23. JUNI 2018

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Lohnendes Zusammenspiel


Special

Lagerverwaltung - Die optimierte Verteilung von Arbeitsaufträgen ist ein Schlüsselthema in der Sicherung des Arbeitsflusses – oft IT-seitig unterstützt. Der Einsatz eines spezifischen Lagerleitstandsystems in Kombination mit mobilen Endgeräten kann sich für viele Anwendungsfälle lohnen.
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Die Planung im Voraus sichern, die Auslastung intelligent – bis hin zur Automatisierung – steuern und Prioritäten vergeben und überwachen: Das sind die Kernaufgaben einer Software für den Lagerleitstand und die mobile Anwendung. Hier bewegt man sich oft auf der Ebene von Zähllisten, Transport- oder Kommissionier-Aufträgen, die möglichst reibungslos verteilt ablaufen sollen, berichtet Markus Wills, Project Engineer bei der Commsult AG. Das Kritische wird parametrisiert und erkennbar gemacht, um es dem Lagerverwalter so frühzeitig wie möglich anzuzeigen. Danach erfolgt die Handlung, ein Umplanen beziehungsweise Optimieren vor allem von diesen kritischen Vorgängen.

Fähigkeiten und Werkzeuge
Doch bereits in der Planung entstehen komplexe Zusammenhänge, die zu berücksichtigen sind. Die Fähigkeiten der Lagermitarbeiter und die verfügbaren Werkzeugressourcen bringen eine zusätzliche Ebene ins Spiel. Verfügt ein Mitarbeiter über einen Staplerführerschein, ist er für Aufträge im Hochregallager einsetzbar, sein Kollege vielleicht nicht. Auch die Kapazität des Staplerfahrzeugs und seine zeitliche wie räumliche Verfügbarkeit kann eine Rolle spielen. Die Lagerverwaltung muss diese Faktoren neben Schichtplänen, Auftragskriterien und Lagerzonen berücksichtigen – und idealerweise Komfortfunktionen anbieten, die dem Benutzer die Optimierung erst ermöglichen können. Ohne diesen Gesamtüberblick bleibt der Nutzen meist überschaubar oder konzentriert sich auf nachträgliche Fehlersuche, anstelle auf proaktive Fehlervermeidung und Ablaufoptimierung.

Warum nicht alles im ERP abbilden?

Neben den eigentlichen Vorgängen/Aufträgen stehen die Verfügbarkeit von Mitarbeitern, ihre Skills und die verfügbaren Werkzeuge in einem Spannungsverhältnis. Ein Standard-Lagerleitstand des WMS von SAP etwa bietet vor allem folgende Funktionalitäten (Quelle: SAP-Doku):
• automatische Überwachung von Lagervorgängen,
• automatische Erkennung und Anzeige von Fehlern im Lager,
• Unterstützung bei der Analyse von Vorgängen, bei denen Fehler aufgetreten sind und
• Unterstützung bei der Fehlerbehebung.
• Bei dieser Auflistung wird klar, dass die oben dargestellten Zusammenhänge nicht von Haus aus berücksichtigt werden. Eine spezifische Lagerleitstand-Software bringt diese Zusammenhänge mit ein, bereitet sie auf und macht sie transparent – ohne den Kernprozess im ERP-System zu verändern. Mit Bordmitteln ist das nur mit sehr hohem Customizing-Aufwand erreichbar, weshalb viele Unternehmen das Investment an dieser Stelle scheuen, sagt Markus Wills.

Potenziale heben

In der Abwägung dieser Zusatzanschaffung lohnt sich der ganzheitliche Blick auf die Abläufe im Lager und deren IT-gestützte Abbildung. Der Einsatz von Mobilgeräten für Lageristen ist besonders spannend. Vielerorts werden sie immer noch innerhalb von Insellösungen als bloße Zählhilfen genutzt. Die Potenziale verknüpfter Prozesse könnten damit verschenkt werden, auch weil es oft am flexiblen Gegenstück auf der ERP-Seite fehlt. Oft aber auch, weil die Software auf den Mobilgeräten auf »Scan-and-send« degradiert wird. Im Rahmen gut gestalteter Funktionalitäten können die Mobilgeräte heutzutage mehr. Idealerweise so, dass sie leicht und intuitiv für jeden Lageristen bis hin zum kurzfristigen Saisonarbeiter zu bedienen sind. Das Zusammenspiel mit einer individuellen Lagerleitstand-Software eröffnet dann ganz neue Möglichkeiten und bietet höhere Flexibilität, sagt Markus Wills. An den zwei folgenden Beispielen »Inventur« und »Disposition« wird dies deutlich.

Zusammenspiel in der Inventur

1.Im ERP-System werden Inventurbelege erstellt und vorbereitet an die Lagerleitstand-Software übertragen.
2.Der Inventurleiter kann jeweilige Zähllisten den Mitarbeitern zuweisen oder automatisch verteilen lassen; Mitarbeiter können ggf. auch selbst Zähllisten anfordern oder mit einer Zählung flexibel beginnen, je nach Implementierung und Prozessanforderungen.
3.Der Inventurleiter sieht eine Übersicht der bereits gezählten Artikel.


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Ausgabe:
lj 03/2018
Bilder:
© Commsult
© Commsult
© Commsult

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