21. JUNI 2018

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LAC ohne Leck


Markt

Sicherheit - Auch in der Logistik wird Sicherheit groß geschrieben. Vor diesem Hintergrund bietet Sick jetzt ein Zutrittskontroll-System an, welches das Handling von Waren ausschließlich durch autorisierte Personen gewährleistet. Ein Sicherheitsleck sucht man bei der Lac (Logistic Access Control) von Sick vergebens.
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Nur eine durchgängig sichere Supply Chain bietet nach Einschätzung der US-Zollverwaltung höchste Terror-ismus-Sicherheit bei der Einfuhr von Waren in die USA. Die Teilnehmer an der Warenkette sind entsprechend der Customs-Trade Partnership Against Terrorism aufgefordert, eine Reihe organisatorischer und technischer Maßnahmen umzusetzen. Sick bietet mit Logistic Access Control (LAC) ein Zutrittskon-trollsystem an, das ein sicheres Warenhandling ausschließlich durch autorisierte Personen gewährleistet.

Beim LAC handelt es sich um eine einsatzfertige Komplettlösung aus Lasermesstechnik, RFID und integrierter Software. Entwickelt wurde sie in Anlehnung an die Zielsetzungen der Customs-Trade Partnership Against Terrorism (C-TPAT) sowie an die Maßgaben zur Erlangung des europäischen Zertifikates »Authorised Economic Operator« (AEO). Die Sensorik ist in der Lage, Personen und Fahrzeuge in der Bewegung, d. h. unter Beibehaltung des Materialflusses, zu erfassen und sie mit Hilfe von kodierten Transponder-Ausweisen zu identifizieren. Unberechtigte werden sicher erkannt und am unbemerkten Zugang in einen anderen Bereich gehindert. Mit Hilfe intelligenter Filteralgorithmen und Plausibilitätsfunktionen bietet die LAC zudem ein Höchstmaß an Manipulationssicherheit.

Als Folge der Anschläge vom 9. September 2001 befassen sich seit über 10 Jahren internationale Gremien mit dem Schutz des internationalen Handelsverkehrs gegen terroristische Anschläge. In der Folge entstand eine Vielzahl von Vorschlägen, auf welche Weise bei den verschiedenen Beteiligten am Warenverkehr eine sichere Supply Chain vom Versender bis zur Flugzeugverladung umgesetzt werden kann. Im Juni 2005 hat die WCO (World Customs Organization / Welt Zoll Organisation) ein globales SAFE-Framework auf den Weg gebracht, in dessen Zuge unter anderem in Europa der »Authorised Economic Operator«, also der »Zugelassene Wirtschaftsbeteiligte« eingeführt wur-de. Die AEO-Zertifizierung, z. B. das »Customs Simplifications / Security and Safety certificate« (AEO F), ist seit dem Jahr 2008 möglich und hat das Ziel, in der gesamten Supply Chain für durchgängige Sicherheit beim Warenhandling zu sorgen. Gleichzeitig eröffnet sich den zugelassenen Wirtschaftsbeteiligten die Möglichkeit, als AEO die Zollformalitäten bei der Wareneinfuhr in die USA deutlich zu vereinfachen und zu beschleunigen.

Wirksame Partnerschaft

Mit diesem »Köder« arbeitet auch die Customs-Trade Partnership Against Terrorism – eine Sicherheitspartnerschaft zwischen der US-Zollbehörde und der amerikanischen Wirtschaft zur Bekämpfung des internationalen Terrorismus. Importeure, Frachtführer, Produzenten und Vertreter – alle Supply Chain-Beteiligten können daran teilnehmen und als »Bekannte Verlader« nach C-TPAT anerkannt werden. Sie profitieren über die beschleunigte Zollabfertigung hinaus von der Zuweisung zu einem individuellen Zollbeamten, von einer niedrigeren Risikokennziffer – und damit von weniger Zufallsprüfungen – sowie vom Zugang zum Zahlungsaufschub-System für Eingangsabgaben. Unter dem Strich subsummiert sich dies zu einem deutlichen Wettbewerbsvorteil gegenüber Unternehmen, die sich nicht an C-TPAT beteiligen.

Wichtiger Zeitraum

Bis etwa Mitte des Jahres 2013 werden die Anforderungen aus C-TPAT bzw. AEO wirksam, so dass die Beteiligten am Warenverkehr bis dahin Zeit haben, sich als »Bekannter Verlader« nach C-TPAT bzw. kompatibel dazu als »Zugelassener Wirtschaftbeteiligter« durch AEO-Behörden zertifizieren zu lassen, um dann gleich zu Beginn die Vorteile zu erhalten. Die Unternehmen der verschiedenen Stufen in der Warenverteilungskette werden aufgefordert, nach vorgegebenen Richtlinien Sicherheitsprogramme umzusetzen, deren Durchführung stichprobenartig vom Zoll überwacht wird. Die Aktionen und Kontrollen beziehen sich zum einen auf organisatorische Maßnahmen, z. B. auf die Überprüfung der Mitarbeiter des Unternehmens sowie auf deren Bildung und Ausbildung.

Zum anderen werden hohe technische Anforderungen gestellt, u. a. an die Sicherheit von Verpackung, Transport und Verschiffung, an das Risikomanagement des Unternehmens und an die Werkssicherheit. Hierunter fallen insbesondere Zugangskontrollen zu einzelnen Betriebsteilen, zu Software-Programmen, zu Transporteinrichtungen sowie zu Lagerbereichen. Diese physikalische Sicherheit des Lieferprozesses umzusetzen, erfordert eine Reihe von Maßnahmen. Diese reichen von der Errichtung mechanischer Barrieren und Zäune über die Absicherung der Transportcontainer und des Ladebereichs bis hin zur möglichen Absicherung der Fassade und des Daches des Logistikbereichs einschließlich der Zu- und Abgangsbereiche im Rahmen des Gebäudeschutzes.

Lückenlose Kontrolle

Der hierbei wesentliche Aspekt ist die Einrichtung eines lückenlosen Zutrittskontrollsystems, das aber nicht den Warenfluss behindern und die Versand- bzw. Umschlagsleistung behindern darf. Gefragt sind Systemlösungen, die nicht nur Personen erkennen und identifizieren können, sondern auch in der Lage sind, dem Problem des »Tail-gating« einen Riegel vorzuschieben: Es muss sichergestellt werden, dass nur eine berechtigte Person die Zutrittskontrolle passiert – und keine andere Person unerkannt durch ein noch offenes Tor hindurchschlüpfen kann. Das Ziel: Fracht darf unberechtigten Personen auf keinen Fall zugänglich sein – weder beim innerbetrieblichen Transport und bei der Lagerung noch bei der Warenübergabe.


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lj 06/2012
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