17. JULI 2018

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Rennpferde im Lager


Unternehmen

Projekte - Das für seine Taschen und Lederwaren mit Rennpferd-Prägung bekannte LabelLongchamp setzt auch in seinem Lager auf Schnelligkeit und Stärke, wenn auch ohne Reiter. Acht Fahrerlose Transportfahrzeuge zum vollautomatischen Palettentransport sorgen für den effizienten Materialfluss vom Fertigwarenlager zur Kommissionierung.
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Das Unternehmen Longchamp wurde 1948 von Jean Cassegrain in Paris gegründet und wird nach wie vor von der Familie geführt. Die Handtaschen, das Reisegepäck und die Accessoires von Longchamp sind weltweit für ihre Qualität und das darin umgesetzte Know-how bekannt. Das Angebot des Labels umfasst mittlerweile auch Schuh- und Prêt-à-Porter-Kollektionen. Longchamp ist eine internationale Marke, deren Elan und Energie auch nach Jahrzehnten im Business nicht nachgelassen hat. Sie steht für französische Eleganz und eine inspirierende Kreativität. Longchamp spricht Frauen in der ganzen Welt an, die gerne etwas Luxus in ihren Alltag bringen. Erfrischende Werbekampagnen und eine anregende Zusammenarbeit mit einigen Künstlern unterstreichen den zeitgenössischen und spielerischen Geist des Hauses Longchamp, das weltweit mit mehr als 290 Boutiquen vertreten ist.

Maßgeschneidertes System

Bereits in den Jahren 2009 und 2010 realisierte SSI Schäfer ein maßgeschneidertes Pick-and-Pack-System für den Luxus-Lederwarenhändler mit einer automatischen Förderanlage für die Kommissionierung der Artikel und Sequenzierung der Auftragsbehälter vor der Verpackung sowie für die Sortierung der Kundenauslieferungen im Versand. »Mit Hilfe der Logistikplattform werden unsere Produkte im Lager angenommen, eingelagert sowie kommissioniert und die fertiggestellten Produkte verschickt, durchschnittlich etwa 20.000 Artikel pro Tag«, so Albin De Macedo, Logistikverantwortlicher bei Longchamp.

Aufgrund der starken Absatzsteigerung in Europa und auf der ganzen Welt war der Hersteller bereits nach dreijährigem Betrieb der bis dahin bestehenden Anlagen an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen. Es wurde daher Zeit für eine neue Investition, um die Logistikflächen sowie die Leistungen in einem neuen Gebäude zu verdoppeln. Aufgrund der sachkundigen Angebote und der guten Erfahrungen aus dem ersten Projekt entschieden sich die Verantwortlichen von Longchamp erneut für eine Zusammenarbeit mit dem Komplettanbieter SSI Schäfer. »Die im Rahmen des ersten Projektes unter Beweis gestellte Professionalität und Zusammenarbeit waren die wesentlichen Gründe, weshalb wir uns für eine erneute Zusammenarbeit mit SSI Schäfer entschieden«, begründet Albin De Macedo die Entscheidung.

Umfangreicher Auftrag

Der neue Auftrag an SSI umfasste neben dem Umzug der bestehenden Lagereinrichtung den Aufbau neuer Regalsysteme, die Integration einer neuen Ausstattung in das Behälterfördersystem und das System für die Beseitigung gebrauchter Kartons sowie die Lieferung und Inbetriebnahme eines Senkrechtförderers und einer Förderanlage für Paletten. Für den Nachschub aus dem Fertigwarenlager und zum Auffüllen der Kommissionierregale konzipierte SSI Schäfer zusammen mit Longchamp zudem ein Fahrerloses Transportsystem (FTS), das über ein intelligentes dezentrales Steuerungssystem gesteuert wird.

Der Einbau der Erweiterung am Longchamp-Standort Segré erfolgte phasenweise. Zunächst installierte SSI Schäfer neue, einfach- und doppeltiefe Palettenregale und neue Durchlauf- und Fachbodenregale für die Kommissionierung sowie die Hälfte der geplanten Förderanlage.

Nützliche Integrierung

»Wir haben die 2010 installierte Förderanlage natürlich durch die Integrierung in das neue Gebäude wiederverwendet. Die Herausforderung bestand darin, jede alte Fördereinheit dem neuen Plan anzupassen. Das war ein bisschen wie Tetris spielen, nur mit Förderern«, erinnert sich Sylvain Cerise, Leiter der Abteilung Automatisierung von SSI Schäfer SAS, der französischen Niederlassung der SSI Schäfer Gruppe.

Da die Lieferfähigkeit von Longchamp zu keiner Zeit gefährdet sein durfte, musste die in Phase 1 aufgebaute Neuanlage erst in vollem Umfang funktionieren, bevor die alte Anlage abgeschaltet werden konnte. Nach einigen Wochen des Betriebs startete die zweite Phase mit dem Abbau der bestehenden Anlage im alten Gebäude und der Rekonfiguration im neuen Lager. Die darauf folgende Phase umfasste die Integrierung des Kommissionierungssystems mit Funkterminals und des bereits seit 2010 implementierten Materialfluss-Steuersystems »WAMAS«. »Erst nach dieser letzten Phase erfolgte die Inbetriebnahme des gesamten Systems«, erklärt Sylvain Cerise.


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