16. JULI 2018

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Coole Lösung gegen Feuer


Special / Intralogistik

Löschanlagen - Beim Brandschutz in Lager und Produktion gibt es von der geeigneten Anlage bis zum passenden Löschmittel für das Lagergut vieles zu bedenken. Bei engen Platzverhältnissen kann dies zur Kür werden.

Brände in Lagerhallen oder Produktionsbereichen führen nicht nur zu Materialschäden, sondern auch zu Produktions- und Lieferausfällen mit schwerwiegenden Konsequenzen. In Industrieumgebungen ist daher passender Brandschutz inklusive geeigneter Löschtechnik eine Pflicht, keine Kür. »So empfiehlt es sich, die verschiedenen Brandrisiken hier sorgfältig zu analysieren und auf Basis der Erkenntnisse ein maßgeschneidertes Brandschutzkonzept zu entwickeln«, sagt Roland Küsters von Imtech Brandschutz. »Oftmals ergibt sich daraus die Einsicht, dass standardisierte Löschlösungen nicht ausreichend sind und der Einsatz von Sonderlöschanlagen erforderlich ist.«

Feuergefahr erkennen

Im Sinne reibungsloser Abläufe und schneller Reaktionszeiten finden auch in der Lagerlogistik zunehmend spezielle Lösungen Verwendung. Ein gutes Beispiel stellen hier Paternosterregal-Systeme dar, welche immer häufiger dort zum Einsatz kommen. Das Funktionsprinzip dieser beruht auf Umlaufregalen mit Antriebstechnik, welche komplett eingehaust sind. Rauchentwicklungen und Feuer werden deshalb vom Personal nicht direkt wahrgenommen. Zudem stellen der elektronische Antrieb und die damit einhergehende Hitzeentwicklung eine mögliche Zündquelle dar. Da es sich um ein geschlossenes System mit hoher Lagerdichte handelt, können sich Brände schnell ausbreiten und großen Schaden verursachen. Im Gegensatz zu klassischen Lagerumgebungen, die oft mit Hilfe von Sprinkleranlagen geschützt werden, stellen Paternosterregale einen höheren Anspruch an die Löschlösungen. Denn der Gebäudebrandschutz alleine kann Bränden in diesem Bereich nicht entgegenwirken. Die Grundlage für ein Mehr an Sicherheit stellen bei solchen Regalanlagen integrierte Löschanlagen mit ausgeklügelten Detektionssystemen dar. Auf diese Weise können Brände frühzeitig erkannt und sofort gelöscht werden. Um eine stetige Kontrolle des Schutzbereiches zu gewährleisten, ist der Einsatz eines Rauchansaugsystems oder eines Rauchmelders unabdingbar. Gekoppelt mit einer Meldeanlage wird der Betreiber optisch und akustisch alarmiert, sobald Aerosole innerhalb des Paternostersystems detektiert werden. Zu diesem Zweck werden im Inneren der Einhausung beispielsweise Rohrleitungen verlegt, welche über spezielle Ansaugöffnungen verfügen. Hier wird kontinuierlich Luft angesaugt, sodass die Auswerteeinheit bereits bei den kleinsten Anzeichen reagieren kann.

Die richtige Wahl treffen

Zu einem optimalen Brandschutz gehört ebenfalls, bereits im Stadium der Konzeption alle relevanten Faktoren mit einzubeziehen. Sowohl die Beschaffenheit der Güter sowie das genaue Schutzvolumen müssen hier bedacht werden. So kann zum einen das geeignete Löschmittel gewählt und zum anderen die Ware innerhalb des Lagersystems im Falle eines Ereignisses unversehrt erhalten werden. »Handelt es sich um vergleichsweise unempfindliche Güter, bietet sich Wasser als Löschmittel der Wahl an«, so Brandschutzexperte Roland Küsters. »Da eine rasche Brandausbreitung möglich ist, stellt eine Sprühwasserlöschanlage in diesem Fall das passende System dar.« Die Wasserversorgung der Sprühflutanlage erfolgt über das Sprinkleranlagennetz. Im Detektionsfall erfolgt eine Flutung des Rohrnetzes mit Wasser, woraufhin eine großflächige Verteilung stattfindet. So wird ein Kühleffekt im Inneren der Einhausung erzielt, der zur Löschung des Brandes führt.

Löschen ohne Nebenwirkung

Je nach Größe des Schutzbereiches und den Eigenschaften der Lagerware wird die Brandbekämpfung mit Hilfe von Wasser jedoch bereits im Vorfeld ausgeschlossen. Als Alternative setzen Errichter in solchen Fällen auf die Löschwirkung einer Inertgas-Löschanlage. Diese ist für Anwendungen im Bereich empfindlicher Teile prädestiniert, da Inertgase nahezu rückstandsfrei löschen und somit keine nennenswerten Schäden am Lagergut hinterlassen. Die Basis stellt bei diesem Löschvorgang der Sauerstoffentzug in der Brandumgebung dar. Inertgase wie Stickstoff, Argon oder auch Gemische aus diesen beiden Gasen sind zudem elektrisch nicht leitend. Darüber hinaus treten diese im Gegensatz zu chemischen Löschmitteln bereits gasförmig aus den Düsen aus, das Problem der Verdampfungslänge entfällt somit. Um eine schonende und dennoch effektive Löschwirkung sicherzustellen, sollte seitens des Errichterbetriebes die Positionierung der Löschdüsen im Vorfeld genau bestimmt werden. Diese erfolgt häufig an den Seiten oder im oberen Bereich der Einhausung. Da im Zuge der Brandbekämpfung mit Inertgas das Löschmittel mit bis zu 60 bar in den Schutzbereich eingebracht wird, sollte zudem eine Druckentlastung integriert werden, die Schäden an der Einhausung aufgrund eines Druckanstiegs verhindert. Je nach Art und Umfang der Regalsysteme können die Löschanlagen als Ein- oder Mehrbereichsanlagen ausgeführt werden. Bei Gaslöschanlagen erfolgt die Bevorratung der Löschmittelflaschen in der Regel außerhalb des Regalsystems. Da die Platzverhältnisse in diesen Regalsystemen in der Regel beengt sind, sollte der Errichter der Löschanlage möglichst frühzeitig in die Planungen einbezogen werden.

Die Mischung machts

Egal, ob die Löschanlage als Ein- oder Mehrbereichsanlage ausgeführt wird, die Löschung erfolgt im Ernstfall in jenem Regalsystem, in dem tatsächlich ein Brand detektiert wurde. Der Sicherheit der Betriebsumgebung sowie der gelagerten Waren wird somit voll und ganz Rechnung getragen. »Dennoch ist zu bedenken, dass lediglich die Kombination der Sonderlöschanlage innerhalb des dynamischen Lagersystems mit einem professionellen Gebäudebrandschutz ein Höchstmaß an Sicherheit bietet und gleichermaßen den notwendigen Personenschutz sowie den der Betriebsumgebung sicherstellt«, betont Roland Küsters von Imtech Brandschutz.

www.imtech.de

Daten & Fakten

Imtech Brandschutz ist auf die Bedarfsanalyse, Konzeption und Errichtung von Brandschutzsystemen sowie automatischen Löschanlagen aller Art spezialisiert.
Das Unternehmen aus dem unterfränkischen Alzenau zeigt mit Standorten in Österreich, Ungarn, Rumänien und der Slowakei wachsende internationale Präsenz.
Das Portfolio von Imtech umfasst unter anderem VdS-konforme Anlagentechnik.

Ausgabe:
lj 01/2015
Unternehmen:
Bilder:
Imtech
Imtech

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