19. JULI 2018

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Richtlinien zum sicheren Transport von Waren und Rohstoffen


Der Transport von Waren, Gütern und Rohstoffen wird ganz überwiegend im öffentlichen Raum abgewickelt. Ob zu Wasser, zu Land oder in der Luft; die jeweiligen Transportwege, beispielsweise Straßen, Wege, Plätze oder Kanäle, sind öffentliche Verkehrsflächen.

Damit steht der Transporteur in einer ganz besonderen Verantwortung, und zwar zu zwei Seiten hin. Zum einen muss er sein Transportgut sicher von A nach B transportieren. Zum anderen muss auch sichergestellt sein, dass durch den Transport selbst niemand zu Schaden kommt. Vermieden werden müssen Personen-, Sach- sowie Vermögensschäden, und darüber hinaus auch Schäden an der Allgemeinheit wie beispielsweise Umweltschäden. Mit einem Satz gesagt: Jeder Warentransport muss nach geltendem Recht und Gesetz ablaufen. Doch bei der Vielfalt und Vielzahl an Gesetzen sowie an aktueller Rechtsprechung ist das nicht immer einfach.

Verladen + Fahrzeugführen = Transport
Zuständigkeit und Verantwortlichkeit für den Transport sind in die beiden Bereiche Verladen und Transportieren aufgeteilt. Der eine sorgt für die Ladungssicherung, der andere für den sicheren Transport.

Zu den wichtigen, gängigen Rechtsgrundlagen gehören

  • § 22 der Straßenverkehrsordnung [StVO]

  • § 130 des Versicherungsvertragsgesetzes [VVG]

  • Richtlinie des Vereins Deutscher Ingenieure, VDI 2700 zur Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen

  • Gefahrgutbeförderungsgesetz [GGBefG]

  • Gefahrgutverordnung für Straße, Eisenbahn und Schifffahrt [GGVSee]

  • Produktsicherheitsgesetz [ProdSG]

  • Arbeitsschutzgesetz [ArbSchG]

  • Betriebssicherheitsverordnung [BetrSichV]

  • DIN EN Normen

  • VDI-Richtlinien

  • Berufsgenossenschaftliche Vorschriften

  • Richtlinien mit verbindlicher sowie freiwilliger Grundlage


Sicheres Verladen – unabdingbare Voraussetzung für sicheren Transport
Die Aufgaben und Verantwortlichkeiten von Verladen und Transportieren gehen stellenweise fließend ineinander über. Schnittstellen entstehen ganz automatisch dadurch, wenn beide Tätigkeiten nicht von ein und demselben, sondern von zwei oder mehr Unternehmen wie von Subunternehmen durchgeführt werden. Solange nichts geschieht ist alles gut; doch wehe, wenn nicht. Der Fahrzeugführer muss sich von einer sicheren Beladung seines Fahrzeuges überzeugen und gleichzeitig auch einen sicheren Transport gewährleisten. Hier spielen auch die passenden Verpackungen für die Logistik eine nicht unerhebliche Rolle. Denn die optimale Verpackung für verschiedene Produkte und Waren sorgt auch mit für die Sicherheit beim Transport. Der Verladevorgang ist dann beendet, wenn das Transportgut beförderungssicher auf das Fahrzeug verladen, in dem Sinne gebracht worden ist. Dieser Punkt ist die Schnittstelle für die Sicherheit. Damit es hier nicht zu Unstimmigkeiten mit Folgen kommt, müssen die Vorschriften über den sicheren Transport eingehalten sein. Die Hauptverantwortung dafür liegt beim Verlader. Ihm müssen alle infrage kommenden Rechtsgrundlagen geläufig sein, weniger dem Fahrzeugführer.


Einige Rechtsgrundlagen in Kürze

1. Das Gesetz über die Beförderung gefährlicher Güter, das GGBefG aus dem Jahr 1975 gilt als Bundesgesetz deutschlandweit. Darin wird nicht nur der Transport selbst, sondern auch das Aus- und Verpacken des Transportgutes beim Be- sowie beim Entladen geregelt.

2. Die seit Mitte der 1950er-Jahre geltende Verordnung über die Beförderung gefährlicher Güter mit Seeschiffen, die GGVSee regelt innerhalb von Deutschland den nationalen und internationalen Transport von Gefahrgut auf der Straße, der Schiene, auf Binnengewässern und zur See. Übergeordnete Rechtsgrundlage der GGVSee ist das allgemeine Gefahrgutrecht. Es gilt national und international für die gesamte Beförderung jeglichen Gefahrguts.

3. Das Gesetz über die Bereitstellung von Produkten auf dem Markt, eher als ProdSG bekannt, gilt als Bundesgesetz seit Mai 2004. Es hat das damalige Geräte- und Produktsicherheitsgesetz GPSG abgelöst. Im ProdSG sind die Sicherheitsanforderungen von Arbeitsmitteln und von Produkten für den Endverbraucher geregelt. Die weiteren Gesetze, Verordnungen, Richtlinien und Bestimmungen gelten nicht speziell für die Transportsicherung selbst, sondern auszugsweise für einzelne Teilbereiche. Dennoch, und das ist auch für das Ladungssicherungs- und das Transportwesen entscheidend, müssen auch diese Bestimmungen in der jeweiligen Fassung berücksichtigt werden. Das erfordert von den Firmeninhabern und Verantwortlichen viel Know-how sowie das Verantwortungsbewusstsein, sich dauerhaft auf dem Laufenden zu halten.

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