17. JANUAR 2019

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"Europa ist nach wie vor der stärkste Markt"


Markt

Kion Group - Neue Strategie, neue Herausforderungen: Der Chef der Kion Group, Gordon Riske, sagt im Interview, was ihn als Firmenlenker ärgert und warum es keine Alternative zu offenen Märkten gibt. Eine klare Position hat der Manager auch zur Antriebstechnologie. Er sagt: »Die Brennstoffzelle hat Zukunft.« Interview: Tobias Rauser
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Herr Riske, Sie haben vor einigen Monaten die neue Strategie »Kion 2027« vorgestellt. Warum ersetzen Sie damit ihr bisher gültiges Programm, das bis 2020 gelten sollte?

2020 ist ja nicht mehr so weit hin. Wir hatten die Strategie im Zusammenhang mit unserem Börsengang 2014 entwickelt – die wesentlichen Ziele haben wir erreicht. Zudem haben sich die Welt und die Märkte seitdem verändert. Mit der neuen Strategie bewerten und gewichten wir wichtige Themen wie Digitalisierung neu. »Kion 2027« ist dabei nicht gänzlich neu, wir setzen nur andere Schwerpunkte. Neben Digitalisierung sind das insbesondere Energie und Automatisierung: Wir liefern immer mehr fahrerlose Fahrzeuge. Um solche Trends kümmern wir uns verstärkt.

In der Strategie »Kion 2027« heißt es, Sie wollen den Fokus »noch stärker auf eine gemeinsame Markenstrategie« ausrichten. Was bedeutet das für Ihre einzelnen Marken wie Linde oder Still?

In erster Linie bedeutet das: Wir stärken unsere Wettbewerbsfähigkeit. Die Marken im Konzern sind ja sehr verschieden: Linde und Still sind technologiegetrieben und premium. Sie bieten alle Funktionen. Dann haben wir in den Regionen einfachere Produkte – etwa von OM Voltas oder Baoli. Und dennoch haben wir trotz der unterschiedlichen Anforderungen zahlreiche Felder, in denen wir Synergien heben wollen.

Können Sie da etwas konkreter werden?

Da geht es um Achsen, Motoren oder Kabel. Sprich: Teile, die im Fahrzeug verbaut werden. Um die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern, wollen wir trotz der unterschiedlichen Markenausrichtungen versuchen, hier stärker zusammenzuarbeiten. Dazu kommen die Mega-Themen wie Automatisierung oder Energie. Warum sollen Ingenieure eine Software drei- oder viermal entwickeln? Das ergibt keinen Sinn. Auch bei der Lithium-Ionen-Batterietechnologie sind viele der Basisfunktionalitäten völlig unabhängig von der Marke. Wir wollen aus dem, was wir in die Entwicklung investieren, möglichst viel herausholen.

Kämpfen Sie da mit Widerständen in den betroffenen Abteilungen?

Die Vorteile überwiegen. So können Marken plötzlich auf Komponenten für ihre Fahrzeuge zugreifen, die sie sich alleine nicht hätten leisten können. Zudem sind die Entwicklungsbudgets deutlich gewachsen. Das alles hat dazu beigetragen, dass die Vorteile, gerade auch für unsere Kunden, gesehen und genutzt werden. Außerdem werden die Marken prägenden Fahrzeugelemente und Funktionen weiterhin in verschiedenen Abteilungen unserer Produktentwicklung entwickelt.

Ist das eine Ihrer Kernaufgaben: in solchen Prozessen zu moderieren?

Absolut. Unsere Marken sind im Markt harte Wettbewerber, und das ist auch so gewollt. In diesem Umfeld ist es meine Aufgabe, strategische Prozesse zu moderieren und auch Entscheidungen zu treffen.


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Ausgabe:
lj 05/2018
Unternehmen:
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© Kion/Bergmann
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