20. JULI 2018

zurück

kommentieren drucken  

Fehlerfreies Teilepicking


Systeme Prozesssicher und qualitätsstark – die Frontendmontage beim Automobilzulieferer Faurecia in Ingolstadt erfolgt mit höchster Zuverlässigkeit. Erreicht werden die perfekten Abläufe unter anderem durch Pick-2-Light-Lichtgitter bei der auftragsbezogenen Kommissionierung.

Das Pick-2-Light-Lichtgitter von Sick in montage- und bedienfreundlicher Reflex- Ausführung ist eine ebenso ergonomische wie wirtschaftliche Lösung für die Zugriffs- und Entnahmekontrolle aus Kleinteilekisten und Gitterboxen. Bei Faurecia in Ingolstadt überwacht das Lichtgitter bei der auftragsbezogenen Kommissionierung die Teileentnahme und organisiert gleichzeitig den Nachschub.
Faurecia ist einer der weltweit führenden Automobilzulieferer für die bedeutenden Fahrzeugmodule Sitz, Cockpit, Akustikpackage, Frontend und Abgasanlage. Der Konzern ist an 180 Standorten in 28 Ländern vertreten, beschäftigt 60.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete im Jahr 2006 einen Umsatz von über 11,6 Mrd. Euro. Hierzu trug mit 718,5 Mio. Euro der Geschäftsbereich Frontend bei, in dessen Ingolstädter Werk u. a. die Frontends für die Plattform B8 (Audi A4 und A5) gefertigt werden. »Die Frontendmontage ist auf Dreischichtbetrieb und täglich bis zu 1.300 Einheiten ausgelegt«, erklärt Reinhold Huber, Leiter Instandhaltung Frontendmodule bei Faurecia. Befestigungsklemmen, Ölleitungen, Luftleitteile, Fanfaren, Ladeluftkühler, Aluquerträger oder Crashboxen – im Durchschnitt werden an jedem der Frontend-Montageträger etwa 20 verschiedene Teile montiert. Das bedeutet: An jedem Tag müssen ca. 26.000 korrekte Picks aus Kleinteilekisten und Gitterboxen sichergestellt werden.

Sick hatte die gesuchte Lösung
»Ohne automatische, auftragsbezogene Unterstützung ist das angestrebte Null- Fehler-Ziel nicht zu erreichen, denn viele Teile sehen identisch aus, sind es aber nicht«, erläutert Reinhold Huber. Wird ein Falschverbau, also das Vertauschen eines Bauteils, erst in der Fahrzeugmontage erkannt, führt dies durch Ausschleusen des betreffenden Fahrzeugs und Nacharbeit zu hohen Kosten. »Da auch die Entnahme- Quittierung der Teile über Taster keine vollkommene Fehlerfreiheit gewährleisten konnte, suchten wir nach einer Lösung, mit der Fehler bei der manuellen Teileentnahme sicher vermieden werden konnten«, erinnert sich Marian Stefan Weber, Produktionsleiter bei Faurecia. Fündig wurde das Unternehmen bzw. sein langjähriger Systemintegrator Vogl Automatisierungstechnik bei Sick.

