwerk richtet sich an die Betreiber von gewerblich genutzten Tür- und Toranlagen und formuliert vielfältige technische Anforderungen, die einen sicheren Betrieb innerhalb von Arbeitsstätten gewährleisten. Ein Kernaspekt dabei ist die Begrenzung der Schließkräfte, die eine Anlage auf eine Person oder einen Gegenstand ausübt, der sich versehentlich im automatischen Fahrweg befindet. Alle diesbezüglichen Normen fordern, dass eine Tor- beziehungsweise Türanlage ein Hindernis im Fahrweg in Sekundenbruchteilen erkennen und die Fahrbewegung umkehren muss.

Als Prüfverfahren führen die erwähnten Normen eine dynamische Kraftmessung an Hauptschließkanten der Anlagen ein. Dabei wird ein spezielles Schließkraftmessgerät an verschiedenen Messpunkten in den Fahrweg des Tores bzw. der Tür gehalten und der bei der Kollision auftretende Kraftverlauf aufgezeichnet. Kraftspitzen und Reaktionszeit werden ausgewertet und mit Norm-Grenzwerten abgeglichen. Messtechnik-Unternehmen haben nach den Vorgaben der Normen spezielle Schließkraftmessgeräte für Automatiktüren und -tore entwickelt, welche die Aufzeichnung und Analyse des Kraftverlaufs automatisch durchführen. Geprüfte Systeme namhafter Hersteller verfügen daher grundsätzlich über die Möglichkeit einer sicheren Kraftbegrenzung. Eine wiederkehrende Prüfung von Bestandsanlagen sowie nach Modifikationen im Feld war jedoch nicht explizit vorgeschrieben und dementsprechend keine gängige Praxis. Mit Inkrafttreten der Arbeitsstättenregel ASR A1.7 hat sich diese Rechtslage jedoch grundlegend geändert.

Die ASR fordert in Anlehnung an die Anforderungen der Normen zur Nutzungssicherheit eine jährliche Überprüfung der Sicherheitseinrichtungen von Automatiktüren und -toren einschließlich Kraftmessung und nimmt dabei den Anlagen-Betreiber in die exklusive Pflicht. Im Falle von Schadensereignissen im Zusammenhang mit Tür- und Toranlagen haften nun die Betreiber, falls sie nicht nachweisen können, dass sie ihrer jährlichen Prüfpflicht gemäß ASR nachgekommen sind.

Führender Hersteller

Als europaweit führender Hersteller von Kraftmessgeräten für Türen und Tore muss die GTE Industrieelektronik GmbH aus Viersen am Niederrhein feststellen, dass sich selbst im sechsten Jahr seit Veröffentlichung der Arbeitsstättenregel ASR A1.7 viele Betreiber sich erst allmählich der geänderten Rechtslage und ihrer Verantwortung im Bezug auf die gestiegenen Sicherheitsanforderungen bewusst werden. Dabei sind verschiedene Handlungsansätze zu beobachten.

Firmen, die großen Wert auf Eigenständigkeit legen, statten ihre Sicherheitsfachkräfte mit der erforderlichen Messtechnik aus und qualifizieren sie durch den Besuch einer entsprechenden Schulung zum Sachkundigen für kraftbetätigte Tore und Türen. Zahlreiche technische Überwachungsvereine und Akademien bieten regelmäßig geeignete Schulungsveranstaltungen an, in denen das nötige Know-how für sicherheitstechnische Prüfungen nach ASR A1.7 vermittelt wird. Vereinfachte Schließkraftmessgeräte, wie sie zum Beispiel GTE anbietet, helfen dabei, den Investitionsaufwand für Messtechnik auf ein Minimum zu begrenzen.

Unternehmen, die für die Instandhaltung ihrer Anlagen auf einen externen Dienstleister zurückgreifen, erkundigen sich bei diesem nach dem genauen Umfang von Tür- und Torprüfungen und spezifizieren gegebenenfalls die Prüfung mit Kraftmessung nach ASR A1.7. Die Erfahrung zeigt, dass vereinzelte schwarze Schafe im Bereich der Industrie- und Facility-Management-Dienstleister die nötigen Investitionen in Schulungen und Messausrüstung scheuen und sicherheitstechnische Prüfungen bestenfalls auf dem veralteten und unzureichenden Stand der BGR 232 durchführen. Hier muss von Dienstleistern zeitgemäßer Service eingefordert werden.

Wirtschaftlichkeit prüfen

Bleibt noch die Möglichkeit, bestehende Anlagen flächendeckend mit berührungslosen Schutzeinrichtungen auszustatten (z.B. voreilende Lichtschranken, Lichtgitter, lückenlose Anwesenheitserkennungen), die unter jedweden Umständen eine Person oder ein Hindernis im Fahrweg einer Anlage erkennen und eine Kollision, bei der Kräfte an den Schließkanten auftreten können, vollständig ausschließen. Kraftmessung ist in diesem speziellen Szenario nicht erforderlich, jedoch muss die Wirtschaftlichkeit einer solchen Nachrüstungsinvestition im Einzelfall betrachtet werden.

GTE Industrieelektronik ist ein mittelständisches Technologie-Unternehmen mit Sitz in Viersen am Niederrhein.

Gegründet im Jahr 1988 beschäftigt GTE mittlerweile 70 Mitarbeiter, die einen kontinuierlich steigenden Umsatz erwirtschaften.

Das Kürzel GTE steht für »Gesellschaft für physikalische Technologie und Elektronik«.

Geschäftsfelder sind Mess- & Steuerungstechnik, Brandsensorik und Electronic Services.

Erschienen in Ausgabe: 03/2016