»Hersteller und Handel sind in der Pflicht«

Interview - Cornelia Fehlner leitet die FachPack der NürnbergMesse in diesem Jahr zum zweiten Mal. Was die Messe auszeichnet und was 2019 auf der Agenda steht, sagt sie im Gespräch mit »logistik journal«.

10. September 2019
»Hersteller und Handel sind in der Pflicht«
»Im Jubiläums- jahr rechnen wir mit 12 vollen Messehallen.« - Cornelia Fehlner (© NuernbergMesse)

Interview: Nadine Seifert

Frau Fehlner, Sie sind studierte Kulturwirtin und Geografin und waren zuletzt Wirtschaftsförderin der Stadt Weiden in der Oberpfalz. Dies ist nun das zweite Mal, dass Sie die Messegeschicke der FachPack leiten. Welche Bilanz ziehen Sie nach dieser Zeit?

Ich bin jetzt knapp zwei Jahre bei der NürnbergMesse und weiß gar nicht, wo die Zeit geblieben ist. Sie fliegt nur so dahin, weil es so viel Spannendes zu erleben gibt. Ich habe in dieser Zeit eine erfolgreiche FachPack 2018 gestaltet und die FachPack 2019 steht wieder kurz bevor. Darüber hinaus war ich viel unterwegs bei Kunden und auf anderen Branchenveranstaltungen, habe viele Menschen kennengelernt und erfahren, welche Themen und Trends die Verpackungsbranche derzeit bewegen. Die gewonnenen Erkenntnisse tauschen wir im Team aus und lassen sie in die Weiterentwicklung der Messe einfließen, sodass die FachPack weiterhin der erfolgreiche und beliebte Treffpunkt für die europäische Verpackungswirtschaft ist.

Lief Ihre erste Messe im letzten Jahr, wie Sie es sich vorgestellt haben? Immerhin präsentierte sich die FachPack in Ihrem Antrittsjahr mit einem neuen Hallenkonzept.

Die FachPack 2018 war eine tolle Messe, nicht nur was die Aussteller- und Besucherzahlen betrifft. Die Stimmung in den 12 Messehallen war einfach richtig gut. Und die klarere thematische Aufteilung der Messehallen in einen Bereich, der sich auf die »Verpackungen und Prozesse« bezieht, und einen, der sich auf »Technik und Prozesse« fokussiert, kam vor allem bei den knapp 45.000 Besuchern gut an. Diese spiegelten uns in der Vergangenheit wider, dass sie sich mehr Klarheit und Orientierung auf der Messe wünschen. Deshalb haben wir zum Beispiel auch auf der Website fachpack.de einen sogenannten Branchenkompass eingerichtet.

Und was erhoffen Sie sich 2019? Es ist ja auch das 40. Jubiläumsjahr der Fachpack.

Ich freue mich, dass wir wieder für drei Tage die Heimat der europäischen Verpackungsbranche sind, auf der die aktuellen Trends der Branche diskutiert werden. Und bin gespannt, welche innovativen Lösungen unsere 1.600 Aussteller im Gepäck haben. Im Jubiläumsjahr rechnen wir mit 12 vollen Messehallen. Wer hätte gedacht, dass sich die FachPack so erfolgreich entwickelt, als sie vor 40 Jahren mit rund 80 Ausstellern startete?

Was verbirgt sich hinter dem diesjährigen Leitthema der Messe »Umweltgerechtes Verpacken«?

Mehr denn je wünschen sich Verbraucher derzeit eine umweltgerechte Verpackung und Hersteller und Handel sind in der Pflicht zu handeln. Deshalb bewegt das Thema die Verpackungsbranche derzeit sehr und wir haben es zum Leitthema der FachPack gemacht. So ermöglichen wir den Unternehmen aus der Verpackungsindustrie, ihre neuen Ansätze auf der Messe vorzustellen und mit ihren Kunden zu diskutieren.

Neben den Präsentationen an den Messeständen gibt es ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Fachvorträgen in den Foren PackBox und TechBox, der Sonderschau »Nachhaltige Premiumverpackungen« und Preisverleihungen für nachhaltige Verpackungen.

Vier Jahrzehnte FachPack: eine lange Zeit. Wie lautet das Erfolgsgeheimnis?

In all den Jahren haben wir als NürnbergMesse den Markt immer intensiv beobachtet und zeitnah auf die unterschiedlichsten Entwicklungen reagiert. Das heißt zum Beispiel neue Angebotssegmente aufgenommen, neue Partner eingebunden, aktuelle Themen und Trends in speziellen Formaten auf der Messe dargestellt und nach dem Fall des Eisernen Vorhangs den osteuropäischen Raum kundenseitig erschlossen. So hat sich das Messekonzept immer weiterentwickelt und an den Wünschen und Bedürfnissen unserer Kunden orientiert. Die FachPack zeichnet vor allem Dreierlei aus: immer drei knackige Messetage, die Darstellung der aktuellsten Themen entlang der Prozesskette Verpackung sowie das attraktive Rahmenprogramm mit den beliebten Fachforen, Sonderschauen und Preisverleihungen.

Was würden Sie schätzen: Wie viel Prozent der Aussteller der ersten Stunde blieben der Fachpack 40 Jahre lang treu?

(lacht) Das weiß ich sogar ganz genau. Ich habe letzthin erst in den Archiven gewühlt und nachgezählt. Von Beginn der Messe als regionale Fachausstellung Verpackung im Jahr 1979 bis heute haben auf der FachPack ohne Unterbrechung 12 Unternehmen ausgestellt. Von den 88 Ausstellern bei der Premiere sind das etwa 13 Prozent. Bei diesen Ausstellern möchte ich mich ganz besonders für ihre Treue bedanken. Ein wirklich tolles Bekenntnis zur Messe.

Mal unter uns: Vermissen Sie Ihre Tätigkeit als Wirtschaftsförderin?

Nicht wirklich. Dafür ist meine Tätigkeit als Leiterin einer europäischen Fachmesse viel zu abwechslungsreich und spannend. Und letztlich fördere ich ja als Messemacherin auch die wirtschaftlichen Beziehungen, nur nicht regional, sondern auf europäischer Ebene.

Erschienen in Ausgabe: 04/2019