Vernetzter Trailer

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Transportlogistik - Reifendruck, Temperaturen, Schließsystem: alles in einer App. Schmitz Cargobull ergänzt sein Telematik-Service-Portal um die »beSmart-App« von T-Systems Multimedia Solutions. So fließen nun erstmals alle Funktionen des Sattelaufliegers zusammen – für Flottenmanager und Fahrer.

04. September 2018
© Schmitz Cargobull AG
Bild 1: Vernetzter Trailer (© Schmitz Cargobull AG)

Der Trailer-Hersteller Schmitz Cargobull AG möchte die Digitalisierung entlang der kompletten Supply Chain vorantreiben. Dabei sollen Lösungen helfen, durch die Kunden den Zustand ihrer Ladung und der Flotte in Echtzeit im Blick behalten können. Schmitz Cargobull will dabei den Weg vom klassischen Fahrzeugbauer hin zu einem Anbieter von intelligenten, digitalen Transportlösungen schaffen – und arbeitet aus diesem Grund seit zehn Jahren eng mit der Telekom Deutschland zum Thema vernetzte Telematik-Lösungen zusammen. 

Ende 2015 entwickelten Telekom und T-Systems Multimedia Solutions gemeinsam das Telematik-Service-Portal 2.0. Seit Mitte 2017 nutzt Schmitz Cargobull schrittweise eine weitere, deutlich leistungsfähigere Version des Portals, das auf M2M-Technologien basiert. Die vernetzten Komponenten der SmartTrailer, wie Kältemaschine, Laufwerk, Bremsen, Reifen oder Schließsystem, liefern hierbei alle relevanten Daten an das Portal und lassen sich auch von dort aus steuern. Das Portal wertet die Daten aus und leitet daraus weitere Informationen und Prozesse ab, zum Beispiel für die schnelle Diagnose aller Komponenten oder für proaktive Alarmierungen. 

Aus der Fahrerkabine

Für Schmitz Cargobull war diese Lösung jedoch nur der erste Schritt. Die Telematik-Funktionen am Fahrzeug waren für die Fahrer nur teilweise und nur verteilt auf verschiedenen Geräten nutzbar. Das sollte sich ändern – und bis hinunter zur Steuerung von einzelnen Werten wie der Temperatur sollte alles von der Fahrerkabine aus zu bedienen sein: die Geburtsstunde der CBT – TrailerConnect beSmart App.

Mit den neuen Telematik-Steuergeräten mit integriertem WLAN-Modul sind die SmartTrailer nun auch über Smartphones zu erreichen. »Die Schnittstelle war ein erster wichtiger Schritt für die App und damit ein Zusammenführen aller Aggregate eines Fahrzeugs«, sagt Dieter Honkomp, technischer Leiter der Cargobull Telematics GmbH. »Ganz gleich, ob das die Bedienung des Schließsystems betrifft, die Kältemaschine oder den Reifendruck – letztendlich sind alle Systeme in einer App zusammengeflossen.«

Ist das Fahrzeug überladen?

Inzwischen können die Fahrer alle Funktionen des Aufliegers zentral per App bedienen. Die Temperaturen in den einzelnen Zonen des Aufliegers lassen sich in Echtzeit abrufen, und selbst einen Ausdruck des Temperaturberichts am Borddrucker kann der Fahrer einfach mithilfe der App auslösen, um ihn beim Entladen des Fahrzeugs direkt zur Hand zur haben. Außerdem steuert die App den Sollwert der Kältemaschine und erzeugt bei Ausfall eine Alarmmeldung. So muss der Fahrer nicht mehr aussteigen und die Werte manuell kontrollieren und anpassen. Das Gleiche gilt für das elektronische Schließsystem des Trailers, das sich einfach per App bedienen lässt. Auch der Reifenstatus hinsichtlich Druck und Temperatur lässt sich direkt über die App auslesen und über einen Alarm überwachen. Abgebildet ist auch die Aggregatlast. So kann der Fahrer schnell erkennen, ob sein Fahrzeug überladen ist oder nicht.

Weiterentwicklung geplant

Die Vorteile: Durch die kontinuierliche Überwachung des Trailer-Betriebs sollen Logistiker Kosten sparen, da die Waren besser geschützt sind und Kontroll- sowie Nachjustiermaßnahmen ohne Zeitverzögerung durch die App als Bedieneinheit vonstattengehen. Für Schmitz Cargobull ist die Entwicklung damit noch nicht zu Ende: Als Nächstes sollen die Kunden digital nachvollziehen können, wie viel Ware sich tatsächlich auf dem Fahrzeug befindet, um die Frachtkapazitäten besser ausnutzen zu können. 

Erschienen in Ausgabe: 04/2018

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