16. JULI 2018

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Logistiker aus Leidenschaft


Interview

Der Flurförderzeug-Hersteller und Intralogistiker Jungheinrich feiert 60-jähriges Bestehen. Grund genug für ein Gespräch mit Technik-Vorstand Dr. Klaus-Dieter Rosenbach über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Unternehmens. Gesprächspartner: Michael Weilacher
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Herr Dr. Rosenbach, Jungheinrich wird in diesem Jahr 60 Jahre alt. Woran denken Sie dabei zuerst?

Ich denke an »60 Years of Passion for Logistics«. Hierfür steht der Name Jungheinrich. Deshalb ist diese Aussage auch der Claim in unserem Jubiläumsjahr. Zudem muss man auch die unternehmerische Leistung würdigen. Aus einer kleinen, bescheidenen Firma innerhalb von sechs Jahrzehnten einen Konzern mit globaler Geschäftstätigkeit zu schmieden, das ist schon eine Leistung!

Die kleine, bescheidene Firma von einst ist heute eine Aktiengesellschaft mit über 11.000 Mitarbeitern und rund 2,3 Milliarden Euro Umsatz.

Das sind beeindruckende Zahlen, richtig. Richtig ist aber auch: Bei Jungheinrich herrscht heute noch der Geist einen Familienunternehmens. Das schweißt zusammen.

Nach 23 Jahren Jungheinrich ist Ihr eigener Werdegang eng mit dem Unternehmen verbunden. Trotzdem, »Passion for Logistics« wird nicht der Gedanke sein, der Ihnen durch den Kopf ging, als Sie das Haus zum ersten Mal betraten.

Nein, das nicht, aber natürlich kannte ich den Namen Jungheinrich und das, was man damals mit ihm verband. Der gute Ruf von Jungheinrich reicht weit zurück. Dass wir beide hier einmal sitzen würden und ich Ihnen von meiner inzwischen 23-jährigen Tätigkeit für Jungheinrich berichte, daran habe ich bei meinem Eintritt in das Unternehmen natürlich nicht gedacht. Demzufolge natürlich auch nicht daran, dass es so eine tolle Zeit werden würde.

Hat Jungheinrich zu Ihren frühen Zeiten schon mit dem Begriff »Logistik« gearbeitet?

Ja, auf jeden Fall, ich erinnere mich noch an die ersten Strategiepapiere, an denen ich beteiligt war. Da waren schon die verschiedenen logistischen Entwicklungsstufen formuliert. Und zwar so, wie sie im Prinzip heute noch gelten.

Ein paar Unterschiede, denke ich, wird es trotzdem geben. Etwa ein deutlich strukturierteres Vorgehen beim Handling von Material, beim Lagern und Bewegen von Gütern und Waren.

Die Ansätze dazu gab es schon. Ein wirkliches Bewusstsein aber für effiziente Prozesse beim Lagern und Transportieren, in der innerbetrieblichen Logistik insgesamt, hat sich aber erst im Laufe der Jahre gebildet.

Gilt das auch für die Betrachtung der Kosten?

Ja, unbedingt. Früher hat der Kunde ein Gerät gekauft und sich daran orientiert, was er in diesem Augenblick für sein Geld bekommt. Später kamen dann Full-Service- beziehungsweise Rentalverträge und Finanzdienstleitungen hinzu. Dann, vor ein paar Jahren, rückten immer stärker die Kosten in den Vordergrund, die ein Gerät oder eine Flotte über den ganzen Lebenszyklus hinweg verursacht, neudeutsch »Total Costs of Ownership«. Inzwischen sind wir so weit, das Gesamtsystem zu betrachten. Das geht natürlich stark hinein in die informatorische Vernetzung. Ziel ist immer, nicht nur die Geräte so sinnvoll wie möglich einzusetzen, bei Gabelstaplern etwa durch die Minimierung von Leerfahrten, sondern das komplette innerbetriebliche Logistiksystem auf größtmögliche Effizienz und Kostenersparnis zu trimmen.


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Ausgabe:
lj 05/2013
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