Die Auswirkungen der Corona-Krise machen sich in Deutschlands größtem Universalhafen bemerkbar. Im ersten Quartal verzeichnet der Hafen Hamburg einen Seegüterumschlag von 31,9 Tonnen, was einen Rückgang von 7,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresergebnis bedeutet. Während der Nachfragerückgang im Seeverkehr also deutlich spürbar ist, hält sich der Container-Hinterlandsverkehr, mit den Verkehrsträgern Bahn, Lkw und Binnenschiff mit 1,4 Millionen TEU bei einem Rückgang von 4,0 Prozent etwas konstanter.

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Der für den Hamburger Hafen bedeutende Schienengüterverkehr blieb mit 11,9 Millionen Tonnen 663.000 TEU zwar unter dem Ergebnis des Vorjahresquartals, bewegt sich aber auf deutlich höherem Niveau als im Jahr 2018 (612.000 TEU).

Die Abschwächung bei den Import- und Exportströmen ist mit dem Aussetzen globaler Transport- und Lieferketten durch die Auswirkungen der Coronakrise zu erklären. „Das Runterfahren der chinesischen Wirtschaft und die als Folge einsetzenden Blank Sailings in der Schifffahrt haben auch in Hamburg zu geringeren Umschlagmengen geführt“, erläutert Axel Mattern, Vorstand Hafen Hamburg Marketing e.V.

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Er betont jedoch auch, dass der Hafen Hamburg weiterhin voll betriebsfähig sei und dankt den insgesamt bis zu 156.000 direkt und indirekt Beschäftigten des Hafens sowie den Unternehmen der Seehafenverkehrswirtschaft, die täglich für einen reibungslosen Güterumschlag sorgen, für ihren Einsatz in dieser schwierigen Zeit.

Die auf Position zwei im Ranking der Containerpartner liegende USA verzeichnete im ersten Quartal noch ein Wachstum von 20,7 Prozent. „Diese auffällig gute Entwicklung der USA-Containerverkehre ist auf vier Anfang 2019 in Hamburg neu gestartete Transatlantikdienste zurückzuführen. Diese konnten sich sehr gut entwickeln und sorgten für größere Umschlagmengen, vor allem im Containerverkehr mit den Ostküstenhäfen der USA“, sagt Mattern.

Auch wenn sich der Hafen Hamburg in den kommenden Monaten wohl für weitere Blank Sailings und einen rückläufigen Gesamtumschlag wappnen muss, zeigt sich Mattern zuversichtlich: „Ab Juni ist es durchaus möglich, dass wir mit dem langsamen Anfahren der Wirtschaft in China und in Europa auch wieder eine Zunahme der Schiffsabfahrten und wachsende Gütermengen im Hafenumschlag und dem Seehafenhinterlandverkehr sehen werden“.