24. MAI 2018

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"Die Cemat ist eine eigene Liga"


Unternehmen

Messen & Events - Wer Produkte und Systeme für die Optimierung intralogistischer Prozesse anbietet oder sucht, kann dafür mehrere Veranstaltungen nutzen. Die weltweite Nummer eins unter den Intra-logistik-Messen aber ist die Cemat. Das jedenfalls sagt Wolfgang Pech, Geschäftsbereichsleiter der Cemat bei der Deutschen Messe AG.

Herr Pech, vor dem Hintergrund der gerade stattfindenden Logimat: Was genau macht die Cemat zur Weltleitmesse der Intralogistik-Branche?

Die große Internationalität sowie die Quantität und der hohe Innovationsgrad der gezeigten Exponate machen die Cemat zu einer Weltleitmesse. Rund 50 Prozent der Aussteller und mehr als 35 Prozent der Besucher kommen aus dem Ausland. Die Cemat ist eine Headquarter-Messe, auf der sich die Unternehmensleitung präsentiert und nicht die lokalen Händler. Die Aussteller bereiten ihr Engagement zur Cemat sorgfältig vor und präsentieren ihre Innovationen einem internationalen und hochkarätigen Publikum. Die Cemat ist weltweit bekannt und genießt überall in der Branche eine hohe Reputation. Das erlebe ich auf vielen Geschäftsreisen in Europa und Übersee.

Die Deutsche Messe verfügt über ein internationales Netz von Tochtergesellschaften und Repräsentanzen. Sie alle tragen entscheidend dazu bei, dass die Cemat die weltweit bedeutendste Branchenmesse ist.

Die Logimat findet im Februar statt, die Cemat bereits Anfang Mai – ist der zeitliche Abstand nicht etwas knapp? Immerhin erholen sich viele Aussteller noch von der Krise.

Die Cemat ist eine andere Liga, besser gesagt: eine eigene Liga. Unternehmen, die weltweit aktiv sind und sich in einem internationalen Umfeld positionieren möchten, stellen alle drei Jahre auf der Cemat aus. Es gibt weltweit keine vergleichbare Intralogistik-Messe. Der Termin der Cemat ist weltweit mit allen relevanten Verbänden und Marktführern der Branche abgestimmt und vom Markt so gewollt.

Die Cemat 2008 zählte 1.100 Aussteller und 60.000 Besucher. Welche Zahlen erwarten Sie für die Cemat 2011? Oder anders gefragt: Sind die Unternehmen trotz Krisen-Rekonvaleszenz ausstellungswillig?

Die Branche braucht Messen. Die Cemat kommt zum richtigen Zeitpunkt. Der Investitionsstau löst sich auf, und Unternehmen investieren wieder in neue Systeme. Wir hoffen, die Rekordzahlen von 2008 zu erreichen, trotz der Rekonvaleszenz-Phase. Viele Hersteller profitieren bereits von den verbesserten weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Insbesondere die Nachfrage nach Flurförderzeugen hat der Branche kräftige Zuwächse gegenüber dem niedrigen Marktvolumen des Vorjahres beschert. Die Systemhersteller und Lagertechniker bekommen den Aufschwung in diesem Jahr noch nicht voll zu spüren. Sie waren aber vom Abschwung auch nicht so stark betroffen. Auch für sie wird die Cemat wichtige Geschäftsimpulse geben.

Neben dem Nutzen der ausgestellten Neuheiten spielt auch Nachhaltigkeit auf der Cemat 2011 eine wichtige Rolle. Warum haben Sie gerade dieses Thema besetzt?

