20. JULI 2018

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Alle Daten fest im Blick


Markt / Logistiksoftware

Prozessoptimierung - Durch die Erhöhung des Containerumschlags und den massiven Anstieg des Verkehrs stößt selbst die Infrastruktur im Hamburger Hafen bisweilen an ihre Grenzen. Mit Hilfe eines intelligenten Logistiksystems werden bestimmte Prozesse nun optimiert.
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Der Arbeitstag währt noch nicht lange, als die ersten Lkw-Fahrer im Hamburger Hafen unfreiwillig die Bremse betätigen. Eine Abladestelle ist überlastet, Fahrzeug reiht sich an Fahrzeug. Im zweitgrößten Hafen Europas gehören Wartezeiten zum Alltag. Rund 33.000 Fahrzeuge sind laut Hamburg Port Authority (HPA) jeden Tag allein auf der Haupthafenroute unterwegs, ein gutes Drittel davon Lkw.

Schon 2014 erreichte der Gesamtumschlag im Hamburger Hafen mit 146 Millionen Tonnen einen Rekord. Für 2015 rechnet der Hafen mit einem weiteren Anstieg auf 149 Millionen Tonnen. Und ein Ende der Steigerung ist dem Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) zufolge nicht absehbar: Bis 2025 soll sich die Anzahl der Container mehr als verdoppeln. Das wird unter anderem zu einem steigenden Verkehrsaufkommen auf dem Hafengelände führen. Muss das Gelände also ausgebaut werden?

Der Hafen ist bereits heute rund 72 Quadratkilometer groß, in etwa die Fläche der Stadt Leverkusen. »Die Hafenfläche ist begrenzt, und wir können und wollen Straßen, Schienen und Wasserwege nicht unbegrenzt ausbauen«, erklärt Jens Meier, Vorsitzender der Geschäftsführung bei der HPA. Ein Ausbau kommt daher nicht in Frage. Um die Steigerung des Umschlags stemmen zu können, setzt der Hamburger Hafen deswegen auf die Optimierung des Hafenverkehrs – mit Hilfe eines weltweit einzigartigen Logistiksystems: »smartPORT logistics« (SPL).

Das System führt alle relevanten Verkehrs- und Infrastrukturdaten des Hafengeländes zusammen: Standorte von Lkw und Container, Terminal- und Depot-Informationen, Baustellen, verfügbare Parkflächen und Brückenöffnungszeiten. Das ermöglicht dem Hafenmanagement sowie Logistikunternehmen, alle Lkw- und Containerbewegungen in Echtzeit zu überwachen und zu steuern. Somit können alle Beteiligten weitaus schneller auf Verkehrsbehinderungen reagieren und etwa Standzeiten vor den Abladestationen und Staus vermeiden. Dadurch beschleunigen sie den Umschlag der Frachtgüter.

Alle Infos in der Private Cloud

Grundlage von »smartPORT logistics« sind die Connected Car-Plattform der Telekom und die SAP Connected Logistics-Software. Diese vereinen alle relevanten Informationen in einer Private Cloud: die Frachtdaten, die Informationen aus den Telematik-Systemen verschiedener Anbieter sowie die Verkehrs- und Infrastrukturdaten der HPA. »Früher konnten die Verkehrsbeteiligten lediglich auf ihre eigenen Informationen zugreifen«, sagt Kristian Weiß, Projektleiter und Partnermanager »smartPORT logistics« bei T-Systems. »›smartPORT logistics‹ führt jedoch alle relevanten Informationen in Echtzeit zusammen und ermöglicht damit eine ganz neue Ebene der Prozessoptimierung.«


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lj 03/2015
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