Gutes Signal für die Jubiläums-Messe

Im Jahr 1979 war kaum abzusehen, dass eine regionale Verpackungsmesse sich so entwickeln könnte: die Fachpack startete damals in Nürnberg mit rund 100 Ausstellern. In diesem Herbst feiert sie 30-jähriges Jubiläum und stellt auf einer Fläche von 48.000 Quadratmetern aus. Im Interview mit logistik journal gibt Messe-Projektleiterin Heike Slotta einen ersten Ausblick auf die Messe.

03. September 2009

Frau Slotta, wie ist die aktuelle Lage auf dem Verpackungsmarkt in Deutschland?

Wir müssen differenzieren: In den letzten Monaten haben die Industriekunden ihre Packmittellager reduziert. Das spürten die Packmittelhersteller deutlich. Mittlerweile, so hören wir es von unseren Ausstellern, zieht das Geschäft hier wieder an. Die Preise sind stabil, teilweise leicht steigend, da einige Anlagen auf Dauer still gelegt wurden. Bei den Verpackungsmaschinenherstellern ist der Auftragseingang im ersten Quartal 2009 auf das Niveau der Jahre 2004/2005 zurückgegangen, so der VDMA. Das heißt: minus 20 Prozent zum Vorjahr und sogar minus 30 Prozent zum Höchststand im Jahr 2007 – ein Absturz von einem sehr hohen Niveau.

Was sind die Trends der diesjährigen Fachpack?

Kosten senken durch weitere Minimierung von Verpackungen, das heißt weniger Material und Gewicht, sparsamen Umgang mit Ressourcen, umweltschonende Produktion, Nachhaltigkeit, höhere Effizienz – das sind die Themen der Messe. Unsere Sonderschau »Nachhaltig Produzieren und Verpacken« hat eine überwältigende Resonanz. Auf 1.350 Quadratmeter zeigen 29 namhafte Aussteller, wie bereits verfügbare Techniken und innovative Verfahren im eigenen Unternehmen genutzt werden können. Etwa materialsparend produzierte Wellpappe aus zertifizierten, nachwachsenden Rohstoffen, biologisch abbaubare Folie aus Biomasse oder wasserlösliche Klebstoffe für die Produktion von Verpackungsmaterial.

Gibt es in diesem Jahr besondere Innovationen für den Bereich Verpackung?

Bei der Größe der Messe dürfen Besucher auf eine Vielzahl von Innovationen gespannt sein. Am besten schaut man sich aktuelle Produktinformationen und Neuheiten unserer Aussteller unter www.ask-FachPack.de oder www.ask-LogIntern.de selbst an. Deshalb will ich nur eine heraus greifen: In der Sonderschau „Nachhaltig Produzieren und Verpacken“ zeigen beispielsweise drei vollautomatische Verpackungsmaschinen, wie Kartons der Losgröße 1 hergestellt werden. Sind die unterschiedlichen Größen der Packstücke einmal programmiert, stellt die Maschine sekundenschnell um und produziert den maßgenauen Karton. Die Zeiten, in denen wenige Kartongrößen für unterschiedliche Teile verwendet und somit auch viel Luft transportiert wurde, sind offensichtlich zu Ende.

Welche Rolle wird das Thema RFID auf der Messe spielen?

Die Optimierung der Intralogistik ist für Unternehmen die Stellschraube, um interne Prozesse, wie den innerbetrieblichen Transport, die Kommissionierung oder teil- bzw. vollautomatisierte Verladesysteme effizienter zu gestalten. Speziell Auto-ID Lösungen, wie die RFID-Technologie, bieten in diesem Zusammenhang ein erhebliches Rationalisierungspotenzial. Eindrucksvoll zeigt dies auf 700 Quadratmeter der »LogIDSquare: Logistik – Transport – Verpackung mit RFID und mehr«: Ein vollautomatisches Fördersystem befüllt Kartonagen, verschließt oder schweißt ein, so dass ein Linear-Roboter diese kommissionieren oder als Ladeeinheit zusammen stellen kann. Über den gesamten – hier stark verkürzt dargestellten - Prozess werden alle Kartonagen/Kunststoffbehälter im Rahmen eines ganzheitlichen Tracking & Tracing mittels Barcode- oder RFID-Technologie erfasst. Wer mehr wissen will zum Thema RFID, ist bei der begleitenden praxisbezogenen Vortragsreihe auf dem Gemeinschaftsstand willkommen.

Interview: Kathrin Warncke