Wir haben dieses Thema in Abstimmung mit unseren Gremien besetzt. Wir möchten den Begriff Nachhaltigkeit nicht als Modeschlagwort verstanden wissen, sondern in seiner ureigensten Bedeutung: in der Ausgewogenheit, dem Gleichgewicht zwischen ökologischem Anspruch, ökonomischem Erfolg und sozialer Verantwortung. Auf die Intralogistik bezogen bedeutet das: Effizienz in den Systemen und Produkten, schonender Umgang mit Ressourcen und Berücksichtigung der Interessen der in die Prozesse involvierten Menschen. Eine Weltleitmesse wie die Cemat hat die Aufgabe, den Besuchern mit strukturierten Leitgedanken, attraktiven Foren und dem Blick in die Forschungsabteilungen der Institute und Unternehmen zu zeigen, welche globalen Trends und Entwicklungen in der nahen und mittleren Zukunft auf sie zukommen und mit welchen Innovationen diese Herausforderungen gemeistert werden können. Die Welt ist gespannt auf die Nachhaltigkeitsinnovationen – vor allem aus Europa. Auf der Cemat gibt es sie zu sehen.

Nachdem der eine für den anderen wirbt: Sind die Angebote von Cemat und Transport Logistic jetzt noch eindeutiger voneinander getrennt? Oder gibt es doch gewisse Überschneidungen?

Die Cemat und die Transport Logistic haben unterschiedliche Schwerpunkte. Natürlich gibt es Überschneidungen, aber diese lassen sich nicht gänzlich vermeiden. Es gibt durchaus Unternehmen, zum Beispiel aus dem Software-Bereich, für die beide Messen wichtig sind. Unsere Kooperation ist in erster Linie auf die Besucher aus Übersee ausgerichtet. Diese sollten sich nicht für die eine oder andere Messe entscheiden, sondern diese besondere Konstellation in 2011 nutzen und beide Messen besuchen.

Mit ihrem Dreijahresturnus berücksichtigt die Cemat den Entwicklungszyklus vieler Unternehmen. Auf welche Innovationen dürfen die Besucher sich in diesem Jahr besonders freuen?

Wie Sie wissen, sind unsere Aussteller sehr zurückhaltend, wenn es darum geht, ihre Innovationen weit vor der Messe bekannt zu geben. Aber so viel kann ich schon sagen: Es werden natürlich Produkte und Lösungen präsentiert, die sich mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzen. Dabei geht es um die intelligente Steuerung von logistischen Prozessen, um neue Verpackungen, neue Ladehilfsmittel und neu durchdachte intralogistische Konzepte. Das Thema Leichtbau, die Verarbeitung alternativer Materialien und auch ihre Recycling-Eigenschaften werden auf der Cemat 2011 ein weiterer wichtiger Aspekt sein.

Die Cemat ist mit Messe-Veranstaltungen in China, in Indien und Russland vertreten. Heimat der internationalen Marke aber ist Hannover. Was macht diesen Messeplatz und speziell die »Cemat Deutschland« so besonders?

Unsere Cemat-Veranstaltungen in China, Indien und Russland basieren auf dem Erfolg der Cemat in Hannover. Wie bereits erwähnt, genießt die Cemat in der Branche einen weltweiten Bekanntheitsgrad. Unsere Aussteller wissen diese Qualität zu schätzen und begleiten uns daher in die aufstrebenden Märkte dieser Welt. Wir werden immer wieder gefragt, ob diese Messen nicht den Erfolg der Cemat gefährden. Die Antwort darauf lautet eindeutig: Nein! Im Gegenteil, die Cemat in Hannover profitiert von unseren Veranstaltungen im Ausland, da wir dort neue Aussteller- und Besuchergruppen erschließen, für die teilweise auch ein Auftritt in Hannover von Interesse ist.

Die Cemat in Hannover ist einzigartig aufgrund ihrer großen Internationalität und des hohen Innovationsgrads. Sie spiegelt den Weltmarkt der Intralogistik wider. In Hannover werden die aktuellen Branchentrends aufgezeigt und diskutiert. Die Cemat ist eine Messe, auf der die Headquarters ausstellen und sich entsprechend engagieren. Das ist zum einen an der Standgröße sichtbar, zum anderen an den Produkten. Auf der Cemat werden komplette Intralogistiksysteme präsentiert.

www.cemat.de

Ausgabe:
lj 01/2011
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