Geutebrück

Transparente Prozesse

Der Anbieter von Videolösungen Geutebrück präsentierte Kunden und Interessierten auf seiner Roadshow Informationen und Hintergründe zu »Value Imaging«. Was bringt der Videoeinsatz? Wie ist das mit dem Datenschutz? Und welches Potenzial birgt Künstliche Intelligenz? »logistik journal« war vor Ort in Stuttgart.

13. Februar 2019
Firmenchef Christoph Hoffmann präsentierte in Stuttgart den Teilnehmern der Roadshow Produkte und Lösungen seines Unternehmens. © Tobias Rauser
Firmenchef Christoph Hoffmann präsentierte in Stuttgart den Teilnehmern der Roadshow Produkte und Lösungen seines Unternehmens. (© Tobias Rauser)

Fragt man Christoph Hoffmann nach den Vorteilen einer Videolösung für Logistiker, kommt die Antwort umgehend: »Ein verlorenes Paket wird rascher gefunden, ein Förderband schneller repariert, ein Diebstahl beweissicher aufgeklärt, die Haftungsfrage umgehend geklärt.« Der Geschäftsführer von Geutebrück rückt den Mehrwert in den Fokus: »Durch die Verknüpfung von Daten und Bildern generieren Logistiker Effizienzsteigerungen an praktisch jedem Punkt der Wertschöpfungskette, und zwar überall dort, wo Waren bewegt werden.« Das spare Zeit, Kosten sowie Ärger mit Kunden und Personal. »Value Imaging bedeutet, das richtige Bild zum richtigen Zeitpunkt verfügbar zu haben, alle Informationen auf einen Blick erfassen zu können und anhand dieser Information sofort entsprechende Maßnahmen einzuleiten«, fasst Hoffmann zusammen.

Die Frage nach der Haftung 

Auf der Roadshow »Geutebrück on Tour«, die das mittelständische Unternehmen Ende des letzten Jahres in mehreren Städten in ganz Deutschland durchführte, leiteten Experten des Unternehmens die Gäste in zahlreichen Vorträgen durch das Thema. »Ein Bild schafft in vielen Dingen Klarheit, in Sekundenschnelle«, sagte Björn Haupt, Vertriebstrainer bei Geutebrück in Windhagen. Das sei vor allem bei einem Haftungsübergang wichtig, zumal immer mehr Unternehmen mit Subunternehmern arbeiteten. Die Kombination von Bildern mit Informationen und die Umwandlung unstrukturierter Daten in aussagekräftige Informationen ermöglichen es laut Haupt, mehr zu erfahren, mehr zu sehen und schneller zu reagieren.

Viele Unternehmen nehmen allerdings das Thema »Security« zu sehr auf die leichte Schulter. Diese Meinung vertrat Bernhard Gupper, Director Corporate Security Europa vom Zulieferer Magna. Magna beschäftigt weltweit 173.000 Mitarbeiter an 120 Produktionsstandorten. Viel zu lange wurde das Thema Security seiner Meinung nach durch einen defensiven Ansatz mit Ziel der Diebstahlprävention dominiert. Doch neue Bedrohungen beträfen auch kleine und mittlere Unternehmen. »Security muss integrierter und strategischer Bestandteil Ihres Unternehmens sein!«, forderte Gupper. Ziel müsse es sein, Bedrohungspotenziale zu reduzieren.

Treiber der Künstlichen Intelligenz

Einen spannenden Vortrag zum Thema »Künstliche Intelligenz« hielt Jens André Friedrich, Key Market Development Manager Logistics bei Geutebrück. »Wie kommt man beim Thema KI vom Buzzword zum Business?«, fragte er in die Runde. Für ihn ist Sprach- und Bilderkennung für Logistiker ein absolutes Zukunftsthema. Friedrich benannte vier Treiber für KI: »Wachstum von Big Data, Kapitalanstieg, unbegrenzte Rechenleistung und neue digitale Geschäftsmodelle«. Ganz konkret seien zahlreiche Praxiseinsätze möglich: Etwa, wenn die KI auf dem Video erkennt, ob der Mitarbeiter Sicherheitskleidung wie eine Weste oder Handschuhe trägt und erst dann das Tor öffnet. Oder, wenn eine KI-basierte Lösung Objekte erkennt und erfasst – zum Beispiel bei einer Leerguterfassung. Um eins kommt ein Unternehmen aber nicht herum: sich unternehmensspezifisch um konkrete Einsätze Gedanken zu machen. Friedrichs Fazit fällt eindeutig aus: »Das Marktpotenzial und die Anzahl der Kunden sind enorm. Die Erfolgsfaktoren sind Daten und die Skalierbarkeit der Lösung.«

