16. JULI 2018

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Maßanfertigungen in Rot


Unternehmen

Flurförderzeuge - Für jeden Kunden und jede Anwendung die passgenaue Materialfluss-Lösung: das hat sich Linde Material Handling zur Aufgabe gemacht und ist dabei ebenso innovativ wie erfolgreich.

Linde Material Handling bietet in seinem Flurförderzeug-Portfolio 85 Baureihen mit mehr als 6.000 Ausstattungsvarianten an. Doch der Hersteller und Lösungsanbieter kann noch mehr, geht auf individuelle Kundenwünsche ein und bietet direkt ab Werk maßgeschneiderte Produkte an. »Jeder Fall ist anders«, sagt Klaus Müller, Abteilungsleiter Customized Options bei Linde. »Viele unserer Geräte werden im Kühlhaus eingesetzt, andere unter der Wüstensonne – um nur zwei Beispiele zu nennen. Wir versuchen, auf alle Besonderheiten einzugehen und jedem Kunden eine passgenaue Lösung anzubieten.« Die Käufer wissen das zu schätzen: »Inzwischen«, so Müller, »sind 45Prozent der Aufträge, die bei Linde Material Handling eingehen, Customized Options.«

Über 200.000 Maschinen nach Maß

Mittlerweile sind deutlich mehr als 200.000 solcher Customized Options ausgeführtund an den Kunden ausgeliefert. So hat zum Beispiel Geodis Logistics aus Frankreich einen Treibgasstapler Linde H35 bestellt – und als Sonderwunsch ein Sicherheitsfeature: eine automatische Motorabstellung. Sobald der Fahrer den Sitz verlässt, schaltet sich der Motor automatisch aus und die Bremse wird aktiviert.
Die Anforderungen der Kunden sind vielfältig. Und so hat Linde Material Handling in den vergangenen Jahren die unterschiedlichsten Sonderwünsche erfüllt. Einige davon gingen später in Serie, andere waren technisch herausfordernd, wieder andere waren »nur« optische Anpassungen nach dem jeweiligen Geschmack des Kunden. Nachfolgend einige Beispiele.

Gerät für Menschen mit Behinderung

Bei »Lithonplus« in Schönewalde (Brandenburg) arbeitet ein Fahrer, der ein Bein verloren hat. Linde Material Handling baute daher einen Gegengewichtsstapler, der sowohl mit einem Bein als auch mit zwei Beinen bedient werden kann.
Die Flachpaletten-Lösung: Ein internationaler Möbelkonzern wollte Wellpappen- statt Holzpaletten verwenden. Weil die Papp-Produkte deutlich flacher sind als herkömmliche Paletten, passten die Lagertechnikgeräte nicht mehr. Linde rüstete zunächst nur einige Geräte um, bietet die Lösung inzwischen aber in Serie an.
Die Pinocchio-Nase: In der Papierindustrie werden tonnenschwere Rollen üblicherweise per Ballenklammer transportiert, dabei aber oft beschädigt. Bis zu 100 Kilogramm Papier werden auf diese Weise unbrauchbar. Linde entwickelte daher einen »Pinocchio«-Schubmaststapler, der die Rollen »aufspießt« und so den Ausschuss deutlich verringert.
Der Holz-Joystick: Bei »Alfing«, einem Gießereibetrieb, war wegen der Umgebungsbedingungen der Verschleiß am Joystick außergewöhnlich hoch. Linde Material Handling entwickelte deshalb einen Joystick-Knauf aus Holz. Dieser findet auch bei Allergikern und aus ästhetischen Gründen Zuspruch.
Der Rundum-Überblick: Sperriges und hohes Transportgut: Das ist der Alltag in holzverarbeitenden Betrieben. Für die Staplerfahrer dort ist es oft nicht leicht, aus der Kabine heraus den Überblick zu behalten. Linde bietet für derlei Anwendungen eine bewegliche Fahrerkabine an, die bis zu einer Höhe von 5,48 Metern ausgefahren werden kann. Auf diese Weise behält der Fahrer stets den Überblick.

Innovativ in alle Bereichen

Nicht nur, was seine Flurförderzeuge betrifft, zeigt sich Linde Material Handling innovativ. Der renommierte Interlogistiker und Automatisierer nutzt auch Drohnentechnologie, um bisher aufwendige Prozesse deutlich zu straffen. Durch den Einsatz von Drohnen lässt sich die Inventur von Lagerbeständen in Zukunft radikal vereinfachen. Den Prototyp einer Inventurdrohne stelle Linde MH im Rahmen der Logimat in Stuttgart vor (siehe Seite 10). Durch die Kopplung der Drohne mit einem automatisierten Hochhubwagen sind die Energieversorgung des Flugeräts und seine Ortung in der Halle jederzeit gewährleistet.

Inventur mittels Fluggerät

Die von Linde Robotics und Balyo entwickelte, 50 cm große, mit sechs Rotoren, Kamera, Barcode-Scanner und Telemeter ausgestattete »Flybox« fliegt senkrecht vor dem Regal nach oben, macht von jedem Palettenstellplatz ein Foto und erfasst die Barcodes der gelagerten Waren. Ist die Drohne an der obersten Regalebene angelangt, bewegt sie sich gemeinsam mit ihren Begleitfahrzeug eine Regalposition weiter, um ihren Dokumentationsprozess nun von oben nach unten fortzusetzen. Dann geht es erneut eine Position weiter und wieder nach oben, immer weiter, bis das gesamte Regal und alle dort gelagerten Paletten erfasst und die Informationen an den Computer übertragen sind. Abgerufen werden sie mithilfe einer Anwendungssoftware, die am Bildschirm die Regalposition, den dazugehörigen Barcode und ein Foto zeigt. »Das entscheidend Neue an der Erfindung ist, dass wir die Drohne zusammen mit einem autonomen Flurförderzeug nutzen«, sagt Tobias Zierhut, Head of Product Management Warehouse Trucks bei Linde MH. Die »Flybox« wird von einem automatisierten Linde-Hochhubwagen geführt. Die Markteinführung der Inventurdrohne ist für frühestens 2018 geplant.

www.linde-mh.de

Daten & Fakten

• Linde Material Handling, ein Unternehmen der Kion Group, ist ein weltweit führender Hersteller von Gabelstaplern und Lagertechnikgeräten.
• Das Unternehmen bietet mit seinem umfassenden Produkt- und Dienstleistungsportfolio effiziente Lösungen entlang der gesamten Materialflusskette an.
• Linde MH hat Niederlassungen in mehr als 100 Ländern und rund 13.000 Mitarbeiter.

Ausgabe:
lj 03/2017
Unternehmen:
Bilder:
Linde MH
Linde MH
Linde MH

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