18. JUNI 2018

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»Russland ist und bleibt ein interessanter Markt«


Unternehmen / Luuk Snijders, Jungheinrich

Intralogistik - Während andere in Russland nur Probleme ausmachen, sieht Jungheinrich in diesem Markt in erster Linie seine Chancen und konnte gegen den Trend Marktanteile hinzugewinnen. Ein Gespräch mit Luuk Snijders, Geschäftsführer von Jungheinrich Lift Truck, Moskau. Gesprächspartnerin Sabine Barde
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Herr Snijders, Sie sind jetzt seit gut einem Jahr Geschäftsführer von Jungheinrich Lift Truck in Moskau. Wie, Herr Snijders, sieht Ihr erstes Fazit aus?
Das letzte Jahr war für unser Team sehr erfolgreich. Wir konnten unsere Position als Marktführer auf dem russischen Markt weiter ausbauen.

Was sind die besonderen Herausforderungen im russischen Markt?

Der russische Markt ist ein sehr interessanter, aber auch anspruchsvoller Markt, da er ständigen Schwankungen ausgesetzt ist. Um sich diesen speziellen Marktgegebenheiten anpassen zu können, ist von Unternehmen eine sehr hohe Flexibilität gefordert. Eine große Herausforderung ist für uns neben der hohen Marktdynamik natürlich insbesondere die Größe des Landes.

Wie meistern Sie diese Herausforderung?

Wir konzentrieren uns bei der Bearbeitung des russischen Marktes hauptsächlich auf die dortigen Wirtschaftszentren. Das heißt, wir haben neben unserer Zentrale in Moskau weitere Niederlassungen in St. Petersburg, Jekaterinburg und Nowosibirsk. Ferner betreiben wir ein eigenes Zentrallager für Ersatzteile, Mietdepots in Kaluga, Nischni Nowgorod und Rostov sowie zurzeit rund 65 Servicestützpunkte. Wir sind also überall dort, wo sich auch unsere Kunden mit Stützpunkten niedergelassen haben.

Sie ziehen also quasi mit den Kunden weiter?

Genau. Dabei erschließen wir natürlich selber die Standorte. Doch es muss schon ein gewisses Potenzial für zukünftige Geschäfte vorhanden sein, bevor wir eine eigene Niederlassung etablieren.

Sie sprachen vorhin die Größe des Landes an. Wie stellt Jungheinrich den Service in einem so großen Land wie Russland sicher?

Wir setzen weltweit auf eigene Service-Techniker – auch in Russland. Diese statten wir mit dem typischen Jungheinrich-Equipment, also mit Jungheinrich-Kundendienstfahrzeugen und Ersatzteilen aus. Alle Mitarbeiter erhalten ein qualifiziertes Training, das bei Jungheinrich zum Standardprogramm gehört. Wie schon erwähnt, haben wir rund 65 Servicestützpunkte zwischen Kaliningrad im Westen und Chabarowsk im Osten. Deshalb können wir auch in Russland, selbst in entlegenen Gebieten wie hinter dem Ural, unseren Kunden einen Jungheinrich-zertifizierten und qualifizierten Service anbieten.

Wer sind Ihre Kunden? Sind dies eher europäische Großkonzerne, die in Russland eine Dependance haben, oder verkaufen Sie inzwischen auch an russische Kunden?

Mittlerweile ist die Käuferschicht sehr gemischt. Die russischen Kunden verstehen ihr Geschäft sehr gut und legen zunehmend Wert auf deutsche Premiumprodukte und komplette Systemlösungen. Inzwischen gehören zu unserem Kundenstamm auch viele russische Unternehmen. Besonders im Retailer-Segment, das stetig wächst, haben wir viele heimische Kunden gewinnen können.

Stichwort Systemgeschäft: Welche Erfolge kann Jungheinrich im Ausbau dieses Geschäftsbereichs in Russland vorweisen?

Wir sind Marktführer in diesem Segment und gelten in Russland als Vorreiter für logistische Gesamtlösungen. In den vergangenen zehn Jahren haben wir hier bereits zahlreiche Distributionszentren mit modernster Systemtechnik ausgestattet. Diese entsprechen den Anforderungen, die auch in Westeuropa üblich sind. Inzwischen haben wir uns hier auch als Generalunternehmer einen Namen machen können und Projekte realisiert, bei denen wir ein Lager von Anfang an begleitet und dieses auch komplett eingerichtet haben. Wir sind Gesamtanbieter von Lösungen und vertreiben nicht nur Neufahrzeuge und Regale, sondern bieten hochwertigen Service, Gebrauchtgeräte, Flottenmanagement und Tools zur Optimierung des Stapler-Einsatzes. Wir decken alles ab, was man als Lösungsanbieter in der Intralogistik bieten kann und werden in Russland auch als solcher wahrgenommen.


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lj 01/2015
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