»Noch viel Potenzial in der Logistik«

Christoph Hoffmann, einer von zwei Geutebrück-Geschäftsführern, im »lj«-Gespräch über die Neuausrichtung seines Unternehmens und Chancen durch Videolösungen. Das Interview führte Tobias Rauser.

Herr Hoffmann, warum veranstalten Sie eine Roadshow?

Geutebrück ist seit zwei Jahren wieder aktiv in der Logistik unterwegs. Wir kommen ja klassisch aus dem CCTV-Sektor, also aus dem Sicherheitsbereich. Und dieser Markt verändert sich relativ stark. Im reinen Sicherheitsbereich sind wir das letzte deutsche Unternehmen am Markt und es wird immer schwieriger, dort zu bestehen. Darum haben wir strategisch entschieden, dass wir uns neu positionieren. In Zukunft wollen wir in Industrie und Logistik stärker unsere Kompetenzen hervorheben. Dazu dient auch diese Roadshow.

Wie wichtig ist der Bereich Logistik heute für Sie? Wo liegt das Potenzial?

Unser Kerngeschäft ist – zum jetzigen Zeitpunkt – das Security-Geschäft. Auf mittlere Sicht sehen wir eine Verschiebung und können uns vorstellen, in Zukunft ausschließlich Logistik zu machen.

Welche Probleme von Logistikleitern können Sie denn lösen?

Wir können in jeden Abschnitt der Prozesskette Transparenz bringen – durch den präzisen Einsatz unserer Videolösungen. Dafür gibt es überall Ansatzpunkte: beim Hofmanagement, beim Prozessmanagement oder beim Arbeitsschutz. Oder natürlich Diebstahl. Videodokumentation entlarvt Täter und schützt die Mitarbeiter, die ungerechtfertigter Weise beschuldigt werden. Ein weiterer Bereich ist der Haftungsübergang durch klare, belegbare Bilddokumentation. Das sind aus meiner Sicht die Kernthemen, die wir gut abdecken können und durch die der Kunde Vorteile hat, wie Zeitersparnis, effiziente Arbeitsabläufe, bessere Qualität und höheren Output.

Über allem steht die Digitalisierung. Viele Marktbeobachter sagen, dass die Logistikbranche in diesem Feld hinterherhinkt. Wie beurteilen Sie das?

Ich will es mal vorsichtig formulieren: Ich glaube, es gibt noch sehr viel Potenzial in der Logistik, die digitalen Prozesse zu verbessern und die Effizienz zu steigern. Es gibt einen gewaltigen Unterschied zwischen Deutschland und dem Rest der Welt. Hierzulande steht man der Digitalisierung eher skeptisch gegenüber. International sind die Kunden deutlich offener, was das Thema angeht.

Wie schnell rechnen sich Ihre Lösungen?

In jedem Unternehmen gibt es Schwächen. Sobald wir die passende Lösung entwickelt haben, dann rechnet sich diese oft schon nach ein, maximal zwei Jahren. Ein konkretes Rechenbeispiel: Eine kleinere Kurier-Express-Paket-Niederlassung könnte bei einem Durchlauf von 16.000 Paketen pro Tag den Rechercheaufwand auf weniger als die Hälfte reduzieren – von durchschnittlich 5,75 Minuten auf 2,25 Minuten. Das sind im Monat 98 eingesparte Arbeitsstunden oder 2,5 Wochen – bei gleichzeitiger Erhöhung des Outputs und der Qualität.

Erschienen in Ausgabe: 01/2019

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