18. JUNI 2018

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Bei TGW ist Musik drin


Special

Unternehmen - Für den Intralogistiker TGW stehen die Zeichen auf Wachstum. Effiziente Systeme wie das bei Europas größtem Musikinstrumenten-Versender lassen die Nachfrage nach Lösungen von TGW weiter steigen.

Mit ihren 1.350 Mitarbeitern erzielte die international tätige TGW Logistics Group im Geschäftsjahr 2010/2011 Umsatzerlöse von 296,8 Millionen Euro 34 Prozent mehr als im Jahr zuvor. »Im zurückliegenden Wirtschaftsjahr konnten wir unsere Position in den Kernmärkten weiter ausbauen«, freut sich TGW-Geschäftsführer Georg Kirchmayr. »Zusätzlich haben wir unsere Internationalisierung fortgesetzt und neue Standorte aufgebaut.« Insbesondere die Gründung von Niederlassungen in Frankreich und Schweden sowie die Eröffnung einer Niederlassung in China prägten den Expansionskurs von TGW.

Eines der vielen Projekte, das der Intralogistiker aus Österreich im Kundenauftrag verwirklichte, war die Realisierung eines Logistikzentrums für das Musikhaus Thomann im fränkischen Treppendorf. Mehr als 65.000 Artikel warten in den Lagerhallen und im Shop des größten Musikinstrumenten-Versenders in Europa auf begeisterte Musiker, die entweder über den Online-Store einkaufen oder die von ihnen so geschätzte Ware direkt in Treppendorf abholen. Was von den Kunden nachgefragt wird, wird im Logistikzentrum von Thomann vorbereitet. Dafür braucht es eine effiziente Logistik ein Fall für die Automatisierungsspezialisten von TGW. Als die vorhandenen Möglichkeiten bei Thomann ausgeschöpft waren, wussten die Intralogistiker aus Wels, was zu tun war.

Automatisierung für mehr Leistung

»Mit unserem alten System waren wir an unsere Grenzen gestoßen«, erinnert sich Musikhaus-Inhaber Hans Thomann: »Wir liegen bei 12.000 Paketen pro Tag, zur Weihnachtszeit auch schon mal bei 20.000 Paketen. Wir wussten also, dass wir eine Anlage brauchten, die 40 bis 50 Prozent mehr Ausstoß bewältigen kann. Deshalb entschieden wir uns für ein automatisches Kleinteilelager und ein automatisches Palettenlager.« Wichtig für das Musikhaus: ein unmittelbarer Zugriff auf die Ware. Mit dem neuen System sind kurze Zugriffszeiten jetzt jederzeit gewährleistet. »Wenn eine Bestellung online eingeht, ist sie nach ungefähr 28 Minuten im Lastwagen. Das ist eine tolle Leistung«, freut sich Hans Thomann. »Wenn aber ein Kunde im Geschäft drei Klarinettenblätter haben möchte, die zufällig nicht im Laden sind, und er deshalb 20 Minuten warten muss, dann sind das 15 Minuten zu viel.«

Aus diesem Grund wird dem Kunden auf Monitoren die Abholzeit angezeigt. Bis er seine Ware in Empfang nimmt, kann er im reichhaltigen Thomann-Angebot stöbern – ein Service, der bei Musikliebhabern bestens ankommt. 99 Prozent des Geschäfts wickelt Thomann direkt mit dem Endkunden ab. Deshalb ist es wichtig, was dieser denkt. »Vor der Automatisierung war uns klar, dass die neue Logistik nicht bestimmen durfte, welche Art von Produkten wir in Zukunft führen können. Wir mussten weiterhin die Möglichkeit haben, die Produkte, die unsere Kunden haben wollen und die wir gut finden, in der Logistik abzuwickeln«, erklärt Hans Thomann. Als Generalunternehmer nahm TGW diese Herausforderung an und installierte eine komplett neue Anlage unter Berücksichtigung sämtlicher Warengruppen.

Spezielle Voraussetzungen

»Wenn ein Schlagzeug aus fünf Teilen und fünf Kartons besteht, dann ist das eben so. Wenn ein Kunde nicht 100 Meter Kabel kaufen möchte, sondern 13,7 Meter, dann kriegt er 13,7 Meter«, darauf besteht der Chef des Musikhauses Thomann – eine Voraussetzung, die es erforderlich machte, das neue, 20.000 Quadratmeter große Lager in unterschiedliche Bereiche einzuteilen. Vor diesem Hintergrund lautete der ursprüngliche Plan, für die sensible Ware von Thomann ein hochflexibles System zu finden. Dass ein komplett neues, automatisiertes Logistikzentrum entstehen würde, daran hatte zunächst niemand gedacht.

»Wir sind dann den Weg über den Natrix-Sorter gegangen ein Weg, der vermutlich eher wenig traditionell ist. Wir haben deshalb keinen Zwischenpuffer, extrem viel ist Software-gesteuert«, sagt Hans Thomann über die neue Anlage und fährt fort: »Das war natürlich ein Experiment, aber es hat funktioniert, und das Ergebnis ist für uns sehr praktisch, weil wir auf eine Art kommissionieren, wie es nicht viele machen. Wir schreiben erst dann die Rechnung oder belasten erst dann die Kreditkarte, wenn alles verpackt ist und die Ware verschickt wird.«

Um das neue Logistiksystem bei Thomann unterbringen zu können, wurde eigens eine massive Halle gebaut. Das automatische Palettenlager hatte nach der ersten Bauphase eine Kapazität von 11.000 Stellplätzen. Im Zuge des rasanten Erfolgs von Thomann wurde es um 7.000 Stellplätze erweitert. Im automatischen Kleinteilelager mit vier Gassen sorgen jeweils zwei TGW-Mustang-Regalbediengeräte pro Gasse für insgesamt über 1.000 Doppelspiele pro Stunde. In diesem Bereich des Logistikzentrums von Thomann in Treppendorf stehen 70.000 Behälterstellplätze zur Verfügung.

Permanente Transparenz
Für die Schnelldreher wird die Kleinteile-Kommissionierung an Durchlaufkanälen durchgeführt. Für die Langsamdreher stehen fest zugeordnete Ware-zum-Mann-Arbeitsplätze zur Verfügung. Die Versorgung mit Ware und Leerbehältern erfolgt in der gesamten Kleinteilekommissionierung vollautomatisch. Größere Waren werden im Originalkarton belassen und kommen ohne Umpacken zum Versand. Zentrale Sammel- und Verteileinrichtung im Thomann-Lager ist der TGW-Natrix-Sorter mit einstellbarer Geschwindigkeit. Die Steuerung der Anlage mittels TGW-Software ist via Infosystem, Visualisierung und Monitoring stets transparent.

www.tgw-group.com

Die TGW Logistics Group versteht sich als integriertes Lösungsnetzwerk. Seit 1969 realisiert das Unternehmen unterschiedliche Intralogistiklösungen, von der eher kleinen Fördertechnik bis zum komplexen Logistikzentrum. Mit 1.350 Mitarbeitern erwirtschaftete die international tätige TGW-Gruppe mit Stammsitz in Wels (Österreich) im Geschäftsjahr 2010/2011 Umsatzerlöse von 296,8 Millionen Euro 34 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Ausgabe:
lj 02/2012
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