Hightech stoppt Lagerfeuer

Feuerschutzabschlüsse für Förderanlagen reduzieren Brandschäden

In moderne Brandschutzeinrichtungen zu investieren, erscheint manchem zunächst unproduktiv. Diese Ansicht kann sich im Fall der Fälle schnell ändern. Deshalb sollte nicht an der falschen Stelle gespart werden. Gerade beim Brandschutz ist jedoch die Auswahl des optimalen Systems von großer Bedeutung - und senkt nebenbei auch die Kosten.

22. Mai 2001

Zur Verknüpfung von Prozessschritten in der Logistik werden Produktions- und Lagereinrichtungen mit unterschiedlichsten Fördersystemen verbunden. Die enge Abstimmung der Prozesse ist dabei selbstverständlich. Dies gilt auch für die Logistik zum Kunden hin - eine Just in time-Fertigung duldet keine Unterbrechungen. Jede Störung kann die Kundenbeziehung gefährden und damit langfristig auch die Existenz eines Unternehmens. Ein wichtiger Punkt ist deshalb der Schutz vor den Auswirkungen von Feuer infolge technischen Versagens oder einer Brandstiftung.

Optimaler Schutz, geringe Kosten

Lagerbetreiber wollen ihre Millionenwerte und ihre Kundenbeziehungen schützen, aber nicht ihren optimierten Produktionsfluss stören. Hohen Schutz bei möglichst geringen Folgekosten, heißt die Devise. Auch bei Feuerschutzabschlüssen spielt dieser Aspekt eine wichtige Rolle.

Der Hersteller von Brandschutzsystemen, Stöbich, Goslar, stellte als erster Anbieter Feuerschutzabschlüsse für bahngebundene Fördersysteme vor, die keine Unterbrechung des Fördersystems erfordern. Der optimierte Fertigungsfluss wird in keiner Weise beeinträchtigt. Es sind keine konstruktiven Änderungen am Transportsystem oder am baulichem Umfeld erforderlich.

Universelles System

Alle bekannten Fördersysteme wie Rollen-, Gurt- und Kettenförderer, durchlaufende Zeitungsförderer, Elektrohängebahnen oder auch Power and free-Anlagen können mit diesen Systemen sicher abgeschottet werden. Der Transportvorgang wird nicht beeinträchtigt.

Nach Meldung der Branderkennung wird die Anlage freigefahren oder abgeräumt. Die speziell angepassten Abschottungsmodule sowie im Brandfall aufschäumende und kühlende Materialien gewährleisten die Abdichtung gegen Feuer und Rauch.

Zentral oder dezentral

Die Anlage kann mit einer dezentralen Steuerung ausgerüstet oder auch in die zentrale Steuerung integriert werden. Die Verknüpfung mit der gesamten Logistiksteuerung sichert, dass rechtzeitiges und sicheres Schließen in abgestimmter Weise erfolgen. Gegebenenfalls werden zum Freifahren auch Notstromaggregate integriert. Das Schließen erfolgt geschwindigkeitsgeregelt ohne Fremdenergie. Wurde die Anlage nur zu Testzwecken geschlossen, so wird sie motorisch oder manuell wieder zurückgestellt.

In manchem Einsatzfall ist es erforderlich, den Raumbereich wegen der Zugluft oder aus Sicherheitsgründen ständig abzuschotten. Dann werden Förderanlagenabschlüsse installiert, die die Durchfahrtöffnung schließen und nur im Transportfall motorisch öffnen. Auch hier bewährt sich wieder die integrierte Steuerung der Anlagen. Eine Spezialität des Hauses Stöbich sind T90-Türen, die auch gleichzeitig als Isoliertüren bis minus 30 Grad Celsius fungieren.

Aber nicht nur die bahngebunden Fördermittel sind in einem Sicherheitskonzept zu berücksichtigen. Die Übergabe- und Verkehrsbereiche sowie die Pufferlagerbereiche müssen ebenso eingebunden werden. Unter besonders engen Platzverhältnissen eignen sich die raumsparende oder flexible Systeme für den Einbau.

Das „Omnicompact“ T30 und T90 Sektionaltor von Stöbich wird mit einzelnen Lamellen unter der Decke aufgehängt. Über Kettentriebe senken sich die Lamellen in eine senkrechte Führung ohne Fremdenergie ab. Die aufeinander stapelnden Lamellen bilden dann den Abschluss. Kontaktleisten stoppen bei Berührung durch Personen die Schließbewegung. So lassen sich auch große Durchfahrten bis zu 4,5 und 8,0 Meter sicher schließen. Insbesondere in der Nachrüstung bietet diese Ausführung große Kostenvorteile, weil keine bauseitigen Vorleistungen zu erbringen sind. Lagerregale können direkt an die Wand gesetzt werden und bis an die Durchbrüche reichen.

Eine weitere Alternative sind Rauchschutzvorhänge. Völlig neue Brandschutzkonzepte lassen sich damit erstellen. Beinahe unbegrenzt sind die baulichen Möglichkeiten die das flexible Gewebe bietet.

Das geringe Bauvolumen im aufgewickelten Zustand gestattet den Einbau auch in verwinkelten Lagen. So kann etwa ein Hochregallagerbereich in mehrere Rauchschutzabschnitte unterteilt werden. Im Frankfurter Cargo-Center konnte auf diese Weise die Errichtung zusätzlicher Brandschutzmauern vermieden werden. Dies reduzierte nicht nur Erstellungskosten, sondern führte auch zu einer bedeutenden Verbesserung der Betriebsablaufes.

Experten sind gefragt

Brandschutz bleibt in jedem Fall eine Aufgabe für Spezialisten, die für die jeweilige Einbaubedingung den richtigen Förderanlagenabschluss aus-wählen. Durch entsprechende Wartung werden nicht nur die Betriebsauflagen erfüllt, sondern es wird auch der Werterhalt sichergestellt. Eine Nutzung über mehr als 30 Jahre kann so auch im Dauerbetrieb sichergestellt werden.

Erschienen in Ausgabe: 06/2000