Sichere Fehlervermeidung
Anzeigen, Prüfen, Rückmelden – das Pick- 2-Light-Lichtgitter von Sick bietet alle Funktionen, mit denen Fehler bei der manuellen Teileentnahme aus einem Regal vermieden werden. Ausgehend von den Zugriffsöffnungen kann die Höhe des Lichtgitters und damit die Größe des Überwachungsfeldes anwendungsgerecht festgelegt werden. Bei Faurecia sind die Pick-2-Lights am Kleinteileregal 270 mm hoch, während an den Bodenstellplätzen der Gitterboxen jeweils zwei Systeme mit 420 mm eingesetzt werden. Generell eignet sich das Pick-2-Light zum Aufbau individueller Lösungen für die Zu-griffskontrolle, da beliebig viele Einheiten kombiniert werden können. Das intelligente Reflexions-Konzept, bei dem eine Folie auf der Geräterückseite als Reflektor für das benachbarte Lichtgitter dient, funktioniert ohne hohen Montage- und Verkabelungsaufwand. Gleiches gilt für die integrierte Job-LED, die dem Bediener das Entnahmefach anzeigt und die korrekte Entnahme optisch bestätigt.
»Die mechanische Montage ist denkbar einfach«, bestätigt Faurecia-Fachmann Reinhold Huber. »Zudem hat man beim Pick-2-Light auch an die Bedien-Ergonomie gedacht. Das schmale Sender- bzw. Empfänger-Gehäuse ermöglicht der entnehmenden Person aus jeder Position den optimalen Zugriff auf die Teilebox.« Faurecia montiert Frontendmodule für die Just-in-Sequence-Bereitstellung am Montageband des benachbarten Audi-Werks. Das EDV-System von Faurecia prüft den jeweiligen, von Audi elektronisch übermittelten Auftrag, schlüsselt die Teile auf, die an den Montageträgern verbaut werden müssen und generiert die Entnahmeinformationen für das Regal mit den Kleinteilekisten und die ebenerdigen Gitterbox-Fächer.

Perfekt organisierte Abläufe
Zu Beginn des Kommissionierprozesses scannt der Mitarbeiter den Auftragsbarcode, worauf mittels Regalsteuerung die Job-LEDs auf den entsprechenden Pick-2-Lights aktiviert werden. Mit einem fahrbaren Kommissioniergestell ausgestattet nimmt der Mitarbeiter nun sukzessive die am jeweiligen Montageträger zu verbauenden Teile aus den Fächern. Der gesamte Picking-Prozess pro Frontend dauert nur 82 Sekunden. Greift der Werker in ein falsches Fach, generiert das dortige Lichtgitter einen Fehleralarm. Übersieht er ein Fach, kann der Mitarbeiter die nächste Auftragsposition nicht abrufen.
Nachdem alle Teile für den Montageträger gepickt sind, wird das Kommissioniergestell in eine Elektrohängebahn eingehängt. Diese transportiert das Gestell zu den Montagestationen und von dort zur Endkontrolle. Hier wird das fertige Frontend entnommen und auf eine Systempalette für den Transport in die Fahrzeugmontage gesetzt. Über die Quittierung der einzelnen Picks durch Pick-2-Light wird nicht nur eine fehlerfreie Kommissionierung erreicht, sondern auch die mengenmäßige Entnahme pro Fach kontrolliert. Zudem werden Informationen für die automatische Nachschubsteuerung generiert. Sinkt die Teilezahl in einem Fach oder in einer Gitterbox auf den Meldebestand, generiert die Regalsteuerung automatisch einen Nachschubauftrag. Von den rückwärtig am Regal angebrachten Pick-2- Light-Lichtgittern wird dem Staplerfahrer angezeigt, wo die angeforderte Ware zu übergeben ist.

Störungsfreier Betrieb
Bei Faurecia ist die Frontend-Kommissionierung seit November 2006 in Betrieb. »Mit den Augen des Betriebstechnikers dürfte ich das Pick-2-Light eigentlich noch gar nicht kennengelernt haben«, sagt Reinhold Huber, »Gegenstand von Wartungsoder Instandsetzungsarbeiten war es nämlich bislang nie.« Somit gilt: Fehler? Fehlanzeige! Sowohl was die Kommissionierung als auch was die Lichtgitter betrifft. Gleiche Kunde ist aus dem Faurecia-Werk am Audi-Standort Neckarsulm zu vernehmen. Auch dort sorgen Pick-2-Light-Lichtgitter für fehlerfreie Kommissionierprozesse.
www.sick.com

Ausgabe:
lj 04/2008
Bilder:

kommentieren drucken  


ANZEIGE

 

 
» Finden Sie weitere Fachartikel in unserem Artikelarchiv

  Jetzt Newsletter
abonnieren!


Aktuelle Ausgaben

Weltmarkt Flurförderzeuge

logistik journal: Weltmarkt Flurförderzeuge 2016

Video der Woche

 

ANZEIGE