16. JULI 2018

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Immer auf der richtigen Route


Unternehmen / SSI Schäfer

Intralogistik - SSI Schäfer, für seine Innovationskraft bekannter Logistiker, geht gern mal unkonventionelle Wege. Maßgeblich ist dabei stets der Nutzen, den der jeweilige Kunde aus der SSI-Lösung ziehen kann. Für Brose realisierten die Schäfer-Spezialisten eine Routenzug-Lösung für die staplerfreie Fabrik.
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Die vollautomatische Routenzug-Beladung und Produktionsversorgung, komplett integriert und gesteuert aus SAP EWM, das ist eine weltweit einzigartige Hightech-Lösung«, schwärmt Claudia Vogel-Daniel, Projektkoordinatorin der Brose Unternehmensgruppe. Das Materialflusskonzept und die Prozesseffizienz im neuen Logistikzentrum, das der Automobilzulieferer vor gut einem halben Jahr zur Versorgung des Produktionsstandortes Koprivnice im Nordosten der Tschechischen Republik in Betrieb genommen hat, begeistern die Managerin. »Was wir 2010 als Rationalisierungsprojekt begonnen haben, gipfelt jetzt in einer logistischen Referenzanlage mit zahlreichen, weit über den Branchenstandard hinaus reichenden Innovationen.«

Zahlreiche Auszeichnungen

Das kommt nicht von ungefähr. Denn die Brose-Gruppe, fünftgrößter Automobilzulieferer der Welt, investiert jedes Jahr rund zehn Prozent des Geschäftsumsatzes in die Entwicklung neuer Produkte und Prozesse. Zahlreiche Auszeichnungen unterstreichen die Innovationskraft des Familienunternehmens, das mit rund 23.000 Mitarbeitern an weltweit 57 Standorten in 23 Ländern mechatronische Komponenten und Systeme für Fahrzeugtüren, -sitze und Karosserien produziert. Wenn es um die Optimierung von Prozessen geht, bindet das Unternehmen mitunter ausgewiesene Experten aus Industrie und Wissenschaft ein. So auch bei der Optimierung der Intralogistik und Produktionsversorgung in Koprivnice.

Der 2004 eingerichtete Standort ist die zweitgrößte Produktionsstätte der Brose-Gruppe. »Durch neue Fahrzeugmodelle, weitere Kunden und nicht zuletzt neue Eigenentwicklungen wurde das Artikelspektrum für die Produktionsversorgung immer breiter«, erläutert Vogel-Daniel. »Bereits wenige Jahre nach der Betriebseröffnung wurden die Lagerkapazitäten knapp. Wir mussten Außenläger anmieten und immer komplexere Versorgungsstrukturen mit immer größerem administrativen und finanziellen Aufwand bewältigen.« 2010 entschied sich die Unternehmensführung für eine Neustrukturierung von Logistik und Produktionsversorgung. Eine Konzentration der Lagerkapazitäten am Produktionsstandort sollte die Kosten für die Transporte und externen Läger einsparen, die Materialflüsse straffen, die Prozesse der Produktionsversorgung optimieren und den Durchsatz steigern. Das Vorhaben sollte mit einer modernen Logistikanlage auf dem Firmengelände realisiert werden. Gemeinsam mit der Technischen Universität München erstellte Brose ein Lastenheft und sammelte Expertisen. Den Zuschlag für die Realisierung einer hochautomatisierten Inhouse-Logistiklösung erhielt als Generalunternehmer für Material- und Informationsfluss SSI Schäfer, Giebelstadt. »Die Intralogistik-Spezialisten überzeugten durch Flexibilität und ein ganzheitliches Realisierungskonzept für die Hard- und Software-Infrastruktur aus einer Hand«, so die Brose-Projektkoordinatorin. »Durch eine interne Koordination der Realisierungsphasen konnte SSI Schäfer das Projekt ungeachtet der engen Zeitplanvorgaben umfassend ausgestalten und termingerecht abschließen.«

Besonderheit: Brose verfolgte mit dem Logistikzentrum das Ziel einer staplerfreien Fabrik. Routenzüge sollten die Produktionsversorgung übernehmen und die intralogistischen Prozesse inklusive der Routenzugbeladung sollten vollautomatisiert erfolgen. Die Lager- und Bestandsverwaltung sowie die Prozess- und Anlagensteuerung sollte zudem ein neu implementiertes und exakt zugeschnittenes SAP EWM übernehmen, das in die vorhandene SAP-Infrastruktur integriert werden musste. »Alle Prozesse sind auf höchste Zuverlässigkeit ausgelegt«, erklärt Tino Grosse, Projektmanager SSI Schäfer. »Die geringste Störung hätte den Ausfall der Produktion und schwerwiegende Konsequenzen für die Lieferbereitschaft von Brose zur Folge.«

Für die Kapazitätserweiterung und die neuen intralogistischen Abläufe erstellte SSI Schäfer zunächst ein neues, fünfgassiges Hochregallager (HRL) mit 9.750 Palettenstellplätzen für eine einfachtiefe Lagerung. Fünf Einmast-Regalbediengeräte (RBG) vom Typ Exyz, ausgestattet mit einfachtiefen Teleskop-Lastaufnahmemitteln, sorgen darin für energieeffiziente Ein- und Auslagerungen. Mit einer Fahrgeschwindigkeit von 180 m/min und einer Hubgeschwindigkeit von 48 m/min erzielen sie eine Gesamtumschlagleistung von 200 Doppelspielen pro Stunde. Das HRL fungiert als Nachschubpufferlager und ist über eine Brückenkonstruktion an einen Bestandsbau angebunden.


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lj 01/2015
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