20. JULI 2018

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Hervorstechende Idee


Konzepte

Unternehmen - Der Krise zum Trotz: Sick hat eine Produktoffensive gestar­tet. Ein Jahr lang stellt das Unternehmen Woche für Woche ein aktuelles Produkt vor. Mit dem Innovationsmarathon möchte der Sensor-Spezialist gute Ideen fördern und seinen Marktanteil ausbauen. Von Kathrin Warncke

Erfahrene Läufer wissen, was ein Marathon bedeutet: 42,195 Kilometer durch unwegsames Gelände, dazu Wetterkapriolen, Schmerzen, der Kampf mit dem inneren Schweinehund. Und doch lockt das Ziel. Was braucht es für einen erfolgreichen Marathon? Ausdauer zum Beispiel, aber auch einen starken Willen – Eigenschaften, die der Sick AG auch bei ihrem ganz eigenen Dauerlauf helfen. Fast ein Jahr lang währt in wirtschaftlich schwieriger Zeit der »Innovationsmarathon« des Konzerns. Neue Produkte und Lösungen sollen helfen, in einem unerfreulichen konjunkturellen Umfeld Marktanteile hinzuzugewinnen. Anders als beim richtigen Marathon weiß in diesem Fall allerdings niemand, wie weit das Ziel entfernt ist.

Spezielle Marketingkampagne

Mit einer speziellen Marketing- und Vertriebskampagne befindet Sick sich seit einiger Zeit in der Offensive: Während des rund einjährigen »Innovationsmarathons« werden in 52 Wochen 52 neue Produkte vorgestellt – pro Woche eine Sensor- oder Steuerungslösung. Das Ziel: weiteres Wachstum in den Segmenten Fabrik-, Logistik- und Prozessautomation. Ralf Klein, Geschäftsleiter Corporate Sales & Marketing, erklärte bei einer Produktpräsentation vor der Fachpresse in Waldkirch die besondere Gewichtung in der Forschung: »Innovation ist der Treiber für unsere Unternehmenskultur. Neun Prozent des Umsatzes der Sick AG fließen in den Bereich Forschung und Entwicklung.«
Der Startschuss für den Langstreckenlauf ist gefallen, die Vorstellung der neuen Produkte hat begonnen. Vier davon stellen wir an dieser Stelle vor: die Sicherheits-Laserscannersysteme OS2000 und S300 Expert, den In- und Outdoor-Laserscanner LMS100 und die Lichtgitter-Reihe SLG. Allen gemein sind die kompakten Maße, die flexible Handhabung und ihre problemlose Installation.
Für verschiedene Ansätze in der Logistik eignet sich die Produktfamilie »Smart Light Grids«, kurz SLG. Sei es bei der Kommissionierung, am Förderband oder auch an Automatiktüren – die neue Generation schaltender Lichtgitter kann in verschiedenen industriellen Applikationen eingesetzt werden. Eine hilfreiche Unterstützung beim Kommissionieren aus Kleinteileregalen ist der »Smart-Pick-to-Light«-Sensor von Sick. Ultrahelle Job-LEDs sorgen dafür, dass alle aktuellen Entnahmefächer sofort erfasst werden können. Eine integrierte Falscheingriff-Überwachung leuchtet rot auf, sobald ein Teil aus einem nicht angezeigten Fach entnommen wurde. Wahlweise lassen sich die Modelle mit Lichtaustritt auf der flachen oder breiten Seite des Lichtgitters einsetzen.

Breites Anwendungsspektrum

Für In- und Outdoor-Anwendungen präsentiert Sick innerhalb seines erweiterten Portfolios das Kompakt-Lasermesssystem LMS100. Das Messsystem kann unter anderem zur Kollisionsvermeidung oder als Fahrzeug-Navigations-Hilfe in Containerhäfen eingesetzt werden. Auch in der Intralogistik, bei der Leerpalettenprüfung, als Steuerungssystem für Kommissionierprozesse oder als Überstandskontrolle in automatisierten Lägern ist das Gerät einsetzbar. Das Lasermesssystem ist klein, verbraucht wenig Strom und bietet einen Spannungseingang von 9 bis 30 Volt – ideal für mobile Anwendungen an Fahrzeugen oder bei Servicerobotern. Die zuverlässige Objektdetektion ist durch die Multipuls-Auswertung auch bei Regen, Schneefall oder Nebel möglich. Ein echtes Multitalent ist auch der Sicherheits-Laserscanner S300 Expert. In dem weltweit kleinsten Sicherheits-Scanner lassen sich acht verschiedene Überwachungsfälle realisieren. Bei mobilen Aufgabenlösungen übernehmen die Scanner die Überwachung einzelner Streckenteile. So lassen sich beispielsweise bei Fahrerlosen Transportfahrzeugen (FTF) Stillstandszeiten reduzieren und Fahrzeiten optimieren. Je nach Montagekonzept ist es aufgrund des 270-Grad-Scanwinkels auch möglich, mit zwei Geräten eine vierseitige Rundum-Überwachung des Fahrzeugs zu realisieren. Zum Sicherheits-Laserscannersystem OS2000: Das System ist auch für den Außeneinsatz zugelassen. Mögliche Einsatzgebiete sind Krananlagen, Schifffahrts- oder Fördereinrichtungen. Das OS2000 kann überall eingesetzt werden, wo Gefahrenbereiche überwacht werden müssen. Je nach Aufgabe stehen Laserscanner mit Scanwinkeln von 100 oder 180 Grad zur Verfügung. Wetter oder Lichteinfall können die Ergebnisse nicht beeinflussen.

Installation in wenigen Minuten

Das Ziel seiner Arbeit hat das Entwicklungsteam von Sick fest vor Augen: hohe Wirksamkeit der Produkte, einfache Installation und Anwendung. Claus Melder, Leiter Sicherheitstechnik: »Wir gehen bei unserer Arbeit immer auf den Kundenwunsch ein, auch auf den nach ›ten minutes to green‹. Soll heißen: die Installation unserer Produkte muss innerhalb kürzester Zeit möglich sein.« Um das zu ermöglichen, wendet Sick einen speziellen »Tauglichkeitstest« an: Ein Bereich gibt dem anderen sein neues Produkt mit der Maßgabe, es in zehn Minuten zu installieren. »Ist das möglich«, erklärt Claus Melder, »hat das Produkt die gestellten Anforderung erfüllt.«

Stets das passende Produkt

Um stets das passende Produkt anbieten zu können, beobachtet Sick den Markt natürlich ganz genau. Claus Melder: »Wir registrieren, dass es vier große Entwicklungen gibt. Zum einen werden die Messsysteme immer kleiner und performanter. Weitere Trends, dem alle unsere Produkte folgen müssen, sind flexible Schnittstellen zur besseren Implementierung und eine intelligente Optik. Der vierte Trend betrifft vor allem die elektronische Kundenbetreuung mit Schulungen und Datensätzen.« Doch allen Bemühungen zum Trotz: Auch Sick spürt die Folgen der Wirtschaftskrise. Im 4. Quartal 2008 verzeichnete Sick im Segment Fabrik- und Logistikautomation einen Umsatzrückgang von 10,8 Prozent. Seit März ist für einen Teil der Belegschaft Kurzarbeit angemeldet. Claus Melder: »Es ist eine Zeit, in der wir alles infrage stellen. Doch sie bietet sich auch an, um Innovationen voranzutreiben.«

www.sick.com

Ausgabe:
lj 03/2009
Unternehmen:
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