18. JUNI 2018

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Alles fest im Griff


Unternehmen Wenn’s schwer wird, muss es leicht gehen. Beim Handling von Gütern, Paletten oder Containern braucht man dafür das geeignete Gerät. Lastenspezialist Kalmar kann es liefern. Und nicht nur das. Auch Service wird bei dem Unternehmen aus der Cargotec-Gruppe von jeher groß geschrieben.

Das Gros der Flurförderzeuge, bezogen auf Frontstapler, spielt sich im Volumensegment von 1,5 bis 3,4 Tonnen Traglast ab – ab 8 Tonnen Traglast spricht man von Schwerstaplern. Alleine in Deutschland ist der Markt für Geräte zwischen 8 und 16 Tonnen rund 430 Einheiten groß, oberhalb von 16 bis 52 Tonnen sind es noch einmal rund 150 Maschinen. Wer in diesem Segment, in dem Flurförderzeuge zwischen 50.000 und 450.000 Euro kosten, erfolgreich agieren will, muss Kundenbetreuung und -beratung, Produkt, Service und ET-Verfügbarkeit perfekt ausbalancieren. Der Gabelstapler- und Container-Handling- Spezialist Kalmar, Tochter der finnischen Cargotec-Gruppe (Umsatz 2007: 3,018 Mrd. Euro, ca. 11.000 Mitarbeiter) fertigt seine Frontstapler und Reachstacker in zwei schwedischen Fabriken. Seit zwei Jahren betreibt man in Shanghai eine Staplermontage für den rasch wachsenden fernöstlichen Markt. »Wir denken zwar in Serien, wissen aber genau, dass der Kunde von uns spezielle Maschinen erwartet«, erklärt Andreas Schumacher, Marketing- und Vertriebsdirektor der über 100 Mitarbeiter starken deutschen Kalmar-Organisation mit Sitz in Hamburg. Man bietet Frontstapler von 5 bis 50 Tonnen, Logstacker, Reachstacker, Straddle Carrier, halb- und vollautomatische Krananlagen sowie hoch effiziente Terminal- und Industrie-Zugmaschinen.

Ausstattungen für jeden Bedarf
Das wohl kompletteste Programm im schweren Segment ist gepaart mit besonderen Ausstattungen wie etwa mit der Spirit-Delta-Kabine (die in erhöhter Version ebenso angeboten wird wie mit 180°-Drehsitz), mit Merkmalen wie Seitenschiebern bzw. Zinkenverstellern oder stark nach hinten abfallenden Motorhauben/ Kontergewichten für optimierte Sichtverhältnisse. Hinzu kommen Duplex- bzw. Triplexmasten mit großem Blickfeld.
Wer in spezielle Stapler und Handlingsysteme investiert, muss umfassend beraten werden. Zwei Vertriebsorganisationen, je eine für Containerumschlag und eine für Industriekunden, kümmern sich bei Kalmar in Deutschland um die Bedarfsfälle, vereinbaren Vorführungen, besuchen Referenzkunden, koordinieren Umbauten und helfen bei der Vermarktung von Gebrauchtgeräten.
»Closer to the Customer.« So lautet das Leitmotiv von Kalmar-Marketing- und Vertriebsdirektor Schumacher und seinem Team. Und so lautet auch das Motto der Konzernmutter Cargotec. Andreas Schumacher: »Wir arbeiten seit Jahren auf diese Weise und sind deshalb eine der erfolgreichsten Kalmar-Töchter. Unser Markt ist zwar größer als andere europäische Märkte, aber er ist auch erheblich stärker umkämpft. Alleine in der Baureihe bis 16 Tonnen mache ich gut zehn ernst zu nehmende Wettbewerber aus Europa und Fernost aus, und es werden eher mehr als weniger. Unsere Vertriebs- und Servicemannschaften arbeiten Hand in Hand, jeder ist auf seine Aufgabe spezialisiert, und wir motivieren und schulen unsere Mitarbeiter permanent. Sicher auch ein Grund für eine Fluktuation nahe der Null-Prozent- Marke. Das merkt natürlich auch der Kunde, der oft schon über Jahre hinweg mit Vertrieb und Service zusammenarbeitet. Das gilt im Übrigen auch für unsere Vertragshändler, die wir im Industriesegment mit einbinden.«
Im Container-Handling setzt Kalmar ausschließlich auf den Direktvertrieb. Kunden, Projekte und Aufgabenstellungen sind äußerst individuell und reichen von Kleinstterminals mit wenigen Geräten bis hin zu großen, halb- und vollautomatischen Containerterminals; auch in Deutschland. Da sich die Gerätetechnik weltweit auf hohem Niveau angleicht, sind Beratung, Fahrzeugprogramm und Service von herausragender Bedeutung.

Flächendeckender Service
Jedes komplexe Maschinensystem unterliegt einem bestimmten Verschleiß, das gilt auch für Stapler und Container-Handling- Equipment. Deswegen hat Kalmar einen flächendeckenden Service mit umfassender und schneller Lieferung von Original-Ersatzteilen aufgebaut. In Hamburg werden schnelldrehende Ersatzteile bevorratet. Der Rest kommt aus dem europäischen Zentralersatzteillager in Metz. Monteure und Händler rufen online die benötigten Parts ab und selbige sind, wenn sie bis 16.30 Uhr bestellt sind, am nächsten Tag am Servicestützpunkt oder in der Werkstatt des Kunden. Kalmar- Deutschland-Chef Schumacher: »Die Wartung unserer Großgeräte ist zweifelsohne diffizil, aber dank CanBus und der Möglichkeit, quasi in die Maschine hineinschauen zu können, haben wir die Möglichkeit, sehr effizient zu arbeiten. Die Meldung im Display zeigt entweder einen konkreten Fehler an, oder wir können mit dem Kunden das Problem telefonisch eingrenzen. Der Vorteil dabei: Wir müssen nicht erst einen teuren Mitarbeiter rausschicken, der sich den Schaden anschaut und am nächsten Tag mit den passenden Ersatzteilen zurückkommt. Dafür hätten unsere Kunden, die meist Verfügbarkeiten weit oberhalb von 90 Prozent erwarten, kein Verständnis.«
Nicht nur die eigene Organisation greift auf die CanBus-Daten der Geräte zurück. Kunden mit großen Flotten werden umfassend geschult, erhalten Auswertungs- Software und können ihre Flotten selbst warten. Davon machen einige große Terminals und Logistikkunden von Kalmar auch Gebrauch. Für diese Kunden werden auch Ersatzteilempfehlungen ausgearbeitet, Konsignationslager eingerichtet und Sondervereinbarungen getroffen. »Müssen Großgeräte gewartet werden, kann das auch mal länger als einen Tag dauern. Im Notfall halten wir Gebrauchtgeräte vor oder liefern in besonderen Fällen ein Neugerät innerhalb weniger Wochen«, erklärt Andreas Schumacher.
Viele Kunden, speziell solche aus dem Containersegment, kalkulieren von vornherein mit festen Raten. Sie schließen Wartungs-und-Full-Service-Verträge mit exakt umrissenen Arbeitsumfängen ab.
Auch die Gebrauchtgerätevermarktung obliegt oftmals der Kalmar-Organisation. Dann gibt der Kunde die Maschine einfach zurück. Bei der Rücknahme wird analysiert: Entweder wird das vorhandene Equipment gegen neue Geräte ausgetauscht, oder – was auch vorkommt – Kalmar-Monteure arbeiten Maschinen im Kundenauftrag wieder auf.
»Uncompromising, Green and Productive« – das ist die Maxime der Kalmar-Mutter Cargotec, wenn es um die Zukunftsfähigkeit ihrer Produkte geht. Denn der Umweltgedanke spielt auch und gerade bei großen Geräten, deren Betriebskosten im Laufe des Life Cycles erhebliche Dimensionen annehmen, eine wichtige Rolle. »Dem Kraftstoffverbrauch«, so Andreas Schumacher, »gilt unser Hauptaugenmerk, denn die Aufgaben unserer Maschinen bestimmen deren Gewicht – eine Größe, die wir nicht verändern können. Sparsame und saubere Euro-III-Motoren, effiziente Hochdruck-Hydrauliksysteme mit minimierten Füllmengen, gut erreichbare Servicepunkte, welche die Inspektion und Wartung vereinfachen und damit die Produktivität erhöhen, sind daher ebenso selbstverständlich wie Fahrerschulungen mit besonderem Schwerpunkt auf Verbrauchsoptimierung.«
Im E-Staplersegment ist Kalmar bis 9 Tonnen Traglast aktiv und bietet einer wachsenden Zahl von Betreibern aus verschiedenen Branchen Geräte mit Kapazitäten bis zu 80 V/1.600 Ah an. Damit sind (etwa in Verbindung mit Wechselbatterien, Elektrolytumwälzung und HF-Ladetechnik) Mehrschichteinsätze problemlos möglich. Claus Häse, Technischer Leiter bei Kalmar Flurförderzeuge Deutschland, kennt den Markt: »Gut 50 Prozent aller Frontstapler in Deutschland sind E-Geräte. Im Großsegment ist ihr Marktanteil noch in erheblichem Maße ausbaufähig. Wir haben Maschinen mit verschiedenen Radständen, mit Bandagen und SE-Bereifung und einer Gerätebreite von 1.600 mm ebenso im Programm wie Batteriewechselstationen, HF-Ladetechnik und WLAN-fähige Batterie-Managementsysteme. Deshalb sind E-Stapler auch eines unserer Themen auf der diesjährigen Cemat.« www.kalmarind.de

Kalmar auf der Cemat
Das große Geheimnis lüftet der Chef höchstpersönlich
Bei der großen Leistungsschau der Logistik zeigt Kalmar (Halle 25, Stand D18) einen Querschnitt durch das Maschinenprogramm im Großsegment. Zu den Exponaten zählen ein Reachstacker, ein 33-Tonnen- Frontstapler, ein Heavy-Stapler bis 50 Tonnen Traglast und die Medium-Baureihe bis 18 Tonnen. Das noch geheim gehaltene Highlight von Kalmar auf der Cemat in Hannover wird am 29. Mai von Cargotec-Konzernchef Pekka Vauramo höchstpersönlich gelüftet.

Ausgabe:
lj 03/2008
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