Sagen Sie mal

Nachgefragt bei Dirk Bald (55), Director Industrial Technology bei ZF Friedrichshafen. Nach dem Maschinenbaustudium an der Uni Siegen begann er in der Vorentwicklung der ZF in Friedrichshafen. Daraufhin übernahm er leitende Positionen mit dem Schwerpunkt Prozessoptimierung/Digitalisierung in der Entwicklung. 2001 wechselte er als Leiter F&E für E-Staplerantriebe in die ZF Gotha GmbH und war dort zuletzt Geschäftsführer. Seit 2011 ist er als Leiter Staplersysteme für das weltweite Material Handling Geschäft von ZF zuständig.

07. November 2018
© ZF Friedrichshafen
(Bild: ZF Friedrichshafen)

… Herr Bald, wie muss ein Tag beginnen, um Ihr Freund werden zu können?

Wenn der Tag mit wärmenden Sonnenstrahlen beginnt, hat er schon einmal beste Chancen, mein Freund zu werden. Am liebsten ist mir dann noch ein kleines Frühstück mit der Familie auf der Terrasse. Mit welcher Einstellung betreten Sie morgens Ihr Büro? Mit einer sehr positiven. Jeder Tag bringt Neues und Unerwartetes. Dies mit dem Team rund um den Globus zu meistern, macht die Aufgaben interessant. So kann ich fast jeden Tag Impulse geben und selbst etwas dazulernen.

Welche Fehlleistungen, von Ihnen selbst wie von anderen, gehen Ihnen am meisten gegen den Strich?

Unentschlossenheit und zu langes Zögern. Eine falsche Entscheidung ist oft das kleinere Übel als gar keine. Allerdings darf sich ein Fehler nicht wiederholen.

Wissen Sie um 12 Uhr, ob Sie den Tag auf die Habenseite schreiben können?

Um 12 Uhr ist noch nicht einmal die Hälfte des Tages vorbei. Bis dahin konnte ich mich auch nur mit der einen Hälfte der Welt austauschen, da fehlt mir noch ein großer Teil, um eine Tagesbilanz zu ziehen.

Mahlzeit! Woraus besteht Ihr Mittagessen?

Wenn ich nicht bei Kunden bin oder hier in Passau Besuch habe, esse ich mittags nur Joghurt und Obst.

Könnten Sie Ihr Essen auch selbst zubereiten?

Da meine Frau viel besser kocht als ich, habe ich es nach dem Studium aufgegeben. Dafür betätige ich mich umso lieber am Holzkohlegrill.

Mit wem würden Sie am liebsten am Tisch sitzen?

Mit meiner Familie. Es ist die beste Gelegenheit zu erfahren, was alle bewegt und Unternehmungen in der Zukunft zu planen.

Ein wichtiger Gesprächspartner kommt nicht auf den Punkt und gefährdet so den pünktlichen Beginn Ihres nächsten Meetings. Was tun Sie?

Wenn sich der Folgetermin nicht verschieben lässt, frage ich schon nach des Pudels Kern. Dabei kann ich auch ungeduldig werden, denn es ist eine Frage des Respekts, auch den Folgetermin pünktlich zu beginnen.

Heute mal kein Abendtermin. Sie können den Tag ausklingen lassen, wie es Ihnen gefällt. Wie sieht Ihr Wohlfühl-Programm aus?

Mit dem Mountainbike eine Runde durch die Wälder in der direkten Nachbarschaft fahren. Oder in meinem privaten Biergarten – also auf der Terrasse Zeitungen und Magazine lesen und das Internet durchstöbern. Spät am Abend lockt das Fernsehen mit einem interessanten Nachtprogramm.

Wofür schalten Sie ein, und warum?

Im heutigen Bildschirmformat sehe ich mir gerne aufwendig inszenierte Kinofilme an. Ebenso die Verfilmung von Regionalkrimis mit viel Lokalkolorit.

Ein Kapitel aus dem Buch auf Ihrem Nachttisch muss es zum Abschluss eines langen Tages noch sein. Welches Werk lesen Sie gerade?

Ich freue mich bereits auf Veranstaltungen, die im kommenden Jahr zum 100-jährigen Jubiläum des Bauhauses stattfinden. Zum 90-jährigen konnte ich einige Veranstaltungen besuchen. Zurzeit lese ich mich mit »Hans M. Wingler: Das Bauhaus« wieder etwas ein.

Und weil wir schon dabei sind: Haben Sie ein Lieblingsbuch? Falls ja, warum ist es genau dieses?

Nun, da gibt es einige. Um die Gegenwart zu verstehen, hilft es mir, die Vergangenheit zu kennen und einschätzen zu können. Da hilft mir zum Beispiel ein Frühwerk von Sebastian Haffner: »Geschichte eines Deutschen«. Es ist die sehr persönlich geschriebene Schilderung der Jahre 1914 bis 1933. Es war wohl selten so aktuell wie heute.

Erschienen in Ausgabe: 06/2018

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