24. MAI 2018

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»Wir heben die Bedeutung der Logistik hervor«


Technik

Forschung & Lehre - Das Ansehen der Logistik ist deutlich gestiegen auch ein Verdienst der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Technische Logistik. Ihr Präsident ist Prof. Dr.-Ing. Karl-Heinz Wehking, Leiter des Instituts für Fördertechnik und Logistik an der Uni Stuttgart. Sabine Vogel hat ihn befragt.
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Herr Professor Wehking, Anfang 2004 wurde die Wissenschaftliche Gesellschaft für Technische Logistik, kurz WGTL, gegründet. Welche Bilanz ziehen Sie?

Eine außerordentlich positive Bilanz, denn mit der WGTL ist es gelungen, alle 14 im Bereich der technischen Logistik tätigen Hochschulinstitute in einer wissenschaftlichen Gesellschaft zu vereinigen. Durch die WGTL sind wir in die Lage versetzt worden, die Bedeutung der Fördertechnik, Intralogistik und Logistik hervorzuheben und dabei zu verdeutlichen, dass die BRD mit diesen 14 Instituten im Vergleich zu anderen Ländern in Europa, aber auch weltweit, eine absolute Spitzenposition in Forschung und Lehre innehat.

Da gleichzeitig der Kontakt zur Industrie und insbesondere zum VDMA und seinem Fachverband Intralogistik nochmals intensiviert werden konnte, ist auch die Rückkopplung zur Industrie verbessert worden. Besonders wichtig ist aber, dass es uns durch die WGTL-Gründung gelungen ist, an verschiedenen Stellen Förderungsgeber, beispielsweise des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, zur Initiierung von Forschungsprojekten zu veranlassen.

Wie ist es aktuell um die Bereitschaft der Industrieunternehmen bestellt, in Forschungsprojekte zu investieren?

Zunächst muss man erklären, dass alle Forschungsinstitute eigene Kontakte zur Industrie haben. Für das Institut für Fördertechnik und Logistik in Stuttgart darf ich sagen, dass wir pro Jahr im Durchschnitt zwischen 1,6 und 2,0 Millionen Euro Drittmittelförderung, also Förderung außerhalb der staatlichen Budgets, aus Projekten einnehmen. Besonders wichtig war aber auch die Gründung der Forschungsgemeinschaft Intralogistik im Jahre 2005. Der VDMA-Fachverband Fördertechnik und Logistiksysteme hat über seinen Fachverband Intralogistik diesen Förderbeirat gegründet und fördert als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen spezielle Projekte aus dem Bereich der Fördertechnik, Intralogistik und technischen Logistik. Es geht hier um anwendungsbezogene vorwettbewerbliche Forschung, die für die Institute von großer Bedeutung ist.

Zu den Forschungsgebieten der WGTL zählen auch Systemtechnik und Automatisierung. Welche Rolle spielt dabei das Thema Green Logistics?

Wenn man unter Green Logistics vor allem die Optimierung des Energieeinsatzes von förder-, lager- und handhabungstechnischen Maschinen und Geräten sieht, dann verbrauchen diese etwa 50 Prozent der Energie eines Intralogistiksystems. Ungefähr 40 Prozent der Energie gehen in Gebäudetechnik und etwa 10 Prozent in Buchungsenergie. Dies ist ein gewaltiges Optimierungspotenzial, das sich vor allem dann erschließen lässt, wenn es gelingt, über künftige Investitionen auf Basis von Life Cycle Costs zu entscheiden, und nicht mehr so wie in der Vergangenheit, also fast vollständig unter dem Gesichtspunkt der Höhe der Investitionskosten.

Ich persönlich glaube, dass die Frage der Energieoptimierung und des Ressourcenschutzes ein wichtiges Zukunftsthema sein wird, bei dem wir allerdings am Anfang der Entwicklung stehen. Nach meiner Einschätzung wird hierüber bisher mehr geschrieben, als dass es im Bereich der technischen Logistik interessante, anwendungsbezogene, umsetzbare Entwicklungen in Breite gibt